Dell Technologies hat nach 2014 und 2016 die dritte Auflage seiner Studie Global Data Protection Index veröffentlicht. Demnach gab es in deutschen Unternehmen von 2016 bis 2018 ein explosionsartiges Datenwachstum von 921 Prozent – von durchschnittlich 1,15 auf 10,59 PByte. Die Zahl derjenigen, die dezidierte Datensicherheitsmaßnahmen implementiert haben, nahm innerhalb dieser zwei Jahre um das Fünffache zu: 2016 waren es nur elf Prozent, 2018 beachtliche 58 Prozent. Weitere Erkenntnisse der Studie: 89 Prozent der IT-Entscheider hierzulande haben den Wert von Daten mittlerweile erkannt, 45 Prozent monetarisieren diese bereits. Gleichzeitig kämpfen die meisten Befragten jedoch noch damit, ihre Daten adäquat zu schützen. Für den Global Data Protection Index befragten die Marktforscher von Vanson Bourne im Auftrag von Dell Technologies 2.200 IT-Entscheider aus Unternehmen und öffentlicher Verwaltung in 18 Ländern, darunter auch 200 aus Deutschland.

Die schiere Menge an Daten und ihre Bedeutung für den Geschäftsbetrieb sind eine große Herausforderung für die Datensicherung: Mehr als 80 Prozent der Befragten in Deutschland (weltweit: 76 Prozent) verzeichneten innerhalb des vergangenen Jahres einen IT-Ausfall. Besonders alarmierend ist der damit einhergehende unwiederbringliche Datenverlust: 32 Prozent der Unternehmen (weltweit: 27 Prozent) waren infolgedessen nicht in der Lage, ihre Daten mit den vorhandenen Backup-Lösungen wiederherzustellen – dreieinhalb Mal so viele wie noch 2016 (neun Prozent).

Rund drei Viertel der Befragten (78 Prozent) haben Datensicherheitslösungen von mindestens zwei Anbietern im Einsatz. Bei ihnen war die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls um 68 Prozent höher als bei Unternehmen, die sich auf einen Anbieter beschränken. Ungeplante Stillstände von Servern und Speichersystemen (50 Prozent) waren in Unternehmen mit Lösungen von zwei oder mehr Backup-Anbietern die häufigste Art von Störungen, gefolgt von Ransomware-Angriffen (40 Prozent) und Datenverlust (37 Prozent).

Auch wenn ungeplante Stillstände deutlich häufiger auftreten, wird ein Datenverlust doch ungleich kostspieliger. In Deutschland verzeichneten Unternehmen, die mit Stillständen zu kämpfen hatten, in den vergangenen zwölf Monaten eine durchschnittliche Ausfallzeit von 22 Stunden, die im Schnitt auf Kosten von 675.000 Euro geschätzt wurde. Diejenigen, die einen Datenverlust verzeichneten und durchschnittlich über 1,6 Terabyte an Daten verloren, hatten einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von rund einer Million Euro zu verkraften. Hinzu kommen weitreichende, über das rein Finanzielle hinausgehende geschäftliche Auswirkungen – angefangen bei verlorenem Kundenvertrauen und Verlusten beim Markenwert bis hin zu Einbußen bei der Mitarbeiterproduktivität.

Laut der Studie stehen fast alle Unternehmen (97 Prozent) vor enormen Herausforderungen bei der Auswahl einer Data-Protection-Lösung, die ihren Bedürfnissen entspricht. Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen:

  • Die Komplexität der Konfiguration und des Betriebs von Data-Protection-Software und -Hardware sowie die Kostenexplosion für das Speichern und Verwalten von Sicherungskopien aufgrund des schnellen Datenwachstums (55 Prozent),
  • das Einhalten von Vorschriften wie der DSGVO (52 Prozent) und
  • der Mangel an Data-Protection-Lösungen für neue Techniken sowie die Unmöglichkeit, alle Daten im Auge zu behalten und zu schützen, da DevOps und Cloud-Entwicklungsteams wachsen (40 Prozent).

