Veeam will weg vom Image des Backup-Lieferanten und positioniert sich