German Datacenter Association kritisiert Pläne

Frankfurter Masterplan gefährdet Position als Datenhauptstadt

1. April 2022, 8:00 Uhr | Jörg Schröper
Der Vorstand der German Datacenter Association.
Der Vorstand der German Datacenter Association.
© GDA

Die German Datacenter Association (GDA) stellte vor Kurzem erstmals ihre Positionen gegenüber der Politik vor. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem wichtigsten deutschen Rechenzentrumsstandort Frankfurt am Main, wo der Magistrat kürzlich Eckpunkte eines angekündigten „Masterplans“ für die Ansiedelung neuer Rechenzentren beschlossen hat.

Anna Klaft, Vorstandsvorsitzende der GDA erklärte dazu: „Rechenzentren bilden das Fundament der Digitalisierung. Die Branche baut angesichts der wachsenden digitalen Nachfrage bundesweit und vor allem im Rhein-Main-Gebiet ihre Kapazitäten aus. Damit Rechenzentren in Zukunft einen positiven Beitrag zur digitalen Transformation und der Erreichung von Klimazielen leisten können, muss die Politik vor allem auf lokaler Ebene früher und intensiver die Betreiber einbinden. Wir bedauern, dass dies bei dem beschlossenem Masterplan nicht der Fall war.“  Man setze sich als Stimme der Datacenter-Betreiber in Deutschland weiter mit Nachdruck bei politischen Entscheidern für Rahmenbedingungen ein, die ein nachhaltiges, langfristiges Wachstum ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Digitalstandorts nicht weiter gefährden, so Klaft weiter. Die GDA hebe dabei drei Themenfelder hervor, die sie auf lokal- und bundespolitischer Ebene beziehe.

Rechenzentren sind Teil der kritischen digitalen Infrastruktur in Deutschland und bilden die Grundlage für nahezu alle digitalen Anwendungen. Die deutsche Rechenzentrumsbranche schafft einen immensen Mehrwert für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft, so die GDA in dem Statement.

Damit Rechenzentren auch in Zukunft ihren Beitrag zur Digitalisierung leisten können, dürfe die Politik die Wettbewerbsfähigkeit der Branche in Deutschland nicht aus den Augen verlieren. Die im europäischen Vergleich höchsten Strom- und Baukosten in Kombination mit langwierigen und komplexen Genehmigungsverfahren stellen Betreiber vor große Herausforderungen und gefährden damit auch die digitale Transformation in Deutschland. Die GDA setzt sich daher für wettbewerbsfähige Betriebskosten und den Abbau bürokratischer Hürden ein.

Dies beziehe sich unter anderem auf die Bedeutung für das Rhein-Main-Gebiets: Frankfurt ist mit aktuell 60 Rechenzentren eine der Datenhauptstädte Europas. Auch umliegende Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet profitierten vom Wachstum der Branche. Rechenzentren schaffen als Ausbildungsbetriebe langfristige und zukunftssichere Arbeitsplätze, unterstützen regionale Wirtschaft und Zulieferer und haben in den letzten 20 Jahren Gewerbegebiete durch neue Nutzung und durch Milliardeninvestitionen spürbar aufgewertet.

Die digitale Wertschöpfung, die aus Frankfurter Rechenzentren erzeugt wird, ist gigantisch und das bei minimalem Flächenbedarf. Rechenzentren belegen lediglich fünf Prozent der Gewerbeflächen in Frankfurt und stellen damit 70 Prozent der digitalen Dienstleistungen in ganz Deutschland bereit. Gleichzeitig stellt die GDA fest, dass die Stadt Frankfurt ihrer besonderen Verantwortung als Datenhauptstadt nicht ausreichend nachkommt.


  1. Frankfurter Masterplan gefährdet Position als Datenhauptstadt
  2. Schwächung des Standorts befürchtet

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