Citrix hat „Virtual Apps and Desktops 7 1808 Current Release“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die neueste Inkarnation der App- und Desktop-Virtualisierungslösungen, die Citrix die letzten Jahre als XenApp beziehungsweise XenDesktop vermarktet hatte. Der Hersteller hat sie zugleich um diverse Funktionen für mehr Speed und Komfort ergänzt. Die Cloud-Service-Variante wurde in „Virtual Apps and Desktops Service“ umbenannt.

Citrix Virtual Apps and Desktops bietet, wie von XenApp/XenDesktop bekannt, Zugriff auf Anwendungen und Desktops über jedes beliebige Endgerät, sodass Endanwender ortsunabhängig und mit wechselnden Geräten arbeiten können – wichtig für fortschrittliche Digital-Workspace-Strategien. Die aktuellen Versionen von Virtual Apps and Desktops bieten laut Hersteller folgende Neuerungen:

  • Citrix Workspace App: Die neue Workspace App enthält alle Funktionen des vormaligen Citrix-Clients namens „Receiver“ sowie einen eingebetteten Browser. Dies soll den Benutzerkomfort ebenso verbessern wie die Skalierbarkeit, da Web-Inhalte auf dem Client-Endgerät gerendert werden.
  • Neues Interface: Das Softwarehaus hat die Benutzeroberfläche so überarbeitet, dass Anwender auf ihrem digitalen Arbeitsplatz möglichst schnell auf alle benötigten digitalen Ressourcen zugreifen können, also auf lokale Apps und Web-Applikationen ebenso wie auf virtuelle Anwendungen und Desktops im RZ. Das neue Interface steht als Cloud-Service bereit, der sich in Verbindung mit der Citrix Workspace App nutzen lässt.
  • Mehr Benutzerkomfort: Der aktuelle Virtual Agent 1808 steigert laut Citrix-Angaben die Performance von Microsoft Teams in einer virtuellen Session und bietet erstmalig ein HDX Optimization Pack (also eine Optimierung von Citrix’ Remote-Access-Protokoll-Stack) für Google Chromebooks. Der Agent biete High-Efficiency Video Coding (H.265) für virtualisierte Anwendungen und bereite die Umgebung auf Microsoft Server 2019 vor.
  • Flexiblere Verwaltung: Der Virtual Apps and Desktops Service umfasse nun Funktionen für die Energieverwaltung von „Google Cloud Platform“-Anwendungen und -Desktops sowie eine neue Analyse der Nutzung von Cloud-Lizenzen.

Ergänzend zum aktuellen Current Release soll im zweiten Halbjahr 2019 das nächste Long-Term Service Release (LTSR) von Virtual Apps and Desktops erscheinen. Mit LTSR können Anwenderunternehmen bis zu fünf Jahre lang dieselbe Version mit Mainstream-Support nutzen und zudem eine Support-Verlängerung für fünf weitere Jahre erhalten.

Beginnend mit dem dritten Quartal 2018 hat Citrix über sein gesamtes Portfolio hinweg neue Namen eingeführt. Mit Produktnamen wie „Citrix Virtual Apps and Desktops“ folgt der US-Anbieter dem Markttrend zu deskriptiven Produktnamen, also solchen, die mit vorangestelltem Herstellernamen lediglich beschreiben, welcher Funktion oder Anwendung ein Produkt dient.

So heißt zum Beispiel die EMM-Lösung XenMobile nun Citrix Endpoint Management, ShareFile wurde umbenannt in Citrix Content Collaboration, der ADC (Application Delivery Controller) NetScaler firmiert als Citrix ADC, und der bekannte Hypervisor XenServer ist nun einfach der Citrix Hypervisor. Mit der Versionierung im Format JJMM (Jahr zweistellig, gefolgt von Monat zweistellig, hier also 1808) folgt Citrix ebenfalls einer Bezeichnungsweise, wie sie unter anderem Microsoft bereits nutzt. Dank dieser lässt sich einfacher erkennen, wann die jeweilige Verson veröffentlicht wurde.

Weitere Informationen finden sich unter www.citrix.de.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.