Laut einer internationalen Studie von Forbes Insights, durchgeführt im Auftrag von VMware, fördern digitale Arbeitsplätze – also Virtual Workspaces und Business-Apps für Mobilgeräte – die Produktivität der Anwender ebenso wie die Mitarbeiterbindung an den Arbeitgeber. So berichteten Befragte aus Deutschland laut VMware neunmal häufiger von einer Steigerung der persönlichen Produktivität und gaben an, zwölf Prozent weniger Zeit auf manuelle Prozesse zu verwenden.

Zwischen Juni und August 2017 hat Forbes Insights für die nun vorgestellte VMware-Studie 2.158 CIOs und Endanwender in Unternehmen aus 16 Ländern befragt. Darunter befanden sich 1.107 Befragte aus zehn Ländern der EMEA-Region (Europe, Middle East, Africa). Die genaue Teilnehmerzahl aus Deutschland nannte VMware nicht. Deutsche Befragte berichteten laut VMware aber beim Einsatz digitaler Arbeitsplätze von gestiegener Effizienz im Teamwork. Die Mehrheit der befragten CIOs in Europa (89 Prozent) verspreche sich vom digital gestützen Arbeitsumfeld und passenden Apps auch mehr Umsatz, und zwar im Durchschnitt ein Plus von fünf Prozent innerhalb von drei Jahren.

Stolz zeigte sich VMware auch auf ein weiteres Umfrageergebnis: Mitarbeiter mit digitalem Arbeitsplatz und passenden Apps bewerten ihren Arbeitgeber fast viermal so häufig als „führend bei der digitalen Transformation“ wie Mitarbeiter ohne diese Ausstattung (43 vs. 11 Prozent). Auch ihr Urteil zur Attraktivität ihres Arbeitsgebers fällt deutlich besser aus (43 vs. 15 Prozent).

Die drei Hauptaspekte der Digitalisierung von Arbeitsplätzen aus VMware-Sicht. Bild: VMware

Die drei Hauptaspekte der Digitalisierung von Arbeitsplätzen aus VMware-Sicht. Bild: VMware

Wie die Digitalisierung von Arbeitsplätzen in der Praxis aussieht, erläuterten bei der Vorstellung der Studie zwei VMware-Anwender: So berichtete André Kreft, CIO und Geschäftsführer des Dekanats Biologie der Universität Duisburg-Essen,  wie sehr es Virtual Desktops mit Zero Clients (kompakten, verwaltungsarmen Thin Clients) erleichtern, dem Fakultätspersonal und den Studierenden passende digitale Arbeitsplätze bereitzustellen – und das Anforderungsspektrum in seiner Biologie-Fakultät reiche vom einfachen PC bis zum Linux-basierten Scientific-Computing-Arbeitplatz für das DNA-Sequencing mit RAM im TByte-Bereich.

Angesichts des Prinzips „Freiheit der Lehre“, so Kraft, müsse die Instituts-IT die Fakultätsmitglieder stets aufs Neue davon überzeugen, dass bessere Angebot zu liefern – selbst wenn ein Zero Client zunächst den Eindruck erweckt: „Die nehmen mir etwas weg.“ Dank Desktop-Virtualisiserung könne man aber allen Anwendern das jeweils passende Angebot machen. Besonders nützlich sei dies für Studierende aus Entwicklungsländern, die sich kein Notebook inklusive Spezialsoftware für ihre Arbeit leisten könnten.

Die Bahn macht mobil
Kai Löbig, Head of Workplace Infrastructure Management Service bei DB Systel, gab einen Einblick in das Endpoint-Management beim IT-Dienstleister der Deutschen Bahn. Sein Haus betreut laut Löbig neben 90.000 PCs inzwischen rund 100.000 Mobilgeräte – und jeden Monat 1.500 neue. „Wir werden von unseren internen Anwendern überrannt“, so der DB-Systel-Mann. Um dies zu bewältigen, setzt sein Team ebenfalls auf VMware-Technik, in diesem Fall die Mobility-Management-Lösung AirWatch.

Im Programm RIM (Rail in Motion) hat die Bahn die klassische Zugfahrtmappe der Lokführer digitalisiert, um den Bahnbetrieb zu vereinfachen. Denn früher, so Löbig, mussten dem Lokführer Ausdrucke vorliegen, auf welchen Strecken aktuell eine Langsamfahrt vorgeschrieben ist; ohne den Ausdruck sei keine Zugfahrt möglich gewesen. Diese Informationen werden heute per Tablet digital bereitgestellt, als Backup-Gerät dient das Smartphone.

