Auf der Partnerkonferenz Citrix Summit in Anaheim, Kalifornien, hat Citrix eine Reihe neuer Softwarelösungen, Tools, Support-Optionen sowie Unterstützung für Microsoft EMS (Enterprise Mobility and Security) angekündigt. Damit will der Virtualisierungs- und Cloud-Anbieter seinen Partnern und Endkunden den sicheren Weg zu Cloud-Nutzung und Enterprise Mobility weisen. Zugleich gab Citrix die Übernahme des Application-Management-Spezialisten Unidesk bekannt.

Vor allem will es Citrix der Bestandskundschaft erleichtern, von lokalen Installationen mit On-Premises-Lizenzen zur Citrix Cloud – der hauseigenen Lösung für das Cloud-basierte Management virtualisierter Arbeitsumgebungen – zu wechseln. Hinzu gesellen sich Services, um Windows-10-Desktops und -Apps direkt auf Microsofts Cloud-Plattform Azure auszubringen, und sogenannte „Smart Tools“ für das leichtere Erstellen virtueller Workspaces. Mit einer neuen „Citrix Ready“-Partnerinitiative zielt der Anbieter auf den Mittelstand. Seine EMM-Lösung (Enterprise-Mobility-Management) Xenmobile und seinen Application Delivery Controller (ADC) Netscaler positioniert das Softwarehaus nun auch als nützliche Ergänzungen zu Microsoft EMS.

Den Unternehmen mit bestehenden Xenapp- oder Xendesktop-Lizenzen, die zu Citrix’ „As a Service“-Angeboten wechseln wollen, bietet man künftig eine Reihe von Migrations- und Upgrade-Optionen. Diese sollen für einen reibungslosen Übergang sorgen, indem sie die Parallelnutzung herkömmlicher Lösungen und der Cloud-basierten Managed Services ermöglichen. Die Unternehmen mit „Subscription Advantage“ oder Software-Wartungsvertrag soll der Wechsel zu Citrix Cloud dadurch „nicht viel mehr“ als die Erneuerung der herkömmlichen Wartungsverträge kosten.

Im Rahmen eines Pilotprogramms für CSPs (Citrix Service Provider), die Citrix-Cloud-Angebote einführen wollen, wird es Zugang zu den Cloud-Services auf der Basis einer monatlichen Lizenzierung geben, also ähnlich dem bestehenden Lizenzmodell für Citrix-Software. Damit will es die Virtualisierungsgröße den Providern erleichtern, ihre Angebote um DaaS- (Desktop as a Service) und Cloud-Workspace-Angebote auf der Basis gehosteter Citrix-Technik zu erweitern.

Mittels der neuen Lösung „Xendesktop Essentials“ erhalten Microsoft-Kunden, die Windows 10 Enterprise auf Nutzerbasis lizenziert haben, die Möglichkeit, ihre Windows-10-Images auf Azure über die VDI-Lösung Xendesktop zu verwalten. Ist Xendesktop Essentials einmal eingerichtet, so Citrix, lasse sich die Umgebung aus der Citrix Cloud heraus managen. Gleichzeitig gibt es für Unternehmen, die ihre Anwendungen direkt via Azure bereitstellen wollen, die Schwesterlösung Xenapp Essentials. In diesem Szenario sollen die neuen Xenapp Essentials Services für optimierte Verwaltung, Bedienbarkeit und Sicherheit der Cloud-basierten Applikationen sorgen. Das Angebot soll noch in diesem Quartal verfügbar werden.

Für die einfachere Verteilung und Konfiguration virtueller Desktops und Anwendungen sowie mobiler Workspaces in der Citrix Cloud sollen Werzeuge wie Smart Check und Smart Scale sorgen. Die Neuerungen ergänzen die bestehende „Smart Tools“-Produtfamilie, die vormals als „Citrix Lifecycle Management Services“ vermarktet wurden.

Speziell auf den Mittelstand zielt ein neues „Citrix Ready“-Programm, das die Citrix Cloud mit HCIS-Angeboten (Hyperconverged Infrastructure Systems) von Parnern kombiniert, was Management und Skalierbarkeit lokal installierter VDI-Umgebungen deutlich erleichtern soll: Das „Citrix Ready HCI Workspace Appliance“-Programm dient dazu, das HCIS eines Hardwarepartners mit der Citrix Cloud zu verbinden, um die Einrichtung und den Unterhalt von Xenapp- und Xendesktop-Umgebungen zu automatisieren. Dadurch, so Citrix, könnten Partner den mittelständischen Unternehmen eine ebenso kostengünstige und leicht verwaltbare wie auch umfassende und skalierbare Virtual-Workspace-Plattform liefern.

Auch die bei der letzten Synergy angekündigte Intensivierung der Partnerschaft mit Microsoft trägt inzwischen Früchte: Gemeinsam mit Microsoft, so Citrix, habe man das Netscaler Unified Gateway mit Microsoft Intune integriert. Diese Lösung erlaube es dem Administrator, den Status und die Compliance von Endgeräten zu überprüfen; auf dieser Basis könne die IT dann Policy-basiert dem mobilen Endanwender die passenden Zugriffsrechte und VPN-Funktionen zuweisen. Der Administrator erhalte damit mehr Kontrolle über die Endpunkte, was wiederum die Sicherheit wie auch die Flexibilität beim Fernzugriff auf interne Daten und Apps von mobilen Endgeräten aus erhöhe.

Dank der Integration von Netscaler Unified Gateway und Microsoft Intune kann die IT Policy-basiert mobilen Endanwendern die passenden Zugriffsrechte und VPN-Funktionen zuweisen.

Eine weitere Neuerung: Durch die Übernahme des Anbieters Unidesk ist Citrix nun im Besitz einer Layering-Technik. Unidesks gleichnamige Virtual-Desktop-Management-Lösung trennt virtuelle Desktops in voneinander unabhängige Schichten (Layer) für Betriebssystem, Anwendungen und personalisierte Daten. Diese Layer lassen sich beliebig miteinander kombinieren und sehr einfach anpassen. LANline hat diese Lösung schon vor Jahren getestet und sehr positiv bewertet.

Weitere Informationen finden sich unter www.citrix.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.