Moderne Arbeitsplatzkonzepte erfordern moderne Technologien, die es Mitarbeitern ermöglichen, jederzeit von überall aus zu arbeiten. Eine Möglichkeit, um verschiedene Dienste mit geringem Aufwand auf verschiedenen Endgeräten bereitzustellen, ist die Cloud. Aus diesem Grund beschäftigen sich Unternehmen mit Unified Communications (UC) aus der Cloud beziehungsweise Unified Communications as a Service (UCaaS), um ihren Mitarbeitern auf diese Weise den Zugriff auf Kommunikation und Kollaboration im Unternehmen von überall aus zu ermöglichen.

Ein Anbieter, dessen UCaaS-Plattform Telefonie, Videokonferenzen, Instant Messaging und das Teilen von verschiedenen Dateien umfasst, ist Fuze. Das 2006 unter dem Namen Thinking Phones in Boston gegründete Unternehmen hat von Anfang an auf Cloud-Telefonie gesetzt und sein Portfolio nach eigenen Angaben durch Weiterentwicklungen und Zukäufe immer weiter in Richtung UC aus der Cloud erweitert. 2016 hat sich das Unternehmen in Fuze umbenannt und ist seitdem auch in Deutschland aktiv.

„Wir heben uns von anderen Anbietern ab, weil wir eine Carrier-Struktur haben und die Telefonnummern ins Netz integrieren können“, erklärte Robert Lunck, Regional Vice President Germany von Fuze, im Gespräch mit LANline. In insgesamt 37 Ländern verfügt Fuze nach eigenen Angaben über eine eigene Carrier-Lizenz, in weiteren 64 Ländern bestehen Verträge mit dortigen Carriern. Außerdem betreibt der UCaaS-Anbieter weltweit 18 Rechenzentren. Die Cloud-Dienste in Deutschland laufen laut Lunck in einem Rechenzentrum in Frankfurt, um DSGVO-Anforderungen zu erfüllen.

Eine Nummer für alle Geräte

Als Carrier ist Fuze nach eigenen Angaben in der Lage, Telefonnummern zu vergeben, zu verwalten und umzuziehen, sodass VoIP und Telefonie über Festnetz und Mobilfunknetz verschmelzen. Auch bietet der UCaaS-Anbieter „Single Number Reach“. Das heißt, dass der Anwender festlegt, mit welchem Endgerät er ein Telefonat entgegennehmen will. Außerdem könne er definieren, in welcher Reihenfolge seine Geräte bei einem Anruf klingeln sollen, beispielsweise erst das Festnetztelefon und bei Nichtabnahme das Mobiltelefon. Ebenso sei es möglich, Anrufe auf dem Festnetz mit dem Tablet, PC oder Laptop anzunehmen. Ein SIP-Telefon, das Fuze über die MAC-Adresse einbindet, sei nicht unbedingt erforderlich.

Wechselt ein Unternehmen mit seinen Telefonnummern zu Fuze, ist der UCaaS-Anbieter nach eigener Aussage in der Lage, die alten Nummern auf eigene, interne Nummern, die den jeweiligen Anwendern zugeordnet sind, zu mappen. So sei die Firma auch dann noch erreichbar, wenn der alte Provider länger braucht, um die bisherigen Nummern zum Umzug freizugeben.

Ein weiterer Vorteil der Carrier-Lizenz sei, dass Unternehmen für alle Mitarbeiter weltweit nur eine Rechnung für Telefonie, Videokonferenzen und Messaging erhalten. Fuze rechnet pro Nutzer eine Lizenz ab, „es gibt aber keine Limitierung bei der Anzahl der Geräte, die ein Anwender nutzt“, erläuterte Lunck. Die verschiedenen Lizenzmodelle umfassen laut Hersteller entweder Telefonie oder Collaboration (Chat und Video) oder beides (Fat Client). Während das Collaboration-Paket eine Flatrate beinhalte, könne ein Unternehmen, das eine Telefonielizenz wählt, zwischen minutengenauer Abrechnung und Flatrates für Deutschland, für Europa oder für die Welt wählen. „Es lassen sich auch User-spezifische Tarife festlegen, oder mehrere Nummern, auch aus dem Ausland, einem Anwender zuordnen“, berichtete Lunck. Dazu müsse das Unternehmen jedoch über eine Anschrift im besagten Land verfügen.

Grenzen sollen verschwinden

Besonderen Wert legt der UCaaS-Anbieter darauf, dass alle Komponenten der Lösung nahtlos ineinander greifen, sodass es keine Grenzen zwischen Tisch- und Mobiltelefonen gibt. So könne ein Anwender ein Telefonat auf seinem Festnetztelefon beginnen und bei Bedarf problemlos auf dem Mobiltelefon weiterführen – und umgekehrt. Über offene APIs bindet die Plattform laut Hersteller außerdem verschiedene Softwarelösungen ein. So integriert Fuze nach eigenen Angaben CRM-Anwendungen wie SalesForce, aber auch Microsofts Outlook, etwa um ein schnelles Aufsetzen von Einladungen zu Video- und Telefonkonferenzen zu ermöglichen.

Die Nutzung der UCaaS-Lösung stellt Fuze über eine App für Android und iOS sowie über Clients für Windows und macOS zur Verfügung. Auch sollen die meisten SIP-Telefone mit der Kommunikationsplattform kompatibel sein. Anwender können laut Hersteller über die App beziehungsweise über den Client telefonieren, Videokonferenzen durchführen, Dateien teilen oder chatten. Laptops oder Tablets ohne SIM-Karte wertet der UCaaS-Anbieter durch seine Lösung nach eigenem Bekunden zu einem Softphone auf: Die Geräte verbinden sich über das Internet mit dem Fuze-Rechenzentrum, das den gewünschten Anruf tätigt. Dort leite man auch via Single Number Reach alle eingehenden Anrufe auf den Laptop des Nutzers weiter, so Fuze. Umgekehrt ermögliche es dieses Vorgehen, dass Anwender Anrufe von privaten Endgeräten tätigen können, ohne dass die private Nummer nach außen gezeigt wird.

Synchronisierung zwischen den Geräten

Eine Synchronisierung zwischen allen mit dem Account verknüpften Geräten ermögliche es zudem, dass etwa in einem Chat geteilte Links sich über die App auf jedem dieser Geräte abrufen lassen. Weiter synchronisiere sich die App mit den geschäftsrelevanten Adressbüchern des Anwenders, etwa Exchange. Auf diese Weise müsse dieser nur ein Adressbuch pflegen, um seine Kontakte synchron auf seinen Endgeräten zu haben. Ein Zugriff auf Adressbücher, die sich beispielsweise lokal auf dem Smartphone befinden, ist laut Fuze nicht erforderlich, sodass der Anbieter – im Gegensatz zu anderen Diensten, die auf lokale Daten zugreifen – DSGVO-konform ist. Auf Wunsch sollen sich aber lokale Adressbücher importieren lassen.

Ebenso sei die App in der Lage, verschiedene Kalender einzubinden, etwa tagsüber Exchange mit beruflichen Terminen und den privaten Google-Kalender für Termine am Morgen oder am Abend. Auch vordefinierte Aktionen sollen sich in der App vornehmen lassen, beispielsweise die automatische Rufumleitung eines Anrufs oder das Stummschalten des Smartphones während eines Termins.

An Videokonferenzen lässt sich einerseits über die App oder aber über einen gängigen Browser teilnehmen. Wohnt der Anwender einer Videokonferenz über den Browser bei, benötige er dank WebRTC weder einen installierten Client noch Plug-ins, so Lunck. Weiter sei die Lösung mit Hardware von Drittherstellern wie Logitech, Yealink oder Polycom kompatibel.

Auch die Teilnahme mit einem anderen Videokonferenzsystem sei möglich. Dazu wählt sich der Anwender laut Lunck mit seiner Lösung in die Konferenz ein, Fuze konvertiert anschließend im Rechenzentrum die Video-Streams für das herstellereigene System und umgekehrt. Mitarbeiter, die nur per Telefon erreichbar sind, können sich per Dial-in einwählen. Alternativ kann ein Moderator sie hinzufügen, indem er die Telefonnummer eingibt und die Plattform den anruft.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.