+++ Produkt-Ticker +++ Cisco hat kürzlich Hardware- und Softwareerweiterungen seines SDN-Portfolios (Software-Defined Networking) angekündigt, das bei dem Konzern „Application Centric Infrastructure“ (ACI) heißt. Damit will der Netzwerkausrüster bessere Automation und Programmierbarkeit für verschiedene Deployment-Varianten liefern. Die Neuerungen sollen im Lauf des zweiten Halbjahrs verfügbar werden.

Die neue ACI-Software bringt laut Cisco-Angaben zusätzliche Möglichkeiten der Cloud-Integration, verbesserte Unterstützung für standortübergreifende Installationen und einen optimierten Betrieb. Zu den Neuerungen zählen:

 

* Automationsfunktionen und verbesserte Interconnect-Unterstützung für Microsoft Azure und System Center,

* erweiterte Fabric-Unterstützung für standortübergreifende Datacenter-Deployments und Disaster Recovery über Strecken von bis zu 150 Kilometer,

* Abbildung der Anwendungsabhängigkeiten (Application Dependency Mapping) und automatisierte Anwendungsinstallationen auf ACI-Netzen über die Software des ACI-Partners Cliqr,

* vereinfachter Betrieb durch Heat Maps sowie Tools für die Kapazitätsplanung und einfacheres Troubleshooting.

 

Zeitgleich verkündete der Netzwerker Erweiterungen seines Nexus-Switch-Portfolios, darunter:

 

* Erweiterbarkeit des Betriebssystems NX-OS der Nexus-9000-Switches mit modellbasierten NX-API und vorinstallierten Devops-Automationswerkzeugen von Drittanbietern,

* Secure SDK (Software Development Kit) für den nativen Betrieb von Drittanbieter- oder selbstentwickelten Applikationen auf NX-OS,

* gemeinsamer Programmieransatz mittels NX-API über das gesamte Nexus-Switch-Portfolio hinweg,

* neue Nexus-3200-ToR-Switches (Top of Rack) für 10G/25G/40G/50G/100G-Rechenzentren (verfügbar laut Cisco ab dem dritten Quartal); der Nexus 3232C biete 128 25GbE-Ports oder 32 100GbE-Ports, der Nexus 3264Q 64 40GbE-Ports,

* Ausdehnung des VXLAN-BGP-EVPN-Supports vom Nexus 9000 auf die Serien 5600 und 7000.

 

Des Weiteren soll das ebenfalls neue Virtual Topology System (VTS) eine Management-Lösung für die Provisionierung und Verwaltung von Datacenter-Overlay-Netzwerken liefern. Die Lösung unterstütze das gesamte Nexus-Portfolio von der Serie 2000 bis zur Serie 9000. VTS unterstütze die BGP EVPN Control Plane für das Management von VXLAN-Overlays im Rahmen einer programmierbaren Fabric. Zudem lasse sie sich in Cloud-Management-Systeme – hier vor allem Openstack – integrieren. In puncto herstellerübergreifender SDN-Unterstützung biete man zudem Unterstützung für die Hypervisoren von VMware, Microsoft und Red Hat.

 

Ciscos SDN-Ansatz sieht mehrere Deployment-Varianten vor:

 

* das hauseigene ACI als voll integrierte SDN-Architektur auf der Basis von Cisco-Hardware und -Software. ACI nutzt automatisierte Applikationskontrolle mittels anwendungsbasierter Richtlinien, integrierter Sicherheit und Einbindung von Drittanbieter-Anwendungen. Das integrierte Overlay-Modell, so der Netzwerkausrüster, unterstütze physische, virtuelle und Container-basierte Endpunkte, nutze durchgängige Richtlinien und erleichtere dank zentralisierten Managements das Troubleshooting.

* programmierbare Fabric: Der programmatische SDN-Ansatz soll vor allem Cloud-Service-Providern wie etwa IaaS-Anbietern die erforderliche Flexibilität und Skalierbarkeit liefern. Verfügbar sei diese Programmierbarkeit für das gesamte Nexus-Switch-Portfolio.

* programmierbares Netzwerk: Erweiterungen von NX-OS sollen es Kunden ermöglichen, die Netzwerkkonfiguration und -verwaltung mittels vertrauter Linux-Werkzeuge zu automatisieren.

 

Weitere Informationen finden sich unter www.cisco.com.

 

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Ciscos neue Datacenter-Switch Nexus 3264Q kommt mit 64 40GbE-Ports. Bild: Cisco