Dell Technologies hat die autonome Infrastrukturlösung Dell EMC PowerOne vorgestellt. Sie soll die Bereitstellung, Verwaltung und Nutzung von IT im Unternehmen vereinfachen. Dazu integriert sie PowerEdge-Compute-Systeme, PowerMax-Speicher, PowerSwitch-Netzwerklösungen und VMware-Virtualisierung – das Prinzip ist von HCI (Hyperconverged Infrastructure) bekannt. Dell ergänzt dies allerdings um eine integrierte intelligente Automatisierungs-Engine. Diese soll Tausende manueller Schritte über den gesamten IT-Lebenszyklus automatisieren und damit sogar dem autonomen IT-Betrieb den Weg ebnen.

Mit PowerOne will Dell ein selbstverwaltetes „Datacenter as a Service“ gemäß dem „Infrastructure as Code“-Ansatz liefern. Der Hersteller vergleicht die Funktionalität der integrierten Automatisierungs-Engine mit einem autonomen Auto, bei dem der Insasse nur noch das gewünschte Ziel eingeben muss. Auf ähnliche Weise könne nun der Administrator das gewünschte Geschäftsergebnis angeben – das System berechne dann den besten Weg und erledige den Rest.

Wichtig für diesen hohen Grad der Automation ist, dass das System von außen adressierbar ist: PowerOne bietet dazu laut Dell-Bekunden eine einheitliche API auf Systemebene, die es Anwendern erlaubt, Ressourcenpools zu erstellen. Die API lasse sich in Tools wie etwa Service-Portale einbinden. Damit ersetze man den manuellen durch einen programmierbaren IT-Betrieb. So könne man zum Beispiel mit nur wenigen Klicks einsatzbereite VMware-Cluster erstellen.

Für diese Automatisierung des IT-Betriebs umfasst das System diverse Assistenzfunktionen. So beschleunigt ein Launch-Assistent laut Dell die Installation und Konfiguration mittels integrierter Workflows, die auf validierten Designs von VMware und Best Practices von Dell EMC basieren. Ein Lifecycle-Assistent helfe, Infrastrukturrisiken zu reduzieren, indem er den täglichen Betrieb und das Lifecycle-Management durch automatisierte modulare System-Updates und -Validierungen erleichtere. Die Software prüfe kontinuierlich die korrekten Hardware- und Firmware-Einstellungen. Der Expansion-Assistent schließlich passe die Infrastruktur den Geschäftsanforderungen an. Er könne Ressourcen durch automatisierte Bereitstellungs- und Skalierungsfunktionen hinzufügen, entfernen oder neu zuweisen, so Dell.

Das All-in-One-System kommt in einem MX7000-Chassis. Es unterstützt laut Datenblatt bis zu zehn Server pro Chassis, bis zu 80 pro Compute Domain und bis zu 240 pro Pod.

Die Automatisierungs-Engine PowerOne Controller liefert der Hersteller in Form einer Appliance. Diese nutzt eine Kubernetes-Micro-Services-Architektur und Ansible-Workflows, um die Konfiguration, Bereitstellung und das Lifecycle-Management der Komponenten zu automatisieren. Ansprechbar ist der Controller über die erwähnte API oder das PowerOne Navigator Web-Interface.

Die Rechenbasis liefert der modulare Server PowerEdge MX mit Midplane-freien Design. Dies ermöglicht es laut Dell-Bekunden, mehrere Generationen von Bausteinen wie Mikroprozessoren, Speichertypen und Vernetzungslösungen – auch künftige – zu unterstützen. PowerOne automatisiere deren Einsatz und weise bei Bedarf Ressourcen zu, um eine dynamische, nach Bedarf skalierbare IT-Basis zu liefern. Dell nennt diesen Ansatz „kinetische Infrastruktur“.

Zugleich senke PowerOne die Komplexität der Vernetzung, indem das System die Switch-Hardware abstrahiert und automatisiert. So stehe automatisch ein virtuelles Netzwerk für VMware-Workloads bereit. Als Switches kommt auf Leaf-Seite der Dell EMC Networking S5232F-ON zum Einsatz, in den IO-Modulen des MX7000-Chassis die PowerEdge MX9116 Fabric Switching Engine (FSE) und PowerEdge MX7116 Fabric-Erweiterungsmodule.

Für die Virtualisierung setzt Dell wie erwähnt auf die Technik der Tochter VMware. Das System nutzt hier ESXi, vSphere, NSX (für das Management-Cluster) sowie vCenter Server. Dell betont aber, man unterstütze auch Bare-Metal-Installationen.

Auf Storage-Seite verringere das Storage Array PowerMax (2000E, 2000P, 8000E, 8000P) die Komplexität durch automatisierte Speicherbereitstellung inklusive Zoneneinteilung. Das Speichersystem erweitere Cluster-Gruppen dynamisch, wenn es neue Ressourcen erkennt.

Der letzte Bestandteil schließlich ist Dells PowerProtect-Datensicherungsportfolio. Dieses umfasse Cloud-fähigen Speicher, integrierte Appliances und softwaredefinierte Lösungen. Als Data-Protection-Controller kommt die hauseigene Lösung NetWorker zum Einsatz (optional mit Data Domain), für Workload-Cluster setzt der Anbieter neben NetWorker auf Data Domain und Avamar.

Um Anwenderunternehmen bei der Einführung und Nutzung des Systems zu unterstützen, bietet Dell Technologies Beratungs- und -Migrationsdienstleistungen. Onsite-Experten sind laut Dell ebenso verfügbar wie ProSupport Plus für den laufenden Support über einen einzigen Ansprechpartner.

PowerOne ist über Dells neu angekündigtes „On Demand“-Lizenzmodell erhältlich. On Demand soll die Agilität der Cloud mit der Kontrolle und Leistung einer lokalen Infrastruktur vereinen: Das Anwenderunternehmen bezahle nur für das, was es auch wirklich nutzt. Man könne zwischen mehreren flexiblen „Pay per Use“-Optionen sowie globalen Bereitstellungs-, Support- und Managed Services wählen, so Dell.

PowerOne ist laut Hersteller ab dem 22. November 2019 weltweit erhältlich. Weitere Informationen finden sich unter www.dellemc.com/de-de/ .

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.