Auch sonst setzt DB Systel auf Digitalisierung mittels Apps – von der Tablet-App zur Kontrolle der Toilettenleerung in den ICEs bis zur Reisekostenabrechnung inklusive Einscannen der Belege. Die Endgeräte habe man früher im „Kiosk-Mode“ (also gesperrt) betrieben, so Löbig; davon sei man aber abgekommen, um auch Einsätze zum Beispiel im Home Office zu ermöglichen. Dank des Programms „Flex at Work“ könne ein Mitarbeiter nun Heimarbeitsplätze buchen, er erhalte dann ein „Care-Paket“ mit der nötigen Ausrüstung. Davon verspricht man sich gesteigerte Produktivität ebenso wie höhere Attraktivität der Bahn als Arbeitgeber.

Beim Umfang mit den Endgeräten will DB Systel den Mitarbeitern laut Löbig inzwischen möglichst große Freiheit lassen. Dank Virtualisierung sei ein Arbeitsplatz schließlich selbst bei Systemabstürzen in wenigen Minuten wiederhergestellt. Durch diesen Ansatz konnte DB Systel das Team für das Client-Management laut Löbig sogar verkleinern und habe dennoch mehr Zeit für die Beratung der Kunden.

Passende Business-Apps bereitstellen
„Mitarbeiter können ihre Leistung massiv steigern, wenn Anwendungen von jedem Gerät aus jederzeit zugänglich sind“, so Ralf Gegg, Senior Director End User Computing, CEMEA bei VMware.

Die Unternehmen, so Gegg, sollten „Workforce-Grade“-Apps ermitteln, die den Arbeitsalltag jedes Mitarbeiters erleichtern.

WorkspaceOne Intelligence soll es erleichtern, die Geräte- und App-Verwaltung zu automatisieren, historische Daten zu aggregieren und Trends aufzuzeigen. Bild: VMware

Wie solche „mitarbeitertauglichen“ Apps aussehen könnten, erläuterte Noah Wasmer, Senior Vice President of Mobile Products bei VMware, gegenüber LANline. Er betonte, iOS und Android lieferten dank Trennung des OS-Kernels von den Apps eine solide Basis für den sicheren Betrieb der Apps. So eigneten sich smarte Mobilgeräte für den Arzt auf Visite ebenso wie für den Verkaufstresen. Wichtig sei es dabei aber, konsistente Sicherheitsrichtlinien durchsetzen zu können. Über APIs spreche die AirWatch-Software dazu das OS an und agiere dabei als „Trusted Manager“ der Geräte.

„Unternehmen wollen Apps kombinieren, um ihre Workflows und Geschäftsprozesse voranzutreiben“, so VMware-Manager Noah Wasmer. „Das war bislang teuer und kompliziert. Jetzt kann man das durch einen einzigen API-Aufruf erledigen.“ Bild: VMware

Mit WorkspaceOne Intelligence hat VMware auf der letzten VMworld eine ML-gestützte (Machine Learning) Management-Lösung angekündigt, die es erleichtern soll, die Geräte- und App-Verwaltung zu automatisieren, historische Daten zu aggregieren und Trends aufzuzeigen. Für das Security-Monitoring könne VMware alle 30 Millisekunden 700 Datenpunkte zu einem Gerät einholen. Die Echtzeit-Überwachung der Cloud-Lösung skaliert laut Wasmer bis zu hunderttausenden Geräten, etwa zur Kontrolle von Sicherheitsverstößen oder Anomalien. Per API lasse sich bei Fehlern oder Angriffen unmittelbar die Wiederherstellung des Geräts anstoßen. In Teilen sei diese Funktionalität bereits verfügbar, für Aspekte wie ein ML-basiertes Monitoring des Benutzerverhaltens setze man auf Ökosystempartner.

Künftig, so Noah Wasmer, wolle VMware WorkspaceOne Intelligence auch nutzen, um Apps besser auf die Workflows in den Unternehmen abzustimmen: Die Funktionalität Mobile Flows, als Preview letzten August vorgestellt, soll es Entwicklern erlauben, Apps über APIs entlang der Business-Workflows zu verketten. Mobile Flows ist laut Wasmer als Open Source auf GitHub verfügbar und umfasse kaum 500 Zeilen Code.

VMware will WorkspaceOne also zur Plattform für die Entwicklung individueller Micro-Services und Workflow-Apps ausbauen. Bedarf für die programmatische Verknüpfung von Apps zu Workflows sieht Wasmer quer über alle Branchen hinweg, von den Fluglinien bis zum Finanzsektor: „Unternehmen wollen Apps kombinieren, um ihre Workflows und Geschäftsprozesse voranzutreiben“, so der VMware-Manager. „Das war bislang teuer und kompliziert. Jetzt kann man das durch einen einzigen API-Aufruf erledigen.“

Weitere Informationen finden sich unter www.vmware.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.