Von denjenigen, die Schwierigkeiten hatten, passende Data-Protection-Lösungen für neue Techniken zu finden, gaben mehr als die Hälfte (51 Prozent) an, keine geeigneten Lösungen für Cloud-native Anwendungen zu finden, gefolgt von Lösungen für die Anwendungsszenarien künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen (45 Prozent) und für Container (38 Prozent). Nur zehn Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie mit ihren aktuellen Data-Protection-Lösungen ihre künftigen Herausforderungen bewältigen können.

Dem aktuellen Global Data Protection Index zufolge hat die Nutzung von Public Clouds in Deutschland von 27 Prozent im Jahr 2016 auf 40 Prozent im Jahr 2018 zugenommen. Ausnahmslos alle befragten Unternehmen, die Public Clouds einsetzen, verwenden diese auch zur Datensicherung. Zu den wichtigsten Anwendungsszenarien gehören:

  • Backup- und Snapshot-Dienste zur Sicherung von Applikationen, die in der Public Cloud mit neuen Anwendungsarchitekturen entwickelt wurden (41 Prozent),
  • Cloud-fähige Versionen lokaler Data-Protection-Lösungen für das Backup von Public-Cloud-Workloads (39 Prozent),
  • Backup von On-Premises-Anwendungen (37 Prozent),
  • Schutz spezieller SaaS-Applikationen (35 Prozent) und
  • Backup- und Snapshot-Dienste zur Sicherung von Workloads, die in der Public Cloud unter Verwendung von Legacy-Anwendungsarchitekturen entwickelt wurden sowie Schutz von Datenbankanwendungen, die in Public Clouds laufen, beispielsweise Cassandra, MySQL, (35 Prozent).

Für 62 Prozent der Befragten spielen Skalierbarkeitsoptionen bei der Evaluation von Data-Protection-Lösungen für Public-Cloud-Umgebungen aufgrund des wachsenden Datenvolumens eine bedeutende Rolle. So ist für 40 Prozent die Auswahl der richtigen Data-Protection-Infrastruktur und der zugehörigen Services entscheidend, um die Datensicherheit umfassend zu gewährleisten. 39 Prozent halten die Skalierbarkeit von Services angesichts wachsender Public Cloud Workloads für wichtig.

Datenschutzvorschriften wie die DSGVO sind relativ neu und die langfristigen Auswirkungen auf die Branche werden sich erst nach und nach zeigen. Doch sie haben sich in Bezug auf Data Protection bereits als Schwerpunkt herauskristallisiert: 52 Prozent der Befragten hierzulande stufen die regulatorische Compliance als eine der drei wichtigsten Herausforderungen bei der Datensicherung ein.

Nur 32 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass ihre aktuelle Datenschutzinfrastruktur und die Prozesse im Unternehmen den hiesigen Vorschriften entsprechen. Diese Einschätzung ist nicht aus der Luft gegriffen – immerhin zehn Prozent der befragten Unternehmen berichteten, dass sie als Folge von Ausfallzeiten oder Datenverlusten in den letzten Monaten Strafen zahlen mussten.

Für den dritten Dell EMC Global Data Protection Index befragte Marktforscher Vanson Bourne 2.200 IT-Entscheider aus Unternehmen der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor mit mehr als 250 Mitarbeitern in elf Branchen und 18 Ländern über ihren Datensicherheits-Reifegrad. Vanson Bourne führte die Umfrage Ende 2018 in den folgen Ländern durch: USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland mit jeweils 200 Befragten sowie in Kanada, Mexiko, Brasilien, Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Italien, der Schweiz, den Niederlanden, Australien, Japan, China, Südkorea, Indien und Singapur mit jeweils 100 Befragten.

Weitere Informationen zum Dell EMC Global Data Protection Index inklusive Infografiken sind verfügbar unter www.dellemc.com/gdpi.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.