Mit Flowster Studio 4.8 lassen sich zahlreiche Aufgaben des Server-Managements und der Benutzerverwaltung automatisieren. Der grafische Workflow-Designer bietet hierfür mehr als 2.000 Funktionsmodule. Auch für VMware-, Hyper-V- und Citrix-Umgebungen stellt die Software eine ganze Reihe Vorlagen bereit.

Für den effizienten Betrieb von IT-Umgebungen spielt die Automatisierung regelmäßig wiederkehrender Arbeiten eine immer wichtigere Rolle. Denn in vielen Unternehmen stehen IT-Abteilungen vor der Herausforderung, eine stetig wachsende Aufgabenmenge mit einer gleichbleibenden oder sogar sinkenden Mitarbeiteranzahl bewältigen zu müssen. Das deutsche Softwareunternehmen Flowster bietet mit Flowster Studio eine Plattform für die Workflow-Automatisierung an, mit der sich viele der im täglichen IT-Betrieb anfallenden Aufgaben schneller und zuverlässiger erledigen lassen.

Die Software stellt vorgefertigte Workflow-Module für mehr als 2.000 Aktivitäten bereit. Zu den klassischen Einsatzgebieten von Flowster zählen das Server-Management und die Benutzerverwaltung. Mit dem Workflow-Designer und den darin enthaltenen Aktivitäten- und Snippet-Vorlagen lassen sich individuell angepasste Arbeitsabläufe schnell erstellen. Administratoren können zum Beispiel neue virtuelle Systeme per Workflow-Steuerung automatisiert bereitstellen, konfigurieren und aktualisieren. Die Software umfasst Vorlagen für ein Deployment von Virtual Machines (VM) mit VMware vCenter, Microsoft Hyper-V und Citrix Hypervisor. Es gibt auch vorgefertigte Workflows, um Server mit gegenseitigen Abhängigkeiten in einer bestimmten Reihenfolge herunterzufahren.

Flowster Studio besteht aus mehreren Komponenten, die sich auf verschiedene Server verteilen lassen.

Wiederanlaufszenarien lassen sich mit Flowster ebenfalls abbilden. Weitere Einsatzgebiete sind die Verwaltung von Services und die Automatisierung des Storage-Managements.

Die Benutzerverwaltung kann Flowster unter anderem mit automatisierten Workflows für das On- und Offboarding von Mitarbeitern unterstützen. Dabei werden zum Beispiel im Active Directory die zur jeweiligen Rolle gehörenden Berechtigungen zugewiesen oder entfernt. Über das Web-Portal von Flowster können Benutzer die ihnen zugeordneten Prozesse selbst ausführen und zum Beispiel ein Passwort zurücksetzen. Auch lässt sich einrichten, dass der für einen Anwendungs-Server zuständige Mitarbeiter seine Systeme über das Portal selbst aktualisieren darf. Die Kontrolle über die Workflows bleibt bei der IT-Abteilung.

Flowster lässt sich auch für das Change- und Incident-Management einsetzen: Die Software kann auf Alarmmeldungen eines Monitoring-Systems reagieren und zum Beispiel beim Volllaufen von Festplatten automatisch einen Workflow starten, um den Speicherplatz zu vergrößern.

Mithilfe der integrierten Delegationsmechanismen ist Flowster in der Lage, Skripte aus verschiedenen Quellen in übergreifende Workflow-Prozesse einzubinden. Durch diese Orchestrierung lassen sich bislang getrennte Bereiche miteinander verbinden. Die grafische Darstellung der Workflows liefert zudem eine gute Grundlage für die Dokumentation der Betriebsprozesse.

Die Software lässt sich zudem gemeinsam mit ITSM-Lösungen (IT-Service-Management) einsetzen, um IT-Prozesse per Workflow-Automatisierung zu verwalten. Ein Beispiel ist die Bereitstellung eines neuen Arbeitsplatzes: Die benötigte Hard- und Software wird in Abhängigkeit von der Rolle des jeweiligen Mitarbeiters installiert und konfiguriert. Mit USU unterhält Flowster eine Partnerschaft, um derartige Kombilösungen zu ermöglichen.

Installationsvarianten

Flowsters IT-Automatisierungslösung setzt sich aus mehreren Softwarekomponenten zusammen. In kleinen Unternehmen und für Testzwecke kann man alle Tools und die erforderliche MS-SQL-Datenbank auf einem einzigen System installieren. Für größere Umgebungen empfiehlt es sich, die Komponenten auf mehrere Server zu verteilen. Durch Hinzufügen weiterer Systeme lässt sich die Lösung gut skalieren und ausfallsicher gestalten.

Flowster Designer kann selbst komplexere Workflows grafisch übersichtlich darstellen.

