Der folgende Text entstammt dem Security Awareness Newsletter der LANline, den der Experte Dr. Johannes Wiele regelmäßig für die LANline verfasst. Er richtet sich an Security-Fachleute und Nutzer und enthält in jeder Ausgabe einen praktischen Tipp. Wenn Sie den Newsletter regelmäßig und frühzeitig per E-Mail lesen möchten, sollten Sie sich kostenlos bei uns registrieren: www.lanline.de/newsletter/.

Unser Experte schreibt diesmal:

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit Dienstwagen beglücken, liefern zusammen mit den Leasing-Firmen häufig eine durchaus respektable Liste an Sicherheitshinweisen mit: rechtzeitiger Wechsel von Sommer- auf Winterreifen, Warnwesten im Innenraum, nicht mehr als x Kilometer pro Tag fahren, Wartungsintervalle einhalten.

Alles schön, aber da fehlt noch etwas. Erst neulich haben wir rein zufällig mitbekommen, wie das durchaus komfortable Langstreckengefährt, dass mein Arbeitgeber mir mitfinanziert, auch zum veritablen Datenleck werden kann. Und dabei geht es nicht einmal um High-Tech-Szenarien, die irgendwie mit der Interaktion des eingebauten Medienzentrums mit dem ebenfalls firmeneigenen Mobiltelefon zu tun haben. Das Problem lautet schlicht: Solch ein Auto ist ein „Laut-Sprecher“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Worauf ich hinaus will? Wer häufig im Fahrzeug sitzt, möchte ja gern auch beruflich und privat erreichbar sein. Die einzig sicherheitstechnisch vertretbare und gesetzeskonforme Methode dazu hört auf den Namen „Freisprecheinrichtung“. Wenn Sie diese während der Fahrt benutzen, ist sie unzweifelhaft ein Sicherheitsfaktor.

Aber im Stand und womöglich bei ausgeschaltetem Motor?

Machen Sie sich einmal einen Spaß und schicken Sie eine Vertrauensperson die Straße herauf und hinunter, während Sie mittels Bluetooth-Ankoppelung ein ganz normales, unaufgeregtes Gespräch im Auto führen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird ihnen Ihr Test-Assistent berichten, dass zwar nicht Ihre eigene Stimme, aber die Ihres Gesprächspartners in ruhigen Momenten drei bis vier Häuser weit gut zu verstehen ist. Die Auto-„Kiste“ funktioniert nämlich hervorragend als wirksamer Verstärker. Die ganze Nachbarschaft hat etwas davon, wenn Sie ihren Geschäftspartnern echte Probleme diskutieren.

Deshalb unser heutiger Tipp: Im Stand gehört die Freisprecheinrichtung außer Betrieb genommen und das Handy ans Ohr. So viel Flexibilität muss sein.

— Tipp Anfang

Freisprecheinrichtung im Stand

Benutzen Sie niemals die Freisprecheinrichtung Ihres Fahrzeugs, um in Stand und womöglich in einer ruhigen Umgebung sensible Gespräche zu führen. Die Karosserie als Resonanzkörper Autos macht vor allem die Worte des angerufenen Gesprächspartners oft weithin hörbar.

— Tipp Ende

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.