Adva packt sein Netzwerk-Betriebssystem (Network Operating System, NOS) für TK-Netze jetzt auch auf Bare-Metal-Switches: Ensemble Activator trennt nach dem SDN-Prinzip (Software-Defined Network) die Hardware von der Software. Dies soll TK-Netzbetreibern (Communication Service Provider, CSP) ein deutlich höheres Maß an Agilität und Freiheit bei der Komponentenwahl eröffnen.

Das NOS unterstützt laut Adva mehrere Netzebenen, zudem biete es offene Management- und Steuerungsschnittstellen für die einfache Integration in herstellerübergreifende Netze. Dank Unterstützung einer Vielzahl von Ethernet- und IP-Protokollen decke man ein breites Spektrum an Underlay- und Overlay-Anwendungen ab, so der Netzausrüster aus Martinsried bei München.

Ende 2018 hatte Adva seine Plattform FSP 150-Z4806 präsentiert, einen Aggregations-Switch mit 100GBit/s-Schnittstellen für Edge-Rechenzentren. „Jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter und bringen die Softwarelösung, die das Herzstück dieses Produkts bildet, auch separat auf den Markt “, so Stephan Rettenberger, Senior Vice President Marketing and Investor Relations bei Adva. Denn Ensemble Activator verwandle Bare-Metal-Switches in leistungsfähige Ethernet-/MPLS-Switch-Router und ermögliche Netzbetreibern damit die NOS-Implementierung auf Standardhardware.

Mit Ensemble Activator kann ein CSP laut Adva sein Netz offen gestalten, bedarfsgerecht ausbauen und dabei die jeweils am besten geeigneten Komponenten nutzen. Denn ein Netzbetreiber könne heute aufgrund des hohen Innovationstempos nicht mehr darauf warten, dass sein bevorzugter Lieferant zeitnah Netzelemente mit höherer Kapazität oder zusätzlichen Leistungsmerkmalen anbietet.

Ensemble Activator ist nach Adva-Bekunden als branchenweit erstes NOS mit Funktionen für den Einsatz in Kommunikationsnetzen ausgestattet. Das Betriebssystem sei nach Spezifikationen der DCSG-Projektgruppe (Disaggregated Cell Site Gateway) des Telecom Infra Projects (TIP) entwickelt. Damit erfülle es die Anforderungen großer Netze mit einer Vielzahl von Endpunkten. Die CE-2.0- und MEF-3.0-konformen Schnittstellen ergänze man um bewährte IP- und MPLS-Protokolle. Carrier-Betriebsprozesse unterstütze die Software durch Telemetrie-Streaming und eine automatisierte Installation per ONIE (Open Network Install Environment).

Adva stellt Ensemble Activator auf dem Mobile World Congress 2019 in Barcelona vor. Weitere Informationen finden sich unter www.advaoptical.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.