Sie besteht aus mehreren Bausteinen: Die Flowster Engine ist für die Verwaltung der Workflow-Prozesse zuständig. Die Administratorkomponente dient als Verwaltungsoberfläche und enthält auch das Designer-Tool für die Workflow-Erstellung. Der Execution Agent ist die Laufzeitumgebung für Windows- oder Linux-Systeme. Das Web-Portal stellt eine grafische Oberfläche für die Bedienung der Workflows bereit. Bei den Webapps schließlich handelt es sich um eine Sammlung von Flowster-Apps, beispielsweise für das File-Service-Management.

Für den LANline-Test installierten wir Flowster Studio auf einem virtuellen Windows 2016 Server, der über vier CPUs und 8 GByte RAM verfügte. Als Datenbank kam ein MS SQL Server 2016 zum Einsatz. Die Lösung benötigt zudem einen Internet Information Server (IIS) für die Portaldienste sowie das Web-Framework ASP.NET MVC 4 (Model View Controller) für die Entwicklung von Web-Anwendungen.

Nachdem wir diese Tools installiert hatten, starteten wir das Flowster-Setup. Im Assistenten sind verschiedene Angaben zu machen. Unter anderem ist ein Benutzerkonto für die Kommunikation mit der Datenbank erforderlich.

Mit der Enterprise-Version lassen sich mehrere Mandanten anlegen, die jeweils eine eigene Datenbankinstanz erhalten. Bei vielen Setup-Schritten kann man die Default-Werte übernehmen. Die Client-Settings für die REST-API steuern zum Beispiel, wie sich Workflows zwischen Mandanten übertragen lassen.

Hohe Ausfallsicherheit und eine dynamische Lastverteilung lassen sich erreichen, indem der Administrator mehrere Flowster Engines und Execution Agents, die auf unterschiedlichen Systemen laufen, zu einer Gruppe zusammenfasst. Über die Portaleinstellungen lässt sich auch das Web-Portal ausfallsicher konfigurieren. Für eine domänenübergreifende Authentifizierung steht ein formularbasierter Mechanismus zur Verfügung. Um im Portal Dateien importieren und verarbeiten zu können, ist eine Netzwerkfreigabe zu konfigurieren.

Das Workflow-Tool integriert sich auch in Orchestrierungslösungen wie Microsoft System Center.

Das Flowster-Setup war nach etwa zehn Minuten abgeschlossen. Es legte auf dem Desktop Startsymbole für die Flowster-Tools Administrator, Portal und Webapps an. Die 30-Tage-Testversion von Flowster bietet den vollen Funktionsumfang, ist allerdings auf einen Mandanten und 20 Workflows begrenzt.

Grafischer Workflow-Designer

Für die Erstellung neuer Workflows ist das Administrator-Tool das wichtigste Werkzeug. Sobald der Anwender per Menüleiste einen neuen Workflow hinzufügt, startet automatisch der Flowster Studio Designer in einem neuen Fenster. Mit dem Designer lassen sich Workflows grafisch per Drag and Drop gestalten. Bereits vorhandene Workflows öffnet der Anwender, indem er den gewünschten Eintrag markiert und auf das Check-out-Symbol klickt.

Designer stellt in der linken Fensterhälfte unter den Reitern Activities und Snippets zahlreiche vorgefertigte Workflow-Module zur Verfügung. Damit lassen sich automatisierte Workflows erstellen, zum Beispiel um VMs per Template bereitzustellen oder VM-Snapshots zu erstellen. Unter „Activities“ finden sich zahlreiche weitere Vorlagen für das Server- und Benutzer-Management. Für das Active Directory von Microsoft stehen etliche Module zur Verfügung, zum Beispiel um neue Benutzer zu erstellen, zu Gruppen hinzuzufügen oder Passwörter zu ändern. Die Software unterstützt auch das eDirectory von Novell Netware.

Workflows für das Datenbank-Management

Das Datenbank-Management lässt sich unter anderem mit Workflows für Backup und Restore sowie für die Benutzerverwaltung automatisieren. Es gibt Vorlagen für MS SQL, IBM DB2, Oracle, PostgreSQL und MySQL. Flowster bietet unter „Activities“ auch zahlreiche PowerShell-Befehle inklusive PowerShell Remote, die sich für eine Automatisierung nutzen lassen. Für Linux-Server stellt Flowster unter anderem Activities für die SSH-Kommunikation zur Verfügung.

Die vorgefertigten Snippets helfen dabei, Workflows zum Beispiel für das Anlegen neuer VMs schnell einzurichten.

Erstellt man einen Workflow als sogenanntes „Snippet“, verhält er sich wie eine Funktion, die für andere Workflows nutzbar ist. Ändert man ein Snippet zu einem späteren Zeitpunkt, wirkt sich diese Anpassung automatisch auf alle Workflows aus, die das Snippet verwenden. Vorgefertigte Snippets stehen für die genannten Virtualisierungsplattformen, Active Directory, MS SQL sowie für Azure zur Verfügung. Damit lassen sich Azure-Web-VMs und Websites automatisiert bereitstellen, verwalten und sichern.

