Gemeinsam mit der Stadt Ingolstadt gehen Audi und die Deutsche Telekom eine 5G-Technik-Partnerschaft ein. Dies gaben die drei Partner bei der Unterzeichnung ihrer Absichtserklärung Anfand Oktober in Ingolstadt bekannt. Ziel sei es, mit der neuen 5G-Technik die Mobilität in der Stadt sicherer, digitaler und nachhaltiger zu machen.

Die Absichtserklärung ist laut den Beteiligten die Basis für den Aufbau einer digitalen Verkehrsinfrastruktur, die den Bürgern langfristig mehr Sicherheit im Straßenverkehr, einen besseren Verkehrsfluss sowie digitale Echtzeit-Services bieten soll. Der Stadtrat der Stadt Ingolstadt hatte bereits im Juli der Kooperation und einer Bewerbung als 5G-Modellregion seine Zustimmung gegeben.

Der künftige 5G-Mobilfunkstandard ermögliche deutlich höhere Bandbreiten und eine Reaktion des Netzes nahezu in Echtzeit, so die Partner. 5G ist damit eine wesentliche technische Grundlage für die Kommunikation zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern, für das automatisierte Fahren sowie für die Anbindung des Internets of Things.

Ein möglicher 5G-Anwendungsfall sind vernetzte Signalanlagen an Verkehrskreuzungen, die mit Autos oder anderen Verkehrsteilnehmern über das 5G-Netz anonymisierte Bewegungsdaten austauschen. Auf diese Weise können Autofahrer oder das Automobil selbst schneller auf unvorhergesehene Bewegungen reagieren. Auch mobile 5G-Endgeräte von Fußgängern oder Radfahrern können in die Echtzeit-Kommunikation zwischen Infrastruktur und Auto integriert werden, was eine möglichst ganzheitliche Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer bewirken soll. Außerdem lässt sich die Parkplatzsuche, die einen wesentlichen Teil von erhöhtem Verkehrsaufkommen in Städten verursacht, durch neue Techniken wie 5G reduzieren. Den Verkehrsteilnehmern erhalten Daten zu freien Parkplätze als Echtzeitinformation zugesandt, damit sie diese zielgenau ansteuern können.

Die Stadt Ingolstadt will den Auf- und Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur der Telekom umfassend unterstützen und fördere damit unter anderem eine anwendungsorientierte Entwicklung im Bereich der Mobilität. Neben Audi sollen auch weitere Industrieunternehmen vor Ort die 5G-Infrastruktur nutzen können. Für eine aktive Information und Einbindung der Bürger ist eine öffentliche Veranstaltung geplant, bei der die drei Partner über Technik, Maßnahmen und konkrete Anwendungsfelder der 5G-Initiative informieren.

„Als Technologiestandort steht Ingolstadt Innovationen offen und aufgeschlossen gegenüber. Gemeinsam mit Unternehmen und Wissenschaft sind wir bereit, vor Ort an Erprobung und Entwicklung von Anwendungsfällen mitzuarbeiten. Denn wenn neue Technologien einen Vorteil versprechen, sollten wir sie auch zum Wohl der Menschen einsetzen. Die Kooperation im Testfeld Ingolstadt ist für uns ein Beitrag zur Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze in unserer Stadt und unterstreicht unsere Bemühungen als Standort digitaler Mobilität. Wie bei allen Innovationen muss aber auch bei 5G die Bevölkerung eingebunden und über Technologie und Vorhaben aktiv informiert werden“, erklärte Dr. Christian Lösel, Oberbürgermeister von Ingolstadt anlässlich der Bekanntgabe.

„Als Technologieführer unterstützt die Telekom die Stadt Ingolstadt und Audi dabei, ihre innovativen Ideen umzusetzen. Wir bringen 5G nicht nur zu den Menschen in Deutschland, sondern auch in die Industrie. Innovation und 5G werden künftig nicht voneinander zu trennen sein. Daher freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit Audi und der Stadt Ingolstadt“, sagt Martin Knauer, Leiter Mobilfunkvertrieb für Geschäftskunden bei der Telekom Deutschland.

„Konsequent vernetzt, das ist unser Ziel auf dem Weg zur Mobilität von morgen. Auf Basis der 5G-Technologie kann Audi als Automobilhersteller dazu beitragen die Mobilität in Städten zu verbessern. Gemeinsam entwickeln wir integrierte Lösungen für die Stadt der Zukunft“, ergänzt Peter Steiner, Geschäftsführer von Audi Electronics Venture.

Weitere Informationen stehen auf www.audi.de zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.