Beim Münchner Schulungsanbieter Edcom ist es eine löbliche Tradition, IBMs Lotus-Hausmesse Lotusphere nach wenigen Tagen um eine Lotusphere-Nachlese zu ergänzen. So bleibt auch das deutsche Publikum, das nicht in Orlando zugegen war, auf dem Laufenden. Ron Sebastian, Executive IT Architect bei IBM, erläuterte in seiner Keynote Aktuelles rund um Lotus Connections und Sametime sowie die neue Customer Experience Suite.An Lotus Connections 3 hob Ron Sebastian die Social-Analytics-Funktionen hervor, also Data-Mining-Tools, die dazu dienen, Details über die Aktivitäten in der Community zu eruieren. Neu seien zudem Sub-Communities, dank derer man innerhalb bestehender Communities neue geschlossene Benutzergruppen bilden kann. Connections präsentiert sich im gleichen Look and Feel wie Lotus Live, bietet aber breiter gefasste Funktionalität. Zum Funktionsumfang zählen zahlreiche Social-Networking-Features, darunter an-spruchsvolle Funktionen wie so genannte „Relationship Threads“. Diese veranschaulichen Beziehungen zwischen Unternehmensmitarbeitern oder Mitgliedern einer Community. Hinzu gesellen sich Vorschläge für Threads, vergleichbar mit Follow-Empfehlungen auf Twitter. Zudem bietet Connections ein intelligentes Empfehlungs-Widget: Dieses gibt Anregungen auf der Basis eines Trackings von allem, was der Benutzer betrachtet oder durchgeführt hat.
Interessant sind auch die Entwicklungen bei Sametime: Diese Lösung packt künftig Videokonferenzen in ein Web-Interface ohne jegliche Software- oder Plug-in-Installation. Die Software unterstütze dabei standardbasiertes NAT sowie Bandbreiten-Management für bessere Bildqualität, so Sebastian. An solchen Meetings könne man dank Sametime Unified Telephony Light auch von mobilen Endgeräten aus teilnehmen. In puncto Infrastruktur soll es dann ausreichen, von einem SIP-Provider einfach Minutenkontingente zu beziehen.
Customer Experience Suite
Die IBM Customer Experience Suite ist, so Softwarearchitekt Sebastian, das erste am Markt erhältliche Ergebnis des Northstar-Projekts: Die Suite biete als integrierte Umgebung ein Portal, ein Web-CMS, Analysefunktionen sowie Unterstützung für mobile Clients und erlaube es, in kürzester Zeit umfangreiche Web-basierte Geschäftsanwendungen zu erstellen. Reizvoll sind die Förderationsmöglichkeiten: So kann man sich laut Sebastian je nach Vorgabe durch den Administrator nicht nur mit dem Unternehmens?, sondern zum Beispiel auch mit dem Facebook-Login anmelden. In endkundenorientierten Szenarien kann es nützlich sein, Benutzern auf diese Weise Zugang zu ihren Web-Applikationen zu geben. Lotus verstehe sich in der Rolle des „Enablers“, so Sebastian: Man konzentriere sich darauf, die Entwicklung von Web-basierten und Social-Applikationen zu erleichtern. Mit dem Social Business Framework bietet IBM deshalb einen Satz von APIs, über die sich Module von Partnerunternehmen integrieren lassen. Inbegriffen sei auch hier eine Click-Tracking-Analyse. Das Social Business Toolkit wiederum biete eine Reihe von Services für die Integration. Connections-Inhalte zum Beispiel ließen sich so per Drag and Drop in Websites einbetten.
Als Folgeerscheinung ähnelten sich die Lösungen, die Sebastian in seinen Demos zeigte, teils erheblich. Aber eben dies sei beabsichtigt, so der IBM-Vordenker: „Es geht genau darum, die Grenzen zwischen den Produkten zu verwischen.“ Denn IBMs Ziel sei es, die Verschmelzung von Business-Anwendungen und Social Networking voranzutreiben. Und dazu sei eben ein gemeinsamer Satz von Funktionen nötig, damit zum Beispiel Applikationen Inhalte in die Activity-Streams der Benutzer einspielen können. Den Fluchtpunkt dieser Entwicklungsarbeit nannte Sebastian „Embedded Experience”: eine Arbeitsumgebung, die so stark um Social-Funktionalität erweitert ist, dass der Benutzer nicht mehr zwischen Anwendungen wechseln muss, sondern alles Wichtige stets im Blick und per Mausklick im Zugriff hat.
Vorträge rund um den Business-Nutzen, die Administration und die Programmierung der Lotus-Lösungen rundeten die zweitägige Veranstaltung ab. Zum Beispiel präsentierte Otto Förg, Collaboration Solutions Architect bei Edcom, Details zu Connections 3.0. Er beleuchtete den Mobilzugriff auf Lotus Live ebenso wie die neue Applikation „Foren”, die Diskussionen auch ohne Einbettung in eine Community erlaubt. Das neu angekündigte Lotus Live Symphony wiederum biete künftig simultanes Editieren (Social Co-Editing) von Texten, Spreadsheets und Präsentationen – wie bei Googles „Wave“-Ansatz ganz ohne Speichern-Button: Die aktuellste Version liegt dann immer in der Cloud.

„Es geht genau darum, die Grenzen zwischen den Produkten zu verwischen“, so Ron Sebastian, Executive IT Architect bei IBM, über

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