Datacenter: Strategische Modernisierung rechnet sich

Das zeitgemäße RZ

26. Mai 2020, 07:00 Uhr   |  Vincent Barro/jos


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Outsourcing und Fazit

Outsourcing

Daten müssen heute nicht mehr notwendigerweise komplett an einem Ort verarbeitet werden, sondern am besten dort, wo sie den größten Nutzen bringen. Auch für mittelständische Unternehmen gewinnt deshalb das Auslagern von Servern zunehmend an Attraktivität. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang häufig auftaucht, ist „Colocation“ – zu deutsch: gemeinsame Unterbringung. Colocation bedeutet, dass ein Unternehmen Rack-Fläche für seine Server in einem Rechenzentrum anmietet oder den Rechenzentrumsbetreiber mit Installation und Management seiner Server beauftragt. Da die benötigten Flächen flexibel aus- oder abbaubar sind, können Unternehmen ihren Bedarf gemäß den geschäftlichen Anforderungen skalieren, ohne selbst in entsprechende Räumlichkeiten investieren oder für deren Leerstand bezahlen zu müssen. Zudem ist durch monatliche Zahlweise eine hohe Kalkulationssicherheit gegeben.
Eine weitergehende Option ist der Weg in die Cloud. Gerade kleine Unternehmen oder Startups können von der Cloud besonders profitieren, denn diese Technik ist eine einfache, flexible und kosteneffiziente Alternative, Rechenleistungen zu beziehen. Dabei sind keine Investitionen in teure Soft- und Hardware oder Bau und Unterhaltung eines RZ notwendig. Auf der Rechnung steht nur die wirklich genutzte Leistung.
Bei allen Vorteilen sollten Unternehmen die potenziellen Risiken allerdings nicht unterschätzen. So wirft die Nutzung eines Cloudanbieters zwangsläufig die Frage nach dem Umgang mit geschäftskritischen und personenbezogenen Daten auf. Überlässt ein Unternehmen diese ausschließlich der Obhut des Dienstleisters, begibt es sich nicht nur unweigerlich in eine Abhängigkeit, sondern verstößt insbesondere bei Nutzung von Datenspeichern im EU-Ausland unter Umständen gegen die Compliance, sprich gegen gesetzliche, unternehmensinterne und vertragliche Regelungen im Bereich der IT-Landschaft.
Zudem gilt: Ähnlich wie ein Spaziergänger müssen auch Cloudmigranten mit „schlechtem Wetter“ rechnen. Im Netzwerkbereich sind das extreme Schwankungen des Datenverkehrs. Sie sind darauf zurückzuführen, dass beim Cloud-Computing die Daten und Anwendungen an einer zentralen Stelle (im Cloud-Rechenzentrum) lagern, während viele Nutzer von unterschiedlichen Orten (Firma, Home-Office, unterwegs via Mobilgerät) zu unterschiedlichen Zeiten darauf zugreifen. Das Resultat sind empfindliche Schwankungen der Bandbreite und Latenzzeiten. Und ebenso wie schlechtes Wetter lassen sich solche Lastspitzen nicht einfach „abstellen“. Im schlimmsten Fall nimmt das Öffnen und Speichern von Dokumenten am Ende mehrere Minuten in Anspruch.
Die Lösung besteht darin, die unterschiedlichen Bereitstellungsmodelle optimal zu kombinieren. Das Stichwort dafür heißt Hybrid Cloud. Dabei nutzt das Unternehmen bestimmte Services von Cloudanbietern über das Internet (Public Cloud) und gleichzeitig Cloudumgebungen, die mit eigener IT-Infrastruktur entweder intern betrieben werden oder extern als Colocation, um sie ausschließlich eigenen Mitarbeitern oder Kunden zugänglich zu machen (Private Cloud).

Marktübersicht
© LANline

Marktübersicht

Fazit

Moderne Rechenzentren mit ihren IT-Ressourcen sind der Treibstoff, ohne den eine digitalisierte Wirtschaft nicht laufen kann. Daher ist die RZ-Modernisierung keine Option, sondern ein Muss. Dies gilt besonders auch für kleine und mittelständische Unternehmen, deren künftiger Erfolg davon abhängen wird, wie sie das Potenzial der Digitalisierung ausschöpfen. Dabei gibt es für eine RZ-Modernisierung nicht die eine perfekte Lösung. Der Grad der erforderlichen Veränderungen hängt vielmehr von den Marktbedingungen, der strategischen Vision der Entscheider sowie nicht zuletzt von den physischen und finanziellen Rahmenbedingungen ab. In vielen Fällen können Verbesserungen der RZ-Leistung sowohl einfach als auch kosteneffektiv sein. Praktische Ansätze zum Erkennen und Konsolidieren ungenutzter Ressourcen, zum Verbessern des Luftstroms und zum Vorbeugen präventiver Wartungspraktiken können Unternehmen dabei unterstützen, Zeit zu gewinnen, wenn nur wenige Mittel für Verbesserungen zur Verfügung stehen. Die gezielte Nachrüstung ist eine weitere Alternative, die besonders effektiv ist, wenn sie mit der Einführung einer Monitoring-Lösung verknüpft ist. Modulare, skalierbare Energie- und Kühlsysteme ermöglichen die Lieferung vormontierter Komponenten, die neue Kapazitätsimplementierungszyklen beschleunigen und gleichzeitig die Kosten senken. Eine dritte Möglichkeit ist die Migration in eine Colocation-Einrichtung oder das Auslagern bestimmter Anwendungen in die Cloud. Für die Digitalisierung ihres Unternehmens können mittelständische Betriebe oft auch auf öffentliche Fördermittel zurückgreifen.

Seite 2 von 2

1. Das zeitgemäße RZ
2. Outsourcing und Fazit

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

Schneider Electric GmbH