Mit Agile Connect hat der Netzwerk- und IT-Dienstleister BT einen neuen softwaredefinierten Weiterverkehrsnetzwerkdienst (SD-WAN) für große Unternehmen gestartet. Der Service soll diesen eine bessere Steuerung und einen besseren Überblick über ihre Infrastruktur und die Datenströme in ihrem Netzwerk ermöglichen. Auch können Unternehmen neue Standorte wesentlich schneller, einfacher und sicherer anschließen, so BT. Das Netzwerk sei weniger komplex und verursache somit geringere Kosten.

Agile Connect baue auf Technologien von BT und Nuage Networks von Nokia auf und profitiere dabei von der Sicherheit und Stabilität der globalen Netzwerkinfrastruktur von BT. Die technische Ausstattung für Agile Connect sei nach Bekunden des Netzwerk- und IT-Dienstleisters derzeit in den Netzwerken mehrere großer multinationaler Unternehmen im Einsatz und könne nunmehr für bestehende und neue Kunden in großem Umfang bereitgestellt werden.

Der SD-WAN-Dienst nutze SDN (Software-Defined Networking) auf nationaler oder internationaler Ebene, um dynamisch die effektivste Route für den Datenverkehr durch das Weitverkehrsnetzwerk eines Kunden zu bestimmen. Das dynamische Routing ermögliche es Unternehmen, den Bedarf an Bandbreite zu decken, indem sich neue Zugangsleitungen zum Netzwerk einfacher hinzufügen oder Verbindungen besser nutzen lassen, die bislang als Backup dienten. Es sorge außerdem dafür, dass der Datenverkehr von Geschäftsanwendungen mit hoher Priorität immer die Route mit der besten Performance nimmt.

Um Anwendungen zu priorisieren oder die Nutzung von Zugangsdiensten zu verwalten, können Anwender ein interaktives Portal benutzen. Darüber hinaus erhalten sie eine bessere Übersicht über die Anwendungsperformance. Änderung setze man nach Bekunden des Netzwerkdienstleisters zentral um, ohne dass technischer Support vor Ort erforderlich sei.

Zudem umfasse Agile Connect eine von BT vorkonfigurierte Controller-Infrastruktur, die sowohl an das Internet als auch an das MPLS-Netzwerk (Multi-Protocol Label Switching) von BT angeschlossen ist. Auch kommen vorkonfigurierte MPLS-Internet-Gateways des Netzwerk- und IT-Dienstleisters zum Einsatz, um eine einfache, Cloud-basierte Konnektivität zwischen Standorten, die mit dem Internet verbunden sind, und Standorten, die mit dem MPLS-Netz verbunden sind, zu ermöglichen. Sowohl die Controller- als auch die Gateway-Infrastruktur sind nach eigenen Angaben durch das bestehende Security-Konzept des Carriers geschützt.

Anwender können den Dienst auch dazu verwenden, um etwa Netzwerkverbindungen zu bündeln, indem man Dienste verschiedener Anbieter und verschiedener Netzwerktypen zusammenführt. Diese Funktion sei interessant für Unternehmen, die Netzwerke nach einer Fusion oder Übernahme integrieren.

Um Agile Connect einzusetzen, müssen Unternehmen ein einzelnes Endgerät am Netzübergang installieren. Weitere Dienste lassen sich in Form zusätzlicher Geräte hinzufügen. In Zukunft soll Agile Connect virtuelle Netzwerkfunktionen (VNFs) unterstützen. BT will dann neue Services virtuell auf dem Agile-Connect-Gerät bereitstellen, sodass die Installation zusätzlicher Geräte entfällt.

Weitere Informationen finden sich unter www.bt.com.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.