Citrix meldet die Markteinführung von in Microsofts Azure-Cloud gehosteten digitalen Workspaces (Desktop as a Service, DaaS) namens Citrix Managed Desktops. Sie sollen es Unternehmen unabhängig von deren Größe und IT-Expertise ermöglichen, Windows-basierte Anwendungen und Desktops aus der Cloud überall und auf jedem Endgerät bereitzustellen.

Es handelt sich bei Managed Desktops laut Hersteller um einen schlüsselfertigen Service, der „in enger Zusammenarbeit mit einem robusten Ökosystem von Citrix-Partnern“ bereitgestellt wird – eine Formulierung, die wohl vor allem auf die jahrzehntelange Partnerschaft mit Microsoft abzielt, in deren Azure-Cloud der Service laufen soll. Microsoft bietet schon seit Terminal-Server-Zeiten eigene Lösungen für die zentrale Bereitstellung virtualisierter IT-Ressourcen an, Citrix konnte jedoch stets einen gewissen Entwicklungsvorsprung wahren, nicht zuletzt durch HDX, seinen Protokoll-Stack für den Performance-optimierten Zugriff auf die zentral gehosteten Desktops und Applikationen, sowie durch hauseigene ADC- und SD-WAN-Technik (Application Delivery Controller, Software-Defined WAN).

Citrix verspricht für die Managed Desktops eine effiziente Bereitstellung und Verwaltung von Workloads selbst über mehrere Regionen hinweg: Die Cloud-basierten Desktops sollen die Vorteile traditioneller Citrix-Anwendungsvirtualisierung mit der einfachen Bereitstellung und den niedrigeren Kosten der Azure Cloud Services vereinen. Dabei will man per SD-WAN sicherstellen, dass Apps und Desktops aus dem Azure-Datacenter bereitstehen, das zu den Endbenutzern am nächsten liegt, um Leistung und Bedienbarkeit zu optimieren.

Das DaaS-Angebot zielt auf IT-Organisationen, die Desktops für interne oder auch für externe Benutzer wie etwa Subunternehmer oder Saisonkräfte zentralisiert vorhalten wollen, um sicherzustellen, dass der Zugriff abgesichert erfolgt. Dabei, so Citrix, lasse sich die Zahl virtueller Desktops – wie in der Cloud generell üblich – schnell skalieren, um sich ändernden Anforderungen anzupassen. Die virtuellen Desktops sollen sich einfach in das Azure Active Directory wie auch in die lokalen Unternehmensressourcen integrieren lassen.

Durch das im Angebot enthaltene Multi-Tenant-Management, so Citrix, können Partner maßgeschneiderte Services für die Managed Desktops aufbauen. Damit seien sie in der Lage, Mehrwert für vertikale Märkte zu schaffen.

Citrix Managed Desktops sollen am 26. August allgemein verfügbar sein. Die Lizenzierung ist auf Monats- oder Laufzeitbasis vorgesehen. Weitere Informationen finden sich unter www.citrix.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.