Der Datensicherungsanbieter Arcserve hat mit UDP 7.0 (Unified Data Protection) eine neue Version seiner Datensicherungsplattform vorgestellt. Im Vergleich zu seinem Vorgänger 6.5 legt die aktualisierte Version den Fokus auf zwei Neuerungen: die Absicherung von Microsoft Office 365 sowie die Unterstützung von Nutanixs Hypervisor AHV.

Des Weiteren soll UDP 7.0 Unternehmen dabei helfen, auf die derzeitigen Herausforderungen bezüglich Backup und Disaster Recovery reagieren zu können. Diese hat Arcserve in einer unabhängigen Umfrage unter 759 IT-Entscheidern in den USA, Großbritannien und Deutschland zu benennen versucht. Demnach sind 74 Prozent der Befragten nicht völlig davon überzeugt, ihre unternehmenskritischen Daten im Ernstfall wiederherstellen zu können. Zudem haben viele unterschiedliche Workloads an zu sichernden Daten und Informationen implementiert, die jeweils ihre eigenen Grade an Verfügbarkeit erfordern. Dies führt nach Meinung des Herstellers dazu, dass viele Unternehmen mehrere Backup-Lösungen parallel betreiben, was wiederrum die Komplexität ihrer IT-Umgebung erhöht. So gaben 56 Prozent der Studienteilnehmer an, dass sie zwei oder mehr Backup-Lösungen im Betrieb haben.

„Mit UDP 7.0 wollen wir eine einzige Lösung bieten, die die bestehenden Backup-Lösungen durch eine, über eine einzelne GUI verwaltete Plattform ersetzt“, erklärte Rüdiger Frank, Partner Account Manager und Distribution Manager Germany bei Arcserve, im Gespräch mit LANline. Die neue Version der Plattform verfügt laut Hersteller über verschiedene, Image-basierte und umfassende Sicherheitstechniken. Dies umfasse die Sicherung und Wiederherstellung von Informationen und Daten sowie die Unterstützung von hyperkonvergenten und SaaS-basierten Anwendungen und Microsoft Office 365. UDP 7.0 reduziert laut Hersteller die Ziele für Wiederherstellungszeiten (Recovery Time Objectives, RTOs) und für Wiederherstellungspunkte (Recovery Points Objectives, RPOs) auf Minuten oder gar Sekunden.

Vor allem Office 365 hat sich mittlerweile in vielen Unternehmen etabliert. Jedoch nutzen die meisten von ihnen kein Backup für den Microsoft-Cloud-Dienst, wie Rüdiger Frank betonte: „Die meisten Unternehmen vertrauen auf die Backup-Versprechungen von Microsoft, die aber nicht den Anforderungen an ein richtiges Backup entsprechen.“ So bewahre Microsoft gelöschte Daten lediglich 90 Tage im Papierkorb auf, ehe diese endgültig gelöscht werden. Jedes Element, das man aus dem Papierkorb löscht, wird nach 90 Tagen aus Office 365 entfernt. Gelöschte Postfächer lassen sich außerdem nur innerhalb von 30 Tagen in Office 365 wiederherstellen. Ein weiteres Problem ist laut Rüdiger Frank, dass Nutzer und Administratoren E-Mails modifizieren können, inklusive die Löschung von Anhängen, ohne dass es die Möglichkeit einer Wiederherstellung gibt. Laut dem Arcserve-Mann ist dies auch aus datenschutzrechtlichen Gründen problematisch. Auch unterstütze Microsoft nicht die Möglichkeit von Offsite-Backups oder eine Point in Time Recovery.

Mit UDP 7.0 for Office 365 unterstützt Arcserve unter anderem eine Datensicherung für Exchange Online. Bild: Arcserve

Mit UDP 7.0 for Office 365 unterstützt Arcserve nach eigenen Angaben außerdem die drei wichtigsten Microsoft-Services Exchange Online, SharePoint Online und OneDrive for Business mit einem Backup und der Möglichkeit einer granularen Datenwiederherstellung. Dank Deduplikation und Kompression von Daten sowie einer AES-Verschlüsselung soll die Lösung nach Bekunden des Herstellers die Migration von Exchange auf Microsoft Office 365 ermöglichen. Zudem biete sie ein Offsite-Backup und die Point in Time Recovery von Office 365 sowie weitere Datensicherungsfunktionen an, die der Microsoft-Dienst nicht standardmäßig bietet.

Die Lizenzierung erfolgt entweder per Appliance für eine unbegrenzte Zahl an Nutzern oder pro User in verschiedenen Paketvarianten für ein oder drei Jahre. Auch bietet Arcserve die Buchung über den benötigten Speicherplatz an. Bei dieser Option bestehe keine Begrenzung der Nutzer, sondern lediglich die Möglichkeit, bestimmte Kapazitäten an TBytes zu buchen.

Des Weiteren unterstützt Arcserve mit der Version 7.0 nun ebenfalls eine umfassende, agentenlose Sicherung von Workloads auf Nutanix AHV (siehe Bild oben). Auf diese Weise lasse sich der Hypervisor als eine Disaster-Recovery-Plattform einsetzen. Anwender profitieren davon, dass sich die Sicherung dabei durch die einheitliche und Web-basierte Management-Konsole von UDP durchführen lässt, ohne dass neue oder zusätzliche Nutzerschnittstellen nötig sind, so der Hersteller weiter.

Die Unterstützung für Nutanix AHV ist in der Premium-Version von UDP enthalten. Ohne UDP-Appliance basiert die Lizenzierung laut Arcserve entweder auf der Anzahl der CPUs auf einem NX-Knoten oder pro TByte an benötigter Speicherkapazität. Eine Limitierung der VMs gebe es dabei nicht.

Weitere Neuerungen in der neuen Version sind laut Hersteller außerdem:

  • Hyper-V-Hardware-Snapshots für Dell EMC Unity,
  • SQL-Server-FCI (Failover Cluster Instance) mit freigegebenen Clustervolumes (CSV) sowie
  • die Unterstützung für Microsoft Windwos Server 2019, Exchange 2019 und VMware vSphere 6.7 Update 1.

Weitere Informationen finden sich unter www.arcserve.com.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.