Es gibt derzeit eine ganze Reihe von Anbietern für Management-Software jeglicher Couleur. Allerdings lichtet sich dieses Marktsegment zunehmend, da es immer wieder zu Übernahmen und Fusionen kommt. Die CeBIT bot die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Vertretern von Ivanti, das durch eine solche Transaktion entstanden ist.

Ein Blick auf den Markt der IT-System-Management-Lösungen mit allen Facetten wie beispielsweise Asset- und Patch-Management, Bereitstellung von IT-Diensten und Wahrung der IT-Sicherheit offenbart einen bemerkenswerten Konzentrationsprozess: Immer mehr Anbieter werden übernommen und firmieren dann unter einem gemeinsamen Namen. So wurde Anfang 2015 aus Frontrange und Lumension die neue Firma Heat Software. Landesk übernahm unter anderen die Anbieter Shavlik und Appsense. Das Unternehmen wurde dann schließlich im Januar 2017 wiederum selbst von der Clearlake Capital Group übernommen, einem Investor, der bereits im Besitz von Heat Software war. Es lag dann wohl nahe, nun auch diese beiden Firmen zu vereinen und ihnen mit Ivanti einen neuen gemeinsamen Namen zu geben. Die diesjährige CeBIT bot die Möglichkeit zu einem Gespräch mit zwei Repräsentanten dieser neuen Firma.

Zusammenwachsen der Produktlinien

Holger Fischer, Area Vice President EMEA Central Ivanti, stellte im Gespräch zunächst einmal fest, dass Landesk zuvor schon fünf Jahre damit beschäftigt war, Akquisitionen durchzuführen. Dabei zählte er unter anderem auch Wavelink, Xtraction Solutions und Letmobile auf. „Das waren insgesamt sieben Akquisitionen, und es war sowieso geplant, den Namen zu ändern, weil Landesk für eine veraltete Technologie steht.“ Auf Nachfrage spezifizierte er diese Aussage: „LAN-Verkabelung und Desk – das entspricht heute nicht mehr der Nutzungsweise der IT-Arbeitsplätze.“ Auf die offensichtlich stark voranschreitende Konsolidierung der Software für System-Management und -betreuung angesprochen, erläuterte Bernhard Steiner, Director Technical Presales EMEA Central bei Ivanti, wie die einzelnen Teile nun zusammenpassen sollen: „Die Bereiche greifen beispielsweise bei Landesk und Appsense sehr gut ineinander. So wird Landesk auf der einen Seite mit Endpoint-Management und dem klassischem Systems-Management durch Appsense als Profil-Management-Lösung auf der anderen Seite wunderbar ergänzt.“

Holger Fischer, Area Vice President EMEA Central Ivanti: „Der Name Landesk stand für eine veraltete Technologie – LAN-Verkabelung und Desk, das entspricht heute nicht mehr der Nutzungsweise von IT-Arbeitsplätzen.“

Er gab jedoch auch zu, dass bei Landesk und Heat auf den ersten Blick sehr wohl eine deutlich größere Überlappung zu finden ist. Das Ziel sei es nun, so Steiner weiter, „die bestmöglichen Funktionen zu extrahieren und diese dann langfristig zu einem noch besseren neuen Produkt zusammenzuführen.“ Er bekräftigte in diesem Zusammenhang auch, dass bei beiden Produktlinien nicht abgekündigt und auch kein Support eingestellt werde: „Es gibt vitale Roadmaps von beiden Produktlinien.“ Die Kunden beider Produktseiten sollen später in der Lage sein, auf ein Produkt zu migrieren, dass die besten Eigenschaften der verschiedenen Linien vereine.

Einen großen Vorteil sehen die beiden Manager vor allen Dingen darin, dass nun sowohl die Entwicklerteams wie auch die Produkt-Manager der ehemaligen einzelnen Firmen zusammenkommen: „Gerade im ITSM-Bereich ist das sehr spannend. Das Team steht schon und wird von UK aus geleitet.“ Gleichzeitig betonte Steiner jedoch auch, die Entwickler der Systems-Management-Lösung DSM (Desktop- und Server Management) von Heat würden wie bisher auch weiterhin in Stuttgart arbeiten. Holger Fischer ergänzte dazu, dass dadurch eine regionale Komponente mit ins Spiel komme, die zuvor bei dem rein amerikanischen Unternehmen nicht zu finden gewesen sei.

Weitere Punkte bei der Entwicklung der ITSM-Produkte sind die Integration und die Verwendung von Cloud-Diensten: „Heat war schon sehr stark in der Cloud engagiert und hat dort auch entsprechend investiert“, führte Fischer aus: „Auf diese Weise konnte man eine gleichwertige ITSM-Lösung sowohl On-Premise als auch in der Cloud anbieten.“ Landesk, so erläuterte er ergänzend, hatte andere Stärken zu bieten, wie etwa eine sehr starke Process Engine, die ein entscheidender Teil des Service-Managements von Landesk ist. „Das sind beispielsweise Themen, die vereint und schrittweise in einem ‚Best of Both‘-Produkt zusammenkommen werden.“

Genau darin sehen die Manager auch eine der Aufgaben von Ivanti: „Wir haben bei unseren Produkten ja keine Teile, die nichts mit einander zu tun haben. Die vier Säulen, die wir abdecken, nämlich Service- und Asset-Management sowie Endpoint-Management und Security, spielen hier ganz wunderbar zusammen“, so Bernhard Steiner abschließend.

Thomas Bär und Frank-Michael Schlede.