Ein NAS ist eine praktische Sache. Wie bei einem lokalen Laufwerk steht Mitarbeitern oder Servern Speicherplatz zur Verfügung, der über virtuelle Laufwerke (Volumes) und Berechtigungen (Shares) konfiguriert wird. Dabei verbleibt die gesamte Infrastruktur im Verantwortungsbereich der Unternehmens-IT.

Speicherplatz ist durch nichts zu ersetzen – außer durch mehr Speicherplatz. Es gehört zu den großen Phänomenen der IT, dass ein beliebig großer Speicher auf jeden Fall in absehbarer Zeit zu klein ist. Insofern stellt sich bei der Auswahl eines NASs eine erste wichtige Frage: Wie einfach ist es, zu einem späteren Zeitpunkt weiteren Speicherplatz hinzuzufügen?

Diese Anforderung ist aufgrund der häufig verwendeten Technik nicht einfach zu erfüllen. RAID-Systeme lassen sich nämlich nicht ohne größeren Aufwand erweitern, da die zur Absicherung gegen Datenverlust notwendigen Parity-Informationen über alle Datenträger verteilt gespeichert sind. Die Parity-Struktur ist also, einmal festgelegt, nicht mehr veränderbar. Auch der Tausch einzelner Festplatten gegen größere Modelle schlägt fehl – RAID-Konfigurationen verlangen gleiche, in den meisten Fällen sogar identische Modelle.

Neben den Anschaffungskosten sind natürlich auch die Betriebskosten in Betracht zu ziehen. Ein System, das eine niedrige Investition erfordert, kann sich auf lange Sicht als viel teurer herausstellen, wenn Wartungs- und Personalaufwand höher ausfallen. Vor allem eine zu heterogene Storage-Infrastruktur erzeugt hohe Kosten, da das Unternehmen unterschiedliche Wartungsverträge koordinieren, verschiedene Konfigurationen betreuen und oft auch spezielle Ersatzteile vorhalten muss. Universal-Storage-Systeme lösen dieses Problem zwar, sind aber als reine High-End-Systeme entsprechend teuer. Dazu kommt, dass die allermeisten NAS-Systeme nicht ohne zusätzliche Datensicherung auskommen, was Investition, Betriebskosten und Komplexität weiter in die Höhe treibt.

Das aufwändigste und wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines Speichersystems für Unternehmensdaten ist die Sicherheit. Die Fragen, wie sicher die Daten gespeichert sind und was gegebenenfalls noch zu tun ist, um Datenverlust vorzubeugen, sollten sich Unternehmen im Entscheidungsprozess bei der Auswahl einer NAS stellen. RAID-Systeme – oder allgemein: nicht-lineare, überschreibbare Datenträger – erfordern eine zusätzliche Absicherung gegen Datenverluste. Insbesondere die zunehmende Bedrohung durch Virenangriffe und speziell durch Ransomware macht eine professionelle Datensicherung alternativlos. Aber auch Fehlkonfigurationen, Benutzerfehler und nicht zuletzt Hardwareausfälle stellen ein hohes Risiko dar.

Bei RAID-Systemen, die wie oben beschrieben meist auf identischen Datenträgermodellen basieren, kommt es oft zu korrelierten Ausfällen, die nicht der rechnerischen Ausfallwahrscheinlichkeit entsprechen. Hintergrund sind die identischen Produktionschargen, was gleiche Lebensdauer und gleiches Risiko der Datenträger zur Folge hat. Fällt eine der eingesetzten Festplatten aus, muss der Administrator in relativ kurzer Zeit auch mit dem Ausfall weiterer Festplatten im gleichen System rechnen. Bei typischen RAID-Konfigurationen ist aber schon der Ausfall eines Datenträgers als kritisch anzusehen, weshalb in so einem Fall zur sofortigen Migration der Daten auf ein neues System geraten wird.

Bei Silent Brick handelt es sich um ein Speichersystem, das als Container ausgelegt und in einem Controller mit Daten befüllt wird.

Fast LTA verfolgt einen anderen Ansatz. Die Speichersysteme des Herstellers – Silent Bricks genannt – sind als Container ausgelegt, die in einem Controller mit Daten befüllt werden. Dadurch lassen sich die Daten und der Storage offline lagern. Pro Controller stehen fünf Slots zur Verfügung. Außerdem kann man weitere Controller bei Bedarf ergänzen, wodurch sich steigende Datenmengen problemlos sichern und archivieren lassen. Das Konzept ist auf Datensicherheit und Modularität ausgelegt und offline skalieren die Container theoretisch unendlich.

Ein weiterer Ansatz in Richtung Datensicherheit ist die lineare Speicherung. Dabei speichert man die Daten hintereinander auf die Datenträger. Wie bei einem Tape werden neue Daten einfach hinten angehängt. Das Löschen einer Datei sorgt dabei nicht dafür, dass der entsprechende Speicherplatz überschrieben wird. Die lineare Speicher ist dadurch besonders sicher, da eine Datenmanipulation, etwa durch Ransomware, ins Leere läuft. Die neuen, verschlüsselten Daten sind bei dieser Variante ja lediglich als neue Version hinten angehängt. Auf diese Weise lässt sich die Vorgängerversion jederzeit restaurieren. Nur ein vollständiges Löschen und Überschreiben hat tatsächlich einen Datenverlust zur Folge. Dies lässt sich aber beispielsweise über eine WORM-Versieglung per Hardware verhindern, was eine revisions-sichere Archivierung ermöglicht.

Hannes Heckel ist Director Marketing bei Fast LTA, www.fast-lta.de.