Das 2015 gegründete Unternehmen Alarmtab hat mit SmartHomeTab eine Lösung für das Smart Home im Portfolio, das zur Steuerung weder Router noch Gateway oder Internet benötigt. Das System des Herstellers aus Gommern bei Magdeburg basiert nach eigenen Angaben auf dem selbst entwickelten Funkprotokoll Bluetosec und umfasst hauseigene Sensoren und Schalter. Auf diese Weise, so Alarmtab, sei man in der Lage, sämtliche Bereiche der intelligenten Hausautomatisierung zu realisieren, ohne dass dabei Daten das Gebäude verlassen.

Bei Bluetosec handelt es sich um eine technische Weiterentwicklung des weltweiten Industriestandards Bluetooth LE (aktuell in der Version 4.0), den die AMG Sicherheitstechnik, ein Schwesterunternehmen von Alarmtab, so modifiziert habe, dass er im Sicherheits- und Smart-Home-Bereich einsetzbar ist. Für den eigenen Funkstandard habe der Hersteller die Kommunikation zwischen Sendern und Empfängern komplett überarbeitet. Nach dem Pairing, also der Anmeldung und Verifizierung der Geräte, über eine einzigartige MAC-Adresse erfolge der weitere Austausch von Statusmeldungen und Befehlen über einen 16-stelligen spezifischen Code.

Zur Verschlüsselung kommt AES 128 Bit in Verbindung mit einem Secret Key Code zum Einsatz. Daten werden nicht übermittelt, sodass sich Manipulationsmöglichkeiten laut Alarmtab ausschließen lassen. Unbefugten soll es demnach nicht möglich sein, Schadsoftware in das System einzuschleusen oder Replay-Angriffe (Angriff durch Wiedereinspielung) zur Deaktivierung des Systems zu nutzen. Dadurch erfüllt das System laut Herstellerbekunden deutsche Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen.

Bluetosec stellt eine direkte Verbindung zwischen Smartphone oder Tablet und Sensoren sowie Schaltern für Lampen, Rollladensteuerungen und sonstigen Endverbrauchern her. Auf diese Weise lassen sich komplexe Verknüpfungen nach dem IFTTT-Prinzip (If this than that) realisieren, so der Hersteller. So schalten Sensoren im lokalen Funknetzwerk direkt Endgeräte wie Rollladen, Licht, Rasensprenger, Klimaanlage oder Heizung an oder aus.

Auf diese Weise verzichtet der Hersteller auf ein Gateway, Hub oder WLAN-Router, um das Smart-Home-System anzusteuern. Auch eine Übertragung über externe Server finde nicht statt. Eine gesicherte Internetverbindung ist jedoch nötig, wenn der Anwender von unterwegs aus über das Internet oder der Smartphone-App auf sein Netzwerk zugreifen will.

Über das Tablet können Anwender die verschiedenen SmartHomeTab-Komponenten ansteuern. Bild: Alarmtab

Die Reichweite seiner Funktechnik gibt Alarmtab mit bis zu 250 m im Freifeld und bis zu 50 m innerhalb von Gebäuden an. Dadurch, dass alle Geräte aus der SmartHomeTab-Serie nicht nur als Sensor oder Schalter, sondern gleichzeitig auch als Repeater im Netzwerk fungieren, lässt sich laut Herstellerangaben eine beliebige Funkreichweite erreichen. Mit dem neuen Standard Bluetooth 5.0 LE soll sogar eine vierfache Funkreichweite, doppelte Datengeschwindigkeit und 25 Prozent weniger Stromverbrauch realisierbar sein.

Die Steuerung von SmartHomeTab findet über ein aufgerüstetes Tablet mit einem 10,2-Zoll-Touchscreen-Display statt. Neben dem aktuellsten Android-Betriebssystem kommt dort nach Herstellerbekunden ein speziell für das Smart Home entwickelte Software zum Einsatz.

Mit dem Tablet soll der Anwender Schalter, Sensoren und Geräte steuern können. Darüber hinaus zeigt es ihm auch den Standort der Geräte beziehungsweise der Verbraucher in individuellen Gebäudegrundrissen – auch über mehrere Etagen – an (siehe Bild oben). Durch Antippen der Schalter auf dem Touchscreen kann der Nutzer die einzelnen Schalter des Smart-Home-Systems an- und ausschalten.

Zum Basispaket von SmartHomeTab gehören neben dem Tablet-PC zwei Smart-Home-Schaltsteckdosen, ein Fenster-/Türkontakt, ein Bewegungsmelder sowie eine Fernbedienung. Mit ihm sollen Anwender schon erste Alarmszenarien im smarten Zuhause realisieren können.

Elektrische Hausgeräte mit Stecker lassen sich laut Alarmtab über die herstellereigene Steckdose in das System einbinden. Die Anbindung von Lampen, Rollläden, Garagentore, Klimaanlage etc. erfolge über einen optional erhältlichen NC/NO-Schalter (12V). Zusätzliche Sensoren wie Brandmelder, Wasser- oder Gasmelder bietet der Hersteller als mögliche Erweiterung an. Alarmtab betont, dass alle Komponenten seines Smart-Home-Systems am Standort in Gommern entwickelt und produziert werden.

Weitere Informationen finden sich unter www.alarmtab.de.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.