Im Interview: Marcus Busch, Leaseweb

Gaming ist ein interessanter Markt

16. Januar 2020, 07:00 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Gaming ist ein interessanter Markt

Im LANline-Gespräch erklärt Marcus Busch, Managing Director von Leaseweb Deutschland, warum der Gaming-Markt auch auf der Infrastrukturseite spannend und lukrativ ist. Leaseweb bietet Infrastructure as a Service, dedizierte Server, Content Delivery Networking und Cloudhosting unter anderem in diesem Segment an.

LANline: Herr Busch, das Angebot von Leaseweb ist ziemlich umfangreich. Wo liegen die aktuellen Schwerpunkte?

Busch: Wir legen großen Wert darauf, dass unser Portfolio unseren Kunden eine hohe Flexibilität in Bezug auf die richtige Infrastruktur für ihre Leistungsanforderungen bietet. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Lösung in der Kombination unterschiedlicher Infrastrukturarten liegt, also im Angebot dieser verschiedenen Arten und vor allem in der Möglichkeit, diese zu verbinden. Unser Fokus liegt auf der Erweiterung dieses Modells, sowohl horizontal als auch vertikal. Die Auswahl an Rechen-, Speicher- und Netzwerkangeboten werden wir weiter vergrößern und damit auch mehr Möglichkeiten schaffen, diese Dienste miteinander zu kombinieren.

LANline: Wie hat sich das Angebot in den vergangenen Jahren verändert?

Busch: Das Portfolio hat sich definitiv aufgrund der sich ändernden Anforderungen der Kunden geändert. Unsere Kunden sind geografisch gewachsen, ihre Märkte sind globaler geworden. Auch wir haben unsere globale Präsenz weiter ausgebaut. Auf der anderen Seite haben erweiterte Anforderungen an die Cloud zu umfangreichen virtualisierten Computing-Angeboten geführt. Schließlich möchten sich Kunden mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und uns Teile des Managements ihrer Infrastruktur überlassen. Das Hauptthema für uns ist, auf die Bedürfnisse unserer Kunden fokussiert zu bleiben.

LANline: Sie stellen unter anderem Infrastruktur für das Gaming zur Verfügung. Wie hat sich speziell dieser Bereich entwickelt?

Busch: Das ist richtig. Gaming ist ein interessanter Markt, da hier sowohl die Notwendigkeit einer skalierbaren Hochleistungsinfrastruktur besteht, als auch typischerweise ein konkurrenzfähiges Preis-Leistungs-Verhältnis unabdingbar ist.

LANline: Was sind die Besonderheiten in technischer und ökonomischer Hinsicht?

Busch: Gaming-Kunden müssen häufig skalieren, up and down. Sie investieren daher mehr in einen Aufbau von Hybrid-Systemen, indem sie unsere leistungsstarke Bare-Metal-Infrastruktur als Basislast-Plattform nutzen und die Cloudinfrastruktur für den flexiblen Teil ihrer Setups einsetzen. Wir stellen aktuell verstärkt fest, dass diese Art der Architektur nicht nur im Gaming-Segment immer beliebter wird.

LANline: IT-Dienste, zum Beispiel Gaming oder Entertainment, sind Teil des Alltags geworden. Wie muss eine passende Infrastruktur auf der Backend-Seite künftig aussehen?

Busch: Das berührt ein breites Spektrum. Eine richtig gestaltete Backend-Infrastruktur ist skalierbar, programmierbar und infrastrukturunabhängig. Die Verwendung von Betriebs- und Bereitstellungs-Tools, die für Bare-Metal-, Public- und Private-Cloud-Anwendungen geeignet sind und unabhängig von den zugrunde liegenden IaaS-Diensten bereitgestellt werden können, ist nahezu unabdingbar. So wird Flexibilität beim Bewegen der Infrastruktur ermöglicht, wenn sich Anforderungen oder Arbeitslast ändern. Zudem erlaubt dies Anpassungen an sich änderndes Benutzerverhalten.

LANline: Und was muss auf Anwenderseite technisch passieren, etwa bei 5G?

Busch: 5G ist in verschiedener Hinsicht wichtig, da das damit verbundene Computing on the Edge eine solide Netzwerkverbindung zu einem Rechenzentrum erfordert, das seinerseits genügend Rechenleistung aufbringt, um die zentrale Verarbeitung und Speicherung durchzuführen. Edge-Computing kann nur mit einem darauf ausgelegten Backend-Rechenzentrum funktionieren, das in eine hervorragende Vernetzung eingebunden ist.

LANline: Herr Busch, vielen Dank für das Gespräch.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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