IT-Fachleute messen der Sichtbarkeit beim Management von komplexen und heterogenen Netzwerke eine kritische Bedeutung bei. Das ist das Ergebnis einer Studie von Ixia, einem Hersteller von Test-, Visualisierungs- und Sicherheitslösungen, unter 220 leitenden IT-Mitarbeitern in Unternehmen. Mit 60 Prozent nannte der Großteil der Studienteilnehmer „Visibility“ als oberste Priorität bei der Netzwerkverwaltung. Vor allem für die Aufdeckung von Sicherheitsvorfällen setzen mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) auf Visibility-Lösungen. 30 Prozent gaben hingegen an, nur durch forensische Recherche auf Sicherheitsvorfälle aufmerksam geworden zu sein. 19 Prozent entdeckten solche sogar erst durch Hinweise von Dritten.

„Die meisten Unternehmen haben heute Probleme mit toten Winkeln“, sagt Paul O’Reilly, Sales Director DACH bei Ixia. Bild: Ixia

Auch sonst verknüpfen die Umfrageteilnehmer Einblicke in das Netzwerk sehr stark mit Netzwerksicherheit, so Ixia. 56 Prozent der Befragten wünschen sich außerdem  Einsicht in verschlüsselten Datenverkehr. 59 Prozent wollen Anwendungen identifizieren können, die einer Inspektion ihres Traffics bedürfen. Für 29 beziehungsweise 31 Prozent ist die Sichtbarkeit in Private beziehungsweise Public Clouds ein wichtiger Aspekt.

Ixia führt das auf die Sorge der Studienteilnehmer um die Sicherheit in Cloud-Umgebungen zurück. Von ihnen gaben drei Viertel an, dass sie darüber besorgt oder sehr besorgt sind. Ihre größte Befürchtung ist dabei, die Kontrolle über die Daten im eigenen Netzwerk zu verlieren. 47 Prozent wünschen sich laut Ixia daher eine einheitliche Visibility-Architektur für ihre gesamte Netzwerkumgebung.

50 Prozent erhoffen sich zudem durch Sichtbarkeitslösungen Hilfe bei der Abwehr von DDoS-Angriffen. Weitere 30 Prozent sind der Meinung, dass solche Lösungen sie dabei zumindest unterstützen können.

Die Studie zeigt aber auch, dass sich die IT-Mitarbeiter neben einer vollständigen Einsicht in den Netzwerkverkehr diese generell für das Monitoring wünschen. 54 Prozent gaben beispielsweise an, sechs oder mehr Netzwerksegmente zu betreiben, aber nur die Hälfte davon zu überwachen. Von den 40 Prozent der befragten Unternehmen, die mehr als 10.000 Kundendatensätze verwalten, beobachtet nur jedes zehnte proaktiv seinen Datenverkehr.

„Die meisten Unternehmen haben heute Probleme mit toten Winkeln, vor allem wegen des Wachstums verschlüsselten Verkehrs und wegen der Migration in private und öffentliche Cloud-Umgebungen“, sagt Paul O’Reilly, Sales Director DACH bei Ixia. „Sie benötigen eine bessere Sichtbarkeit ihres wachsenden Netzwerks, um Performance-Probleme zu erkennen und Bedrohungen zu begegnen.“

Cisco geht in seinem Global Cloud Index davon aus, dass Unternehmen 2020 nur noch acht Prozent aller Workloads in traditionellen Rechenzentren verarbeiten. Dies bedeutet, dass im Gegenzug 92 Prozent der Geschäftsanwendungen in privaten und öffentlichen Clouds laufen werden. Und eine Ponemon-Studie besagt, dass 52 Prozent der Unternehmen derzeit keinen SSL-Verkehr zur Inspektion entschlüsseln. Über die Hälfte der Unternehmen können demnach bösartigen SSL-Verkehr nicht erkennen. Dies ist insofern gefährlich, da die Hälfte aller Cyberangriffe über SSL-Verbindungen erfolgt, um die Attacken zu verstecken.

Weitere Informationen finden sich unter www.ixiacom.com.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.