In den USA geht die Rezessionsangst um. Inzwischen fürchten viele Industrieländer, dass eine US-Rezession einen weltweiten Abwärtstrend auslösen könnte. Forrester Research hat deshalb eine Reihe von Tipps ausgearbeitet, wie sich die CIOs auf einen solchen Fall am besten vorbereiten können.

„Wir wollen keine Rezession herbeireden, aber es ist angebracht, dass sich die CIOs auf einen solchen Fall einstellen.“ Lautet die vorsorgliche Empfehlung der beiden Forrester-Analysten Andrew Bartels und Alex Cullen, in der sie den CIOs eine Reihe an Tipps geben, wie sie sich am besten auf ein solches Szenario vorbereiten können.

Im Wesentlichen sehen sie drei Bereiche, die die IT-Leiter angehen müssen:

– Kosten reduzieren, ohne sich dabei kaputt zu sparen;

– enge Zusammenarbeit mit dem Finanzchef (CFO) und

– sich bereits jetzt wieder auf einen Aufschwung vorzubereiten, der erfahrungsgemäß immer danach einsetzt.

„Das Wichtigste ist jetzt das Verhältnis zum Finanzchef des Unternehmens, alles muss Hand-in-Hand mit ihm gehen“, lautet Bartels eindringlicher Appell. Dabei sollten die CIOs eine Liste vorbereiten in der sie Projekte identifizieren, die sich verschieben lassen, die gekürzt werden können oder ganz gestrichen werden können.

Eine der Voraussetzungen dafür sei jedoch, dass der IT-Bereich als Ganzes problemlos laufe. „In diesen Zeiten kommt es sehr auf das Vertrauen in den IT-Chef an, ein insgesamt zufriedenstellender Systembetrieb erleichtert dem Topmanagement die Zustimmung zu den Plänen des CIO“, sagt Cullen.

Auch zu den beliebten Rezessionsmaßnahmen, wie Outsourcing oder das Einstellen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F&E) nahmen beide Analysten Stellung. „Outsourcing im großen Stil ist eine strategische Entscheidung, die viel Vorlaufzeit und eine sorgfältige Implementation erfordert. Da gibt es kurzfristig kaum eine finanzielle Entlastung“, meint Cullen. Und bezüglich der F&E-Projekte fügt er hinzu: „Es ist für einen CEO oder CFO immer verführerisch, solche Projekt in schlechten Zeiten zu kürzen. Hier kommt es darauf an, dass die IT-Chefs die Auswirkungen dieser Arbeiten auf die langfristige Unternehmensentwicklung herausarbeiten.“

Gleiches gilt für alle architektonischen Maßnahmen. „Wer jetzt in die alte Silo-Denkweise zurückfällt, riskiert nicht nur die bereits investierten Mittel, sondern verbaut dem Unternehmen vor allem die Möglichkeit in Zukunft konkurrenzfähig zu sein“, lautet die klare Warnung von Bartels.

Auch wenn viele ihrer Warnungen und Empfehlungen sich überwiegend auf die USA beziehen, so sind doch eine Reihe von Punkten dabei, die weltweit anwendbar sind, zumal es gegenwärtig den Anschein hat, dass die USA eine weltweite Rezession auslösen könnten.

Harald Weiss/dp

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