RZ-Standort Deutschland

Versorgungssicherheit gefragt

10. August 2022, 7:00 Uhr | Uwe Taeger/jos
Dominik Weyland, Geschäftsführer von Enexion
„Im energiewirtschaftlichen Umfeld liegen zahlreiche Optimierungspotenziale verborgen, die vielen Unternehmen einfach nicht bekannt sind“, sagte Dominik Weyland, Geschäftsführer von Enexion.
© Enexion

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung ist die Weiterentwicklung des Rechenzentrumsstandorts Deutschland von zentraler Bedeutung. Wie die aktuelle Studie „Rechenzentren in Deutschland“ des Bitkom e.V. zeigt, zählen deutsche RZs derzeit zu den zuverlässigsten Anbietern in Europa. Doch diese Stellung ist insbesondere im Hinblick auf die Energieversorgungssicherheit in Gefahr.

Laut Enexion, einem Spezialisten, der sich seit rund 15 Jahren auf die anbieterunabhängige Optimierung des Strom- und Gaseinkaufs für energieintensive Unternehmen spezialisiert hat, wird das Energiekosten-Management künftig immer stärker zum Zünglein an der Waage. „Weitblick bei der Strombeschaffung entwickelt sich für Rechenzentrumsbetreiber mehr und mehr zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung im Betrieb sind dabei das eine. Doch bevor Strom überhaupt so effizient wie möglich eingesetzt werden kann, muss er dem RZ erst einmal zu kompetitiven Kosten zur Verfügung stehen bzw. geliefert sein“, so Dominik Weyland, Geschäftsführer von Enexion.

Im steigenden Energiebedarf bei gleichzeitig immer größeren Unsicherheiten auf den Beschaffungsmärkten sehen die Spezialisten derzeit eine der größten Herausforderung auf Seiten von Rechenzentrumsbetreibern. Entsprechend der Bitkom-Studie wächst der durchschnittliche Strombedarf deutscher Rechenzentren pro Jahr um etwa 3,5 bis fünf Prozent. Das Gesamtvolumen könne danach im Jahr 2030 bei 23 bis 29 Milliarden kWh liegen (2020: etwa 16 Milliarden kWh).

Angesichts der energiekostentreibenden Umstände durch aktuelle soziale und politische Veränderungen (Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg) erhöht sich der Druck zusätzlich. „Situationen wie der jetzige Ukraine-Krieg haben ja nicht nur nachteilige Effekte wie erhöhte Strompreise zur Folge, sondern können sich insgesamt negativ auf die langfristige Sicherheit der Stromversorgung und damit den Betrieb auswirken“, so der Enexion-Geschäftsführer.

Genau an diesen Stellschrauben setze sein Unternehmen an und unterstützt Rechenzentren und energieintensive Unternehmen anderer Branchen dabei, das Energiemarktgeschehen transparent zu überblicken und im Dickicht komplexer Normen, Gesetze und Verordnungen des liberalisierten Strommarkts oder der beschlossenen Dekarbonisierung vorausschauend zu agieren. Dabei stehe nicht nur ein möglichst wirtschaftliches Energiekosten-Management im Fokus. Vor allem die langfristige Versorgungs- und Planungssicherheit in der Strombeschaffung gewinne in Anbetracht der aktuellen Rahmenbedingungen zunehmend an elementarer Bedeutung.

„Im energiewirtschaftlichen Umfeld liegen zahlreiche Optimierungspotenziale verborgen, die vielen Unternehmen einfach nicht bekannt sind“, sagte Weyland und führte als Beispiel an: Im Rahmen der Standortsuche eines RZ-Betreibers konnte der vom Unternehmen an den Netzbetreiber zu entrichtende Baukostenzuschuss durch intensive Verhandlungen und Anwendung der Regulierung um einen zweistelligen Millionenbetrag gesenkt werden. Genau solches Wissen komme im ganzheitlichen Angebot des Anbieters zum Tragen. Unternehmen sollen insbesondere von den intelligenten Beschaffungslösungen profitieren können, da sie nicht nur klare Kostenvorteile generieren, sondern vor allem Planungssicherheit gewährleisten.

Nutzer seien zum Beispiel über das Energievollkosten-Management in der Lage, sich im Hinblick auf den Energieeinkauf vorausschauend, zuverlässig und langfristig stabil zu positionieren. Weiterer Vorteil: Das Enexion-Team ermögliche RZ mit einem Energieverbrauch von über 50 GWh/a den Zugang zum versorgerunabhängigen Großhandelsmarkt (OTC). Dadurch ergeben sich bereits beim Einkauf enorme Kosteneinsparungen, da vertriebsbedingte Intransparenzen und kostentreibende Margen durch Zwischenhändler entfallen. Gleichzeitig verfügen sie über einen schnellen wie detaillierten Überblick sowie ein lückenloses Reporting. Neben der technischen Vorreiterrolle – etwa durch ein breites SaaS-Lösungsportfolio – sollen Kunden die anbieterunabhängige Beratung und Umsetzung nutzen können.

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