Allein in Deutschland führt jeder dritte Brand zu Sachschäden von mehr als 500.000 Euro. Um einen umfassenden Brandschutz zu gewährleisten, der das Schadensrisiko auf ein Minimum reduziert, bedarf es der Berücksichtigung einiger Faktoren. In erster Linie sollten moderne Brandmeldeanlagen zum Einsatz kommen, um Leben zu schützen und Produktionsausfälle zu verhindern. Doch vor allem besonders gefährdete industrielle Produktionsstätten sind noch nicht flächendeckend mit Brandfrüherkennungssystemen ausgestattet.

Ein Brand kann viele Ursachen haben – ausgelöst wird er unter anderem durch technische Defekte in Heizplatten, entzündliche Stoffe oder explosionsfähige Gasgemische. In der Gesamtbetrachtung lässt sich feststellen, dass es sehr viele Arten von Brandschutz gibt. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Gefahren und im Zuge des Aufbaus einer Schadensprävention ergeben sich für den Eigentümer einer industriellen Produktionsstätte Fragen wie: Was gilt es beim Brandschutz zu beachten? Welche Systeme gibt es, und welche sind verpflichtend oder optional?

Präventiver Schutz vor Brandgefahren bedeutet weitaus mehr, als nur die Anschaffung eines Feuerlöschers. Der vorbeugende Schutz muss die Rechtsgrundlagen und die Anforderungen aus der Bauordnung und den Sonderbauvorschriften berücksichtigen. Dazu gesellen sich zudem die Vorschriften aus dem Arbeitsschutz, die den sicheren Betrieb von Anlagen und Prozessen gewährleisten.

Die Alarmierung sollte schon bei geringen Rauchmengen erfolgen.

Mit dem abwehrenden Brandschutz ist in erster Linie der Einsatz der Feuerwehr gemeint, die im Schadensfall zu Rate gezogen wird. Damit erst gar kein Schaden entstehen kann, sollten die Mitarbeiter in einem Unternehmen ausreichend geschult werden, um bei der Entstehung eines Feuers wirkungsvoll tätig zu werden. Dem präventiven, anlagentechnischenSchutz vor Bränden kommt demnach eine bedeutende Rolle zu. Bei der Implementierung sollten Unternehmen darauf achten, dass sie im Schadensfall auf bewährte und zuverlässige Systeme zurückgreifen können, um einen hohen Sicherheitsstandard zu erreichen – zum Schutz der Mitarbeiter und der Produktionsstätte.

Gerade in Großanlagen industrieller Produktionsstätten wie der Stahl-, Zement- oder Glasindustrie ist es nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus sicherheitsrelevanter Perspektive fatal, wenn die Produktionsprozesse nicht ständig im Auge sind. Denn das Abschalten einer Anlage im Schadensfall, wie zum Beispiel das Herunterkühlen eines Ofens, ist nicht zuletzt mit enormen Kosten verbunden.

Verschiedene Früherkennungssysteme

Daher sollten Betreiber Ausfallrisiken schnell erkennen und verhindern. Eine proaktive Detektion von Brandherden hilft dabei, dass sich im Fall eines Brandherds das Feuer nicht massiv ausbreiten kann. Dazu kann eine klassische Rauchmeldeanlage zum Einsatz kommen, bei der ein geschulter Brandmeldebeauftragter die akute Gefahr für Mensch und Maschine im Blick behält, im Schadensfall eine Evakuierung einleitet und die Produktion stoppt. Eine professionelle Alternative bilden Rauchmeldeanlagen, die zusätzlich Flamm- und Rauchherde bereits im Vorfeld eines Brandes detektieren können. Dabeihat der Betreiber die Möglichkeit, auf eine Kombination aus klassischer Rauchmeldetechnik, visuellen Kameras mit intelligenter Analyse und Raucherkennungs-Algorithmen sowie Thermalkameras zurückgreifen, wie sie beispielsweise der Anbieter für Video- und Sicherheitssysteme Moog Pieper aus Schwerte im Portfolio hat.

Einsatzbereiche

Thermalkameras bieten sich dort an, wo sich große Flächen ohne viele Hindernisse wie Säulen, Container oder Maschinenteile beobachten lassen. Diese erkennen den Brandherd bereits, bevor sich Rauch so stark entwickelt hat, dass der Rauchmelder den Brand detektieren kann. Gleiches gilt für visuelle Kameras mit Rauchdetektion. Sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Thermalkameras: Sie schlagen schon bei der Raucherkennung Alarm, ohne dass der eigentliche Brandherd direkt visualisiert sein muss. Daher sollten diese Kameras vor allem dort zum Einsatz kommen, wo potenzielle Gefahrenzonen, beispielsweise schwer einsehbare Bereiche, zu finden sind.

Breitet sich der Brandherd zum Beispiel unterhalb einer maschinellen Einrichtung aus und ist damit außerhalb des Kamerasichtfeldes, erkennen die visuellen Kameras demnach die Gefahr und melden einen Alarm. Auch in Bereichen mit Klimaanlagen oder Ventilatoren sollte eine präventive Raucherkennung zum Einsatz kommen. Der herkömmliche Melder alarmiert im Brandfall zu spät, weil der Rauch durch die installierten Belüftungsanlagen zu stark verteilt wird und so der Alarm nicht rechtzeitig erfolgt.

Gleiches gilt für Umgebungen in extremen Bedingungen wie großer Hitze, Kälte, Verschmutzungen durch Staub oder andere Verunreinigungen in der Luft. Moderne Thermalkameras und visuelle Kameras sind daher mittels spezieller Gehäuse in allen schwierigen Umgebungen nutzbar.

Installation in bestehende Systeme

Die meisten Brandfrüherkennungssysteme sind über passende Schnittstellen in bestehende Brandmeldeanlagen integrierbar, sodass über sie eine vollautomatische Alarmierung erfolgen kann. Ein weiterer Vorteil des Einsatzes solcher Systeme ist der proaktive Brandschutzansatz: Im Alarmfall lässt sich nicht nur genau bestimmen, wo alarmiert wurde, gleichzeitig kann eine erste Einschätzung der Gefährdungslage erfolgen und entsprechende Gegenmaßnahmen können eingeleitet werden.

Detektion eines Brandes mithilfe einer Thermalkamera.

Die Integration eines Video-Management-Systems erlaubt den Mitarbeitern darüber hinaus, die Produktion ständig im Auge zu behalten und bei Auffälligkeiten schadensbegrenzende Maßnahmen einzuleiten. Oft lassen sich einzelne Überwachungskomponenten, also Thermalkameras oder visuelle Kameras, auch in bereits bestehende Video-Management-Lösungen integrieren, sodass ein Investment gering bleiben kann.

Unternehmen sollten also zur Brandfrüherkennung visuelle Rauchdetektion oder Thermalkameras einsetzen, um auf Nummer sicher zu gehen. Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes System sollte dabei vom individuellen Risikopotenzial und der Infrastruktur des Betriebes abhängig sein. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Betreiber die spezifischen Risiken in einem Betrieb erkennen und das Unternehmen umfassend mit einem Brandfrüherkennungssystem ausgestattet ist, um Schäden für Mensch und Maschine gering zu halten. Moderne Systeme wie die Sicherheitslösungen von Moog Pieper werden immer wieder an die neuesten Herausforderungen aktueller Produktionsweisen angepasst und weiterentwickelt, um auch in Zukunft Schäden zu verhindern oder gering zu halten.

Marcel Hamp ist Gebietsleiter West bei Moog Pieper, www.pieper-video.com.