Compuware hat eine Studie veröffentlicht, nach der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten zwar Fortschritte bei der Einhaltung der ab dem 25. Mai 2018 geltenden EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) erzielt haben. Doch die Mehrheit der deutschen, europäischen und US-amerikanischen Unternehmen ist immer noch nicht ausreichend darauf vorbereitet.

67 Prozent der europäischen Unternehmen sagen, dass sie gut informiert sind über die EU-DSGVO und den Einfluss, den sie auf den Umgang mit Kundendaten hat. Dies ist eine Verbesserung im Vergleich zu den 55 Prozent im Vorjahr. In Deutschland fühlen sich 72 Prozent der Unternehmen gut informiert. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich hier keine Veränderung.

Von den 94 Prozent der US-Unternehmen, die Daten von europäischen Kunden besitzen, fühlen sich 88 Prozent gut darüber informiert, im letzten Jahr waren es noch 73 Prozent.

Nur 38 Prozent weltweit haben einen umfassenden Plan für die Compliance mit der EU-DSGVO. Das ist nur eine leichte Verbesserung gegenüber den insgesamt 33 Prozent im Vorjahr. So riskiert weiterhin die Mehrheit hohe Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent ihres Umsatzes für die Nichteinhaltung der Vorgaben.

Überraschenderweise sind US-Unternehmen besser auf die EU-DSGVO vorbereitet als europäische Firmen. 60 Prozent der US-Teilnehmer mit europäischen Kundendaten besitzen einen detaillierten und weitreichenden Plan, im Vergleich zu 56 Prozent im Vorjahr. Die britischen Unternehmen sind am sorglosesten. Von ihnen haben nur 19 Prozent einen entsprechenden Plan, verglichen zu 18 Prozent im letzten Jahr.

Als größte Hindernisse für die Compliance mit der EU-DSGVO sehen deutsche Unternehmen die Gewährleistung der Datenqualität (73 Prozent, weltweit 56 Prozent) sowie die Datenkomplexität (67 Prozent, weltweit 56 Prozent). Zusätzlich sagen 64 Prozent der Unternehmen in Deutschland (weltweit 75 Prozent), dass sie aufgrund der Komplexität moderner IT-Services nicht immer wissen können, wo sich all ihre Kundendaten befinden.

Nur etwas mehr als die Hälfte (in Deutschland 59 Prozent, weltweit: 53 Prozent) kann sämtliche Daten zu einer Person schnell lokalisieren – eine Voraussetzung für die Gewährleistung des „Rechts auf vergessen werden“. Immerhin rund ein Drittel (in Deutschland: 33 Prozent, weltweit: 31 Prozent) der Befragten kann nicht garantieren, dass sie alle Kundendaten finden können, wie es die EU-DSGVO fordert.

Im Auftrag von Compuware wurde die Studie vom unabhängigen Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne durchgeführt. Es befragte 400 CIOs von großen Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und den USA die einen Querschnitt vertikaler Märkte repräsentierten.

Weitere Informationen gibt es unter www.compuware.com/de_de.

 

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.