Passende Infrastruktur im modernen Datacenter

Die Zukunft des RZs heißt Konsolidierung


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Mischbetrieb erfolgreich managen

Im Zentrum dieser Entscheidung stehen drei Überlegungen: Welche Anwendungen sollen in Public Clouds verschoben werden, welche in der eigenen Bestands-IT On-Premise oder in einer Private Cloud bleiben, welche in eine Colocation wandern? Lassen sich die Ziele durch die Erneuerung der Bestands-IT oder vielmehr durch die Zusammenlegung verschiedener Standorte erreichen? Und welche Sicherheitsarchitekturen und -standards muss eine zukünftige Unternehmens-IT als Balanced Environment befolgen und beantworten können?

Dass diese drei Optionen für das System- Placement optimal zusammenspielen, ist nicht nur die Grundlage für einen störungsfreien Betrieb im Arbeitsalltag, sondern auch für die Flexibilität, bei sich verändernden Anforderungen die Gewichtung von On-Premise, Colocation und Cloud neu auszutarieren. Erreichen lässt sich dieses Ziel zum Beispiel mittels hyperkonvergenter Systeme. Dort sind Rechen-, Speicher, Netzwerk- und Virtualisierungsressourcen zu einer softwaredefinierten Einheit zusammengefasst und als eine einzige Anwendung verwaltet.

In der Konsequenz werden komplexe Infrastrukturen zentralisiert und vereinfacht. Optimierungen kommen nicht nur punktuell, sondern systemweit zum Tragen. Das heißt, dass sich die Effizienz und Leistungsfähigkeit der gesamten IT-Infrastruktur verbessern. Aber auch Trends wie Serverless Computing erzeugen signifikante Effekte bei der Ausrichtung strategischer Betrachtungen für eine zukunftsfähige IT und optimale IT-Standortentscheidungen im Hinblick auf ein konsistentes und wohldurchdachtes Konsolidierungsvorhaben.

Darüber hinaus ist eben jede Veränderung an der Infrastruktur – sei es, weil das Rechenzentrum geschlossen, in der Größe verändert oder einfach nur verlagert wird – Anlass zur Umsetzung neuer und aktualisierter Anforderungen.
Dazu zählt beispielsweise, Strukturen grundlegend DSGVO-konform zu gestalten, das in der Corona-Pandemie verstärkt genutzte Arbeiten aus dem Home-Office zu unterstützen, Techniken wie künstliche Intelligenz (KI/AI), Machine Learning (ML) oder Robotic Process Automation (RPA) bereitzustellen oder die Absicherung der Unternehmens-IT und der Datenbestände zu verbessern. Letzteres reicht bis hin zu den Vorgaben für kritische Infrastrukturen („Kritis“), deren Kreis erst kürzlich nochmals ausgeweitet wurde, inklusive der branchenspezifischen Sicherheitsstandards (B3S) sowie der entsprechenden Normen wie ISO 27799. Den Erfolg des Projekts bestimmen dann folgende Punkte:

  • Ist die Cloud-Strategie verwirklicht,
  • sind Kostensparziele umgesetzt,
  • sind die Standorte konsolidiert,
  • ist die Sicherheit verbessert,
  • ist die Digitalisierung der Geschäftsmodelle unterstützt,
  • ist die Anwendung künstlicher Intelligenz integriert und abschließend
  • hat man so eine Zukunftsfähigkeit erreicht?

Die Verlagerung von Teilen der Unternehmens-IT zu einem Colocator oder in die Cloud erschien vielen Entscheidern auch deshalb attraktiv, weil der Aufbau entsprechender interner Strukturen deutlich mehr Kompetenzen benötigt. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass mit der Auslagerung Limitierungen bei Methoden und Techniken verbunden sind, die letztendlich sogar die Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells hemmen.
Als Alternative zum kostspieligen Aufbau von eigenem Know-how empfiehlt sich daher die Zusammenarbeit mit einem externen Partner, der einerseits selbst die benötigten Kompetenzen mitbringt und andererseits die Konzeption an die im Unternehmen verfügbaren Skills anpasst.

Know-how bei der Infrastruktur

Nach diesem Prinzip arbeitet beispielsweise das Consulting-Team von Rosenberger OSI. Als Spezialist für Netzwerktechnik bietet das Unternehmen nicht nur die klassische IT-Beratung an, wie dies auch zahlreiche IT-Systemhäuser praktizieren, sondern kann auch tiefgreifendes Fachwissen in der Entwicklung und Produktion von Systemlösungen sowie umfangreiche Praxis-Erfahrung im Rechenzentrumsbetrieb vorweisen. Der Hersteller bündelt alle entscheidenden Kompetenzen – etwa zur glasfaserbasierenden Verbindungstechnik, zu Verkabelungslösungen sowie zu Infrastruktur-Services von Rechenzentren – in einem Team. Beratung zu Mitigation und Risiko-Management, „physiknahe“ Services wie das Einmessen von optischen Netzwerk-Verbindungen, Leistungs- und Effizienzsteigerung auf Basis der Netzwerk-Infrastruktur bis hin zu platzsparenden Server-Konzepten mittels ETSI-Racks gehören zu den Angeboten, die aus dieser Verbindung von Expertenwissen und Praxisnähe erwächst.

Fazit

Nach einer Phase von Cloud-Skepsis und einer anschließenden Cloud-Euphorie hält nun eine differenzierte Betrachtung dieser Technik Einzug. Viele Unternehmen kommen – aus unterschiedlichen Gründen – zu dem Schluss, dass ihrer Geschäftsentwicklung am besten gedient ist, wenn sie die Optionen On-Premise, Colocation und Cloud neu austarieren. Hyperscaler, die aus eigenem Interesse vor allem den Einsatz von Cloud propagieren, bieten dabei wenig Unterstützung. Eigene Skills aufzubauen, ist kostspielig und kann kurzfristig nicht den Mangel an praktischer Erfahrung ersetzen. Dann  kann ein externer Partner wertvolle Unterstützung bieten, im besten Fall mit einem idealen Mix aus Fachwissen und Praxiskompetenz.

Matthias Reidans ist Senior Project Manager Services bei Rosenberger OSI.

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