Themen wie die zunehmende IoT-Nutzung, neue Standards und verbesserte Analysefunktionen stellen die Weichen für technische Veränderungen im Wireless-Bereich.

Funktechnik ist nicht nur einer der sich am schnellsten weiterentwickelnden Technikbereiche, sie hat auch einen erheblichen Einfluss auf Anwendungen für Unternehmen sowie Endanwender. Der Einsatz reicht vom mobilen Zugriff auf Unternehmensinformationen über WLAN-Telefonie bis zur Suche nach den günstigsten Einkaufsmöglichkeiten, die Ermittlung der schnellsten Anfahrtsroute oder die Überwachung von Vitalfunktionen. Durch die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte und Netzwerke breiten sich kabellose Dienstleistungen in immer mehr Einsatzgebieten und Branchen aus, um dem wachsenden Wunsch nach Konnektivität überall und zu jeder Zeit gerecht werden zu können. Dank neuester technologischer Entwicklungen bietet sich zudem die Chance, schnellere und zuverlässigere Verbindungen bereitzustellen, die Effizienz von Netzwerken zu steigern und gleichzeitig die Kosten zu senken.

IoT setzt sich durch

Das Internet of Things (IoT) hat mittlerweile nicht nur Einzug in Unternehmen gefunden, es wird sogar in etlichen Branchen Teil des Geschäftsmodells. Entsprechend führt man immer mehr vernetzte Geräte oder Komponenten wie Sensoren ein. Ein Beispiel sind Versorgungsunternehmen, die zu den ersten gehörten, die diese Funktionalitäten von IoT-Lösungen nutzten, um mittels der kabellosen Datenübertragung Informationen darüber zu erhalten, welche Ressourcen Firmen nutzen. Durch die gewonnenen Einblicke haben Unternehmen zukünftig die Möglichkeit, Effizienzverbesserungen umzusetzen.

In der Industrie und Produktion bieten die mit der Digitalisierung gewonnenen detaillierteren Einsichten und Optimierungsmöglichkeiten ein hohes Potenzial für Energieeinsparungen. Aber auch im Büroalltag lässt sich die Technik nutzen. Betriebe können beispielsweise erfassen, wie viele Personen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Konferenzraum befinden und wie dies die Temperatur beeinflusst. Diese lässt sich dann automatisch anpassen.

Die fortschreitende Digitalisierung, das IoT sowie neue drahtlose Geräte und Speicherlösungen beeinflussen damit aber auch die Anforderungen an Netzwerke und Datenübertragungsraten. Diese wirken sich nicht nur auf die Infrastrukturen in Rechenzentren aus. Sie stellen gleichzeitig eine Herausforderung für Unternehmen dar, die größere Datengeschwindigkeiten in allen Bereichen ihrer Netzwerke umsetzen müssen. Da Organisationen immer weiter in IoT, Big Data und Cloud investieren, müssen Anbieter Lösungen zur Verfügung stellen, die Datentransfer und -verarbeitung vereinfachen sowie beschleunigen, damit die Leistungsfähigkeit ihrer Rechenzentren Schritt halten kann.

Unternehmen benötigen heute Lösungen, die eine besonders große Flexibilität bieten. Im Core-Bereich von Netzwerken wollen sie Support für Datenübertragungsraten von 10, 25, 40, 50 oder 100 GBit/s. In den Access-Bereichen erwarten sie Datenübertragungsraten von 1, 2,5 und 5 GBit/s. Um eine schrittweise und nahtlose Umstellung beispielsweise von den bisher gängigen 40 GBit/s auf 100 GBit/s zu ermöglichen, sind flexible Lizensierungsoptionen gefragt.

Beschleunigte Einführung von Standards

Die Vielfalt und rasch wachsende Zahl von Benutzern, Geräten und Anwendungen macht die Umsetzung beziehungsweise den Ausbau von IT-Umgebungen, die eine hohe Datendichte bewältigen können, zu einem Hauptanliegen von CIOs und IT-Abteilungen.

Das führt auch dazu, dass sie neue Standards aus diesem Bereich sehr viel schneller aufgreifen, als dies bei Standards allgemein der Fall ist. Einer der relevantesten WLAN-Standards in diesem Umfeld ist IEEE 802.11ac Wave 2. Technik, die diesen Standard unterstützt, ermöglicht nicht nur höhere Geschwindigkeiten im Netzwerk sowie eine verbesserte Kontrolle der dortigen Aktivitäten, sondern ist zudem in der Lage, zusätzliche Kapazitäten für IT-Umgebungen mit hoher Datendichte anzubieten. Das war einer der Hauptgründe für die Einführung von Wave 2. Unternehmen räumen der Investition in Produkte, die diese neuen Standards unterstützen, eine hohe Priorität ein.

Telefonieren über WLAN

Telefonanrufe mittels WLAN-Verbindungen gehören mittlerweile zur Routine. Traditionelle Carrier haben in den vergangenen Jahren Datenverbindungen immer mehr weg von den Mobilfunknetzwerken und hin zu den WLAN-Umgebungen verlagert, um auf diese Weise die Mobilfunknetze zu entlasten und deren Bandbreite zu erhöhen. Aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks durch alternative Sprachlösungen, die IP-Daten für die Übertragung nutzen, sehen sich Carrier nun gezwungen, ebenfalls Telefonie über WLAN anzubieten, um dem Trend zu folgen. Endanwender üben einen wachsenden Druck auf Unternehmen aus, sprachtaugliche WLANs zu konzipieren und einzurichten, denn sie erwarten heute eine erstklassige Gesprächsqualität, wenn sie WLAN-basierte Telefonie nutzen.

Analyseplattformen helfen Unternehmen dabei, Erkenntnisse über das Verhalten der Netzwerkteilnehmer zu erhalten. Bild: Extreme Networks

Für Unternehmen, die ein neues 802.11ac-WLAN aufbauen und das 5-GHz-Frequenzband nutzen möchten, ist es ratsam, diesem Trend erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Wenn sie ihre WLAN-Infrastruktur planen und einrichten, sollten sie die IT-Anbieter ihrer Wahl fragen, ob diese über eine Wifi-Alliance-Voice-Zertifizierung verfügen. Diese stellt sicher, dass WLAN-basierte Telefonie unterstützt wird.

Unlizenzierte LTE-Verbindungen

Ein weiterer Trend, dessen Entwicklung eine Beobachtung lohnt, sind die Auswirkungen unlizenzierter LTE-Verbindungen. Beeinflussen LTE-U/LAA-Protokolle die Verwendung von WLAN im 5GHz-Band?

Der Netzwerkverkehr nimmt aufgrund des steigenden Bedarfs nach mobilen Verbindungen stetig zu. Daher wird das 2015 angestoßene Konzept, LTE-basierte Verbindungen von lizenzierten auf unlizenzierte Frequenzen umzustellen, für Carrier immer attraktiver. Viele Anbieter haben bisher Hotspot 2.0 Features bei ihren Enterprise-WLAN-Infrastrukturen verwendet, um den Datenverkehr zwischen zwei Netzwerken zu übergeben. Die Aussicht auf unlizenzierte LTE-Verbindungen hat jedoch viele Anbieter dazu veranlasst, sogenannte „Indoor Small-Cells“ in Betracht zu ziehen. Dabei handelt es sich um kleine kompakte Funkzellen, die gezielt Zusatzkapazitäten in die Bereiche eines Mobilfunknetzes bringen, die mit hohem Verkehrsaufkommen zu kämpfen haben, etwa die erwähnten Hotspots.

Verglichen mit dem Aufbau großformatiger Mobilfunknetze, die ein lizenziertes Frequenzspektrum erfordern, erweist sich der Zugriff auf die lizenzfreien Frequenzen mittels LTE-U/LAA-Protokollen für Carrier als attraktiver und günstiger. Die Aussicht auf unlizenzierte LTE-Verbindungen bringt zudem eine neue Klasse rein datenbezogener (Data-only) Dienstleistungsanbieter mit für Kunden verlockenden Angeboten hervor.

Plattformen für Analyse und Interaktion

Die Verwendung von Analyse- und Interaktionsplattformen hat ihren Weg von Nischenanwendungen in den Mainstream geschafft. In Brachen wie dem Einzelhandel sowie in der Gastronomie-, Hotel- und Event-Branche haben die Funktionen solcher Plattformen bedeutende Fortschritte möglich gemacht. Unternehmen können wichtige Einblicke in die Nutzung mobiler Dienste erhalten, um so die Nutzererfahrung zu verbessern. Der Einzelhandel verwendet solche Plattformen beispielsweise dazu, mehr über die Vorlieben von Endkunden in Bezug auf mobil verfügbare Angebote zu erfahren.

Die Analyse der WLAN-Nutzung während des Einkaufs in Geschäftsfilialen hat Einzelhändlern dabei geholfen herauszufinden, zu welcher Tageszeit und an welchem Ort im Geschäft die Käufer das Internet nutzen. Diese Erkenntnisse konnten die Händler dazu heranziehen um mit den Kunden Verbindung aufzunehmen, die Loyalität ihrer Bestandskunden zu steigern und die Kundenbindung zu verbessern.

Heute halten solche Konzepte und Technologien auch immer mehr Einzug in den Bildungssektor oder die Gesundheitsversorgung. Die Rekrutierung und Motivierung im Bildungsbereich sowie die Patientenerfahrung im Gesundheitsbereich stehen bei den CIOs dieser Branchen an oberster Stelle, wenn es darum geht, ihre Strategien sowie ihren Bedarf nach neuen technischen Errungenschaften voranzutreiben. Analyselösungen sowie Interaktionsplattformen helfen dabei, mehr Transparenz zu gewinnen, durch die man positive Kundenerfahrungen in allen Marktsegmenten sicherstellen kann.

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