Airwatch, einer der EMM-Marktführer (Enterprise-Mobility-Management) und seit Jahresanfang VMware-Tochter, hat eine Partnerschaft mit dem Filesharing-Spezialisten Box angekündigt. Ziel der Partnerschaft ist die Einbindung der Box-App in die Verwaltungsumgebung von Airwatch. Doch dank des verwendeten Frameworks will Airwatch künftig die Einbindung von Apps generell vereinfachen.

Auf den ersten Blick sei die angekündigte Partnerschaft zwischen Airwatch und Box nur eine einfache Produktintegration, kommentierte Blake Brannon, Sales Engineer bei Airwatch, kürzlich auf dem VMware-Blog. Das für die Integration verwendete Framework sei allerdings eine Branchenneuheit. Es werde die Zusammenarbeit von Softwarehäusern mit EMM-Anbietern künftig deutlich vereinfachen.

 

MAM- (Mobile-Application-Management) und die umfassenderen EMM-Lösungen bieten speziell geschützte Betriebsumgebungen (Container) für Apps, um den Unternehmen den sicheren Betrieb der Apps, einen mit Micro-VPNs verschlüsselten Fernzugriff sowie DLP-Werkzeuge (Data Leakage Prevention) an die Hand zu geben. Bislang beruhten Integrationen von Apps in MAM- oder EMM-Lösungen stets auf herstellerspezifischen SDKs (Software Development Kits). Dies hatte zur Folge, dass eine Softwareschmiede für jede Management-Umgebung eine eigene Variante seiner App bereitstellen musste (siehe Bild) – ein aufwendiger Prozess, der eine verwirrende Inflation der App-Varianten hervorrief.

 

Mit einem neuen standardbasierten Ansatz will Airwatch deshalb nun den Softwareanbietern den Integrationsvorgang erleichtern und zugleich die Bedienung für die EMM-Administratoren vereinfachen. Dazu, so Airwatch-Mann Brennon, nutze man ein Framework für die Übermittlung der Konfigurationseinstellungen, um Parameter wie zum Beispiel Benutzerinformationen, SSO-Konfigurationen (Single Sign-on), Sicherheitskontrollmechanismen etc. für das zentrale Policy-Management der EMM-Lösung zu nutzen.

 

Die Einbindung von Dritthersteller-Apps in das zentrale Mobilily-Management ist für Unternehmen ein wichtiger Schritt, um bei der Nutzung der Consumer-orientierten Endgeräte die Sicherheit der geschäftlich verwendeten Apps zu gewährleisten. Denn früher, führt Brannon aus, reichte – etwa am PC oder Notebook – meist ein einfaches SSO, um für die sichere Nutzung der Unternehmensapplikationen zu sorgen. Die heutigen Nutzer von Smartphones und Tablets arbeiten hingegen mit individuellen Apps, die Daten lokal auf dem Gerät ablegen und schon allein deshalb zentral gesichert werden müssen – in der Regel eben durch App Wrapping oder SDKs.

 

Der Wegfall EMM-Anbieter-spezifischer SDKs, so Brennon, werde deshalb die zentrale Verwaltung und Absicherung von Apps auf Smart Devices erleichtern und damit skalierbarere App-Ökosysteme ermöglichen.

 

Der Blog-Beitrag zur Kooperation zwischen VMware/Airwatch und Box findet sich unter

blogs.vmware.com/euc/2014/07/vmware-box-partner-bring-new-framework.html.

 

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