Der Aachener Netzwerkhersteller Lancom wird auch in diesem Jahr wieder auf der CeBIT (11. bis 15. Juni) vertreten sein. Schwerpunkt des Messeauftritts in Hannover soll unter anderem die hauseigene Lancom Management Cloud (LMC) sein. „Die Cloud-Akzeptanz steigt in Deutschland spürbar. Vor allem Office 365 erweist sich hier als Wegbereiter“, erklärte Lancom-Gründer und Geschäftsführer Ralf Koenzen im Gespräch mit LANline. „Auf der CeBIT wollen wir besonders das Thema WLAN-Cloud-Management in den Vordergrund stellen.“

Seiner Meinung nach tun sich vor allem kleinere Unternehmen mit dem Thema schwer. Während bei der Umsetzung von größeren Projekten SD-Funktionen (Software-Defined) für WAN, LAN und WLAN bereits selbstverständlich seien, meiden kleinere Partner des Herstellers bei der Installation und Verwaltung einer WLAN-Infrastruktur das Thema noch. Unter der Bezeichnung „Managed WLAN“ will Lancom auf der CeBIT daher die Möglichkeiten seiner Cloud-Lösung für die automatische Konfiguration (Zero Touch Deployment) und Verwaltung von kabellosen Netzwerken zeigen und so die Einstiegshürden senken und mögliche Bedenken zerstreuen. Ziel sei es, die Cloud als Alternative zum WLAN-Controller zu etablieren.

Darüber hinaus versendet die Cloud-Management-Lösung von Lancom nun eine Alarmierung per E-Mail oder SMS an den Administrator, sollte es zu einem Problem im Netzwerk kommen. Auch sei es nun möglich, über das Web Zugriff auf einen einzelnen Access Point zu erhalten und so spezielle Einstellungen, etwa für eine Sektorantenne, vorzunehmen. Die Cloud-Lösung übernimmt nach Lancom-Angaben auch die Konfiguration, die ein Administrator über die bisherige, auf Windows-basierende Management-Lösung vorgenommen hat. „Früher hat die Cloud diese Konfiguration einfach überschrieben, jetzt übernimmt sie die alte Oberfläche“, berichtete Koenzen.

Neuerungen kündigt der Netzwerkausrüster auch für das herstellereigene Betriebssystem LCOS an. Eine neue, optionale Funktion ist beispielsweise der Autoupdater. Er soll alle relevanten Sicherheits-Updates auf die Geräte ausrollen und so mögliche Angriffe wie auf die Telekom-Router im Jahr 2016 verhindern. „Oft werden installierte Geräte nach der Installation nicht mehr angefasst, solange sie noch funktionieren. Mit dem Autoupdater wollen wir diesem Trend entgegensteuern“, erläuterte der Lancom-Gründer. Administratoren haben außerdem die Wahl, ob sie auch Firmware-Releases mit dem Autoupdater automatisiert ausrollen wollen. Den Autoupdater führt Lancom nach eigenen Angaben kostenlos für alle Geräte ein, also auch für solche, die nicht über die LMC verwaltet werden. Zudem soll mit dem neuen Release des Betriebssystems die Intelligenz wieder stärker in die Geräte fließen. Ziel ist es laut Koenzen, die Funktionen eines WLAN-Controllers auch ohne einen solchen abbilden zu können, etwa in High-Densitiy-Szenarien in Schulen. LCM übernehme hierbei das Monitoring, während der einzelne Access Point dann für das Client-Management zuständig ist.

Auch beim Thema WAN wird der Aachener Netzwerkausrüster einige Neuerungen auf der CeBIT vorstellen. Hier stehen die Router der 1900er-Serie mit Load-Balancing über VDSL, Glasfaser (FTTB) oder LTE Advanced sowie das neue herstellereigene VPN-Gateway ISG-1000 mit Gigabit IPSec-Performance im Fokus. Neben dem ISG-1000 will der Hersteller auch die neue Router-Serie 179x für das von der Telekom vorangetriebene Super-Vectoring in Hannover erstmals einem Fachpublikum präsentieren.

Ebenso entwickelt Lancom nach eigenen Angaben die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen (NFV) mit einem softwarebasierten vRouter weiter. Die Hyper-V-Version des vRouters soll VPN-Tunnel in jedem Rechenzentrum sicher terminieren. Zur Cebit wird der Netzwerkhersteller den vRouter jetzt auch für Microsofts Public Cloud Azure anbieten. Einen ebenso sicher verschlüsselten Zugang soll es zu einem späteren Zeitpunkt auch für AWS geben.

Weitere Informationen finden sich unter www.lancom-systems.de.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.