Reduzierung der Energiekosten von Rechenzentren

Höchste Zeit

2. August 2022, 7:00 Uhr | Miia Lahti/jos

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Moratorien drohen weiter

Ein Moratorium für neue Rechenzentren wurde gerade erst aufgehoben. Künftig müssen bestehende und neue Rechenzentren effizienter gestaltet sein. Für Irland nimmt ein vor Kurzem erschienener Bericht an, dass bis 2028 29 Prozent der Gesamtnachfrage von Rechenzentren stammen werden. Für das Vereinigte Königreich schätzt das Beratungsunternehmen Carbon3IT, dass Rechenzentren mindestens zwölf Prozent des nationalen Stromverbrauchs ausmachen.

Kryptowährungen stellen einen enormen Energiebedarf dar. Bitcoin-Mining beispielsweise wird zunehmend von neuen großen Rechenzentren betrieben, die teilweise billige Energie aus fossilen Brennstoffen nutzen. Die Umweltauswirkungen von Kryptowährungen sind nun besser verständlich, und dies schafft Risiken und Herausforderungen für den Sektor, um energieeffizienter zu werden. Zum Vergleich sagen Schätzungen, dass allein das Bitcoin-Mining mehr Energie verbraucht als manche Länder – darunter Norwegen, Argentinien, die Niederlande und Pakistan.
In den vergangenen Jahren hat die steigende Nachfrage nach Rechenzentren zur Schließung älterer ineffizienter Einrichtungen und zum Bau neuer effizienter Hyperscale-Rechenzentren geführt. Dies hat dazu beigetragen, die Wachstumsrate des Energieverbrauchs zu senken. Da jedoch mehr Daten in der Cloud gespeichert und mehr IT-basierende Ressourcen wie KI, maschinelles Lernen, selbstfahrende Autos etc. entstehen, ist allgemeiner Konsens, dass der Energiebedarf noch erheblich zunehmen kann.

Da Kühlung und Klimatisierung für etwa 40 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich sind, ist klar, dass diese IT-fremde Infrastruktur so effizient wie möglich verwaltet sein muss. Eine genaue Temperatur- und Feuchtesteuerung ist jedoch auch für den ordnungsgemäßen Betrieb von IT-Geräten von entscheidender Bedeutung.

Temperatur- und Feuchtesteuerung

„In vielen modernen Einrichtungen will man eine Betriebszeit von 99,999 Prozent, was einer jährlichen Ausfallzeit von nur wenigen Minuten entspricht. Diese extrem hohen Leistungsniveaus sind aufgrund der Bedeutung und des Werts der Daten und Prozesse erforderlich, die die IT-Infrastruktur verarbeitet“, sagt dazu zum Beispiel Anu Kätkä, Industry Expert von Vaisala. „Ein geringer Feuchtegehalt erhöht das Risiko statischer Elektrizität, und hohe Feuchte kann zu Kondensation führen. Auch eine falsche oder schwankende Temperatur kann IT-Geräten schaden oder deren Lebensdauer verkürzen. Daher ist es äußerst wichtig, dass Überwachungs- und Steuerungssysteme von Sensoren unterstützt werden, die langfristig stabil, genau und zuverlässig sind“, so der Experte weiter. Die hauseigenen  Geräte seien in der Lage, eine Temperaturmessgenauigkeit bis zu ±0,1 °C und eine Feuchtemessung bis zu ±0,8 %rF zu erreichen, was optimal für Rechenzentren geeignet ist.

Anwender unterstreichen die Bedeutung präziser Sensoren und schätzen, dass eine Überkühlung von nur 1 °C die jährlichen Kühlenergiekosten um bis zu 8,5 Prozent erhöhen könnte. „Zum Vergleich: Die erhöhten Energiekosten für ein kleines Rechenzentrum würden mehr als 400.000  Euro über zehn Jahre betragen, und für ein großes Rechenzentrum würden sie mehr als vier Millionen Euro ausmachen“, ergänzt Kätkä.

Wachsender Bedarf an effektiven Prozessmessungen

Traditionell kommt die Luftkühlung in Rechenzentren zum Einsatz. Mit zunehmender Dichte an Regalen steigt jedoch die Nachfrage nach effektiveren Kühlsystemen. Flüssigkühllösungen werden daher immer beliebter, da sie Wärme viel effektiver ableiten. Um diesen Trend zu unterstützen, hat Vaisala einen neuen hochwertigen Sensor zur Messung der Temperatur von Kühl-/Heizflüssigkeiten entwickelt.  
„Der neue Vaisala TMI110 ist ein Tauchtemperaturmesswertgeber. Er wird mit einem Kalibrierzertifikat geliefert und bietet eine hervorragende Ansprechzeit mit einer Genauigkeit von ±0,1 °C“, erklärt Kätkä. Nutzer können laut dem Vaisala-Mann nun alle ihre wichtigsten Sensoren von einem Lieferanten beziehen – Lufttemperatur-, Feuchte- und Differenzdrucksensoren für Räume und Kanäle, meteorologische Sensoren für den Außenbereich und nun auch Tauchtemperatursensoren für Kühlsysteme.

Im Vergleich zu den Energie-, Umwelt- und finanziellen Kosten der Energieineffizienz sind Investitionen in genaue stabile Messsysteme also gering. Durch die strenge Steuerung von Lüftungs- und Kühlsystemen mit präzisen stabilen Sensoren können RZ-Verantwortliche die Energiekosten senken, den CO2-Fußabdruck verringern und ihren Sektor zukunftssicher gestalten, denn der Ruf nach einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen wird lauter.

Miia Lahti ist Communications Manager, Industrial Measurements, bei Vaisala.

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