Für einen ersten Einstieg enthält Flowster kleine Tutorials, um zum Beispiel einen If-then-else-Workflow zu erstellen. Mit Vorlagen wie Powershell_GetProcess oder HyperV_CreateVMfromTemplate_PowerOn lässt sich die Konfiguration der Flowster-Workflows relativ einfach erlernen. Im Internet gibt es zudem ein ausführliches Wiki: flowster-solutions.atlassian.net/wiki/discover/all-updates.

Workflows per Drag and Drop erstellen

Die grafische Bearbeitung von Workflows erfolgt im zentralen Hauptfenster des Flowster Designers. Snippets lassen sich per Doppelklick öffnen und erscheinen im Hauptfenster als grafisches Workflow-Gerüst. Die Activities zieht der Administrator per Drag and Drop in einen bereits im Hauptfenster geöffneten Workflow. Sobald er einen Workflow-Teilschritt markiert hat, zeigt Designer im rechten Fensterabschnitt die benötigten Konfigurationsparameter an. Die Namen der Activities kann der Administrator anpassen. Per Rechtsklick lassen sich zudem Notizen anhängen, zum Beispiel bei einem PowerShell-Skript die Beschreibung der ausgeführten Funktionen.

Ist ein Workflow fertiggestellt, legt ihn der Anwender per Check-in in der Datenbank an. Damit der Workflow auch im Portal nutzbar ist, muss man ihn explizit freischalten. Im Portal sieht jeder Benutzer nur die Workflows, für die er berechtigt ist: Flowster enthält eine granulare Rechtestruktur mit verschiedenen Administrator- und Workflow-Berechtigungen, damit zum Bespiel Abteilungen nur ihre eigenen Workflows zu sehen bekommen. Über den Scheduler des Portals lassen sich die Abläufe auch automatisiert ausführen.

Für den LANline-Test verwendeten wir das Hyper-V-Snippet CreateVMfromTemplate, um mithilfe eines Flowster-Workflows neue VMs automatisiert bereitzustellen. Zunächst erstellten wir auf dem Hyper-V-Server mit einer neu installierten WS2016-VM ein Template. Dann öffneten wir im Flowster Designer das Snippet und konfigurierten die für die einzelnen Workflow-Schritte benötigten Parameter. Dazu markiert der Administrator im Hauptfenster die jeweilige Aufgabe. In der rechten Fensterhälfte zeigt Designer für jeden Parameter eine Eingabemaske an, die zu befüllen ist. Für die Verbindung zum Hyper-V-Server sind hier der Hostname, Benutzer und Passwort einzugeben. Zunächst schlug die Verbindung mit dem Hyper-V-Server fehl. Als wir uns die einzelnen Felder genauer anschauten, erkannten wir, dass rechts unten im Beschreibungsfeld ein Beispiel für den Hostnamen angegeben war: Er ist im Format \\10.10.10.10\root\virtualization\v2 einzugeben, wobei anstelle der IP-Adresse der Server-Name Verwendung finden darf.

Das Web-Portal stellt einen Scheduler für die automatische Ausführung von Workflows bereit.

Im Workflow-Schritt CreateVMfromTemplate muss der Administrator den Namen des Source-Templates, den Namen für die neu zu erstellende VM und die VM-Generation angeben. Nachdem wir die Konfiguration durchgeführt hatten, speicherten wir den Workflow und führten ihn anschließend aus. Der Workflow erstellte erwartungsgemäß auf dem Hyper-V-Server eine neue VM und startete sie auch gleich.

Die Lizenkosten für Flowster hängen von der Anzahl der maximal unterstützten Instanzen sowie von Funktionen wie der Mandantenfähigkeit ab. Die Professional-Lizenz kostet mit einem Jahr Premium-Support gut 50.000 Euro. Die multi-mandantenfähige Enterprise-Lizenz schlägt mit etwa 140.000 Euro zu Buche. Als Alternative zu den genannten Einmalpreisen bietet Flowster die Software auch im Mietmodell an.

Fazit

Flowster Studio stellt eine Workflow-Plattform für die IT-Automatisierung bereit, die sich für viele Aufgaben des Server-Managements und der Benutzerverwaltung eignet. Das grafische Designer-Tool und die zahlreichen Activities und Snippets vereinfachen die Erstellung von Workflows deutlich. Um die Arbeitsabläufe selbst erstellen zu können, muss man sich etwas intensiver mit der Lösung beschäftigen; die Tutorials und Snippets bieten aber eine gute Hilfestellung für die ersten Schritte. Mit dem Web-Portal und der fein abgestuften Berechtigungsstruktur lassen sich Workflows zum Beispiel auf Abteilungsebene auch als Self-Service bereitstellen. Durch die Mandantenfähigkeit ist Flowster Studio auch für Service-Provider interessant.

 

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