Eaton und Microsoft kooperieren

So sollen RZs für stabile und grüne Stromnetze sorgen

03. September 2021, 12:00 Uhr   |  Jörg Schröper

So sollen RZs für stabile und grüne Stromnetze sorgen
© LANline

Eaton und Microsoft wollen künftig zusammenarbeiten, um Geld- und Energieeinsparungen im Rechenzentrumssegment zu realisieren. Die erweiterte Integration erneuerbarer Energien soll ein nachhaltigeres und stabileres Stromnetz schaffen. Die Ergebnisse der bisherigen Zusammenarbeit haben die beiden Unternehmen soeben veröffentlicht.

In der Publikation zeigen Microsoft und Eaton, wie die Betreiber von Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen können, indem sie Energie speichern und bei Bedarf ins Netz zurückspeisen. Diese Möglichkeit stelle einen Kernbestandteil von Eatons Everything-as-a-Grid-Ansatz dar, mit dem das Unternehmen die Dekarbonisierung der Energieerzeugung vorantreiben will.

„Erneuerbare Energien sind zwar die Energiequelle der Zukunft, aber sie schaffen zusätzliche Komplexität für das Netz“, erklärte dazu Astrid Hennevogl-Kaulhausen, Head of Sales Germany UPS Systems and Datacenter bei Eaton. „Betreiber von Rechenzentren haben die Chance, ihre USV-Anlagen zu nutzen, um die Komplexität und die Herausforderungen des Netzes zu verringern und gleichzeitig neue Einnahmequellen zu schaffen, um ihren eigenen Energieverbrauch auszugleichen.“ Die Möglichkeiten, die man gemeinsam mit Microsoft in einem Whitepaper skizziert habe, sollen sowohl für die Betreiber von Rechenzentren als auch für die Zukunft des Netzes große Bedeutung gewinnen.

Ehsan Nasr, Senior Engineer, Data Center Advanced Development bei Microsoft, sagte: „Rechenzentren sind das Herzstück unserer digitalen Wirtschaft und haben die Fähigkeit, eine leicht verfügbare, bessere Unterstützung für das Stromnetz zu bieten. Diese Unterstützung trägt dazu bei, dass die Stromnetze einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien erreichen können. Wenn die in Rechenzentren gespeicherte Energie zur Bereitstellung von Flexibilitäts- und Optimierungsdiensten genutzt wird, wird sie zu einem Asset mit einem höheren Wert, sodass Netzbetreiber, Betreiber von Rechenzentren und die Umwelt profitieren – ein dreifacher Vorteil.“

Eatons EnergyAware, eine netzinteraktive USV, schützt IT-Geräte vor Spannungs- und Frequenzanomalien und kann gleichzeitig die angeschlossenen Energiespeicher nutzen, um die Stromversorgung und den Energiefluss intelligent zu steuern. Eaton und Microsoft demonstrierten diese Fähigkeiten in einem EnergyAware-USV-Technik-Pilotprojekt im Microsoft Innovation Center in Boydton, Virginia, wo sie die Energiespeicherfähigkeiten einer mit Lithium-Ionen-Batterien betriebenen USV von Eaton nutzten, um als verteilte Energieressource (Distributed Energy Ressource – DER) für Netzbetreiber zu dienen. Microsoft und Eaton haben das USV-Notstromsystem nach eigenen Angaben so entwickelt, dass es auf die Netzbedingungen reagiert und erkennt, wann es Strom aufnehmen, speichern und entladen muss, um die Frequenzregulierung für eine größere Netzstabilität zu unterstützen.

Mit einer Kapazität von mehreren Tausend Megawatt in Backup-Stromversorgungssystemen zeige das erfolgreiche Pilotprojekt das Potenzial, netzstabilisierende Speicherlösungen für Rechenzentren schnell zu skalieren und die Nutzung erneuerbarer Energien auszuweiten. Microsoft prüft derzeit in Zusammenarbeit mit Eaton die Möglichkeit eines weiteren Einsatzes in neuen Projekten in anderen Regionen. Microsofts Zusammenarbeit mit Eaton soll die die Verpflichtung des Unternehmens untermauern, bis 2030 eine negative Kohlenstoffbilanz zu erreichen.

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