Samsungs neues Smartphone Galaxy S8 lässt sich mit der Docking Station namens Dex sowie mit einem externen Display, Keyboard und Maus in einen Desktop-PC verwandeln. Für den Zugang zu Windows-Applikationen sorgen drei VDI-Lösungen (Virtual Desktop Infrastructure): Zur Auswahl stehen der Citrix Receiver im Zusammenspiel mit Citrix’ Virtual-Workspace-Lösungen Xenapp/Xendesktop sowie VMware Horizon und Amazon Workspaces.

Mit Dex erhält das Galaxy S8 laut Hersteller eine Multitasking-fähige Desktop-Benutzeroberfläche mit Unterstützung für Tastatur und Maus (inklusive Rechtsklick) sowie mit PC-Funktionen wie skalierbaren Fenstern, Tastatur-Shortcuts, Drag and Drop oder auch Benachrichtigungen per Task-Leiste. Die Telefonfunktionalität bleibe erhalten, selbst wenn das Galaxy S8 in der Docking-Station ruht: Telefonate, Messages und die Geräteeinstellungen seien per Task-Leiste aufrufbar. Die Docking-Station dient parallel als Ladegerät und sorgt dank eingebauten Lüfters für Kühlung. An Ports bietet es neben dem HDMI-Port für das Display auch Ethernet, USB 2.0 und USB Typ C.

Als Einsatzszenario für ein solches PC-Setup nennt Citrix folgendes Beispiel: Ein Schadenregulierer könnte sein Galaxy S8 zur Begutachtung von Schadensfällen verwenden, um anschließend im Büro über die Dex-Station seine Berichte zu vervollständigen, wozu er eine Desktop-ähnliche Umgebung nutzt.

Citrix betont, man sorge neben dem sicheren Zugriff auf virtualisierte Apps und Desktops auch für eine zentrale Verwaltung der Samsung-Geräte über die EMM-Lösung (Enterprise-Mobility-Management) Xenmobile. Diese biete Support für Secure Apps mit Knox, Samsungs Business-App-Umgebung für Android. Xenmobile unterstütze die neue Samsung-Funktion E-Fota (Enterprise Firmware over the Air) für die zentrale Kontrolle der Softwareversionen und Geräteaktualisierungen per Mobilfunk.

Bei Citrix propagiert Vice President Chris Fleck schon seit etlichen Jahren das Konzept eines Smartphones, das sich mittels Citrix-Software zum vollwertigen Desktop erweitern lässt – von Fleck halb scherzhaft „Nirvanaphone“ genannt. Einen ersten Versuch, ein solches „Nirvanaphone“ auf den Markt zu bringen, startete Motorola bereits 2011 mit seinem Android-Gerät Atrix, das schon damals einen Fingerabdruck-Scanner enthielt (LANline berichtete). Dem Atrix war allerdings kein nennenswerter Markterfolg beschert, schon 2012 kündigte Motorola es wieder ab.

Mit dem Galaxy S8 nimmt nun Android-Schwergewicht Samsung mit seinem aktuellen Flaggschiff einen Vorstoß in Richtung „Nirvanaphone“. Das Galaxy S8 und die Dex-Station werden laut Hersteller im zweiten Quartal erhältlich sein. Weitere Informationen finden sich unter www.samsung.com/global/galaxy/apps/samsung-dex/.

 

Die Lade- und Docking-Station Dex erweitert das Samsung Galaxy S8 zum Desktop-PC-Setup. Für den Fernzugriff auf Windows-Anwendungen sorgen Virtual-Workspace-Lösungen wie Citrix Xenapp/Xendesktop, VMware Horizon oder Amazon Workspaces. Bild: Samsung

Dr. Wilhelm Greiner ist Stellv. Chefredakteur der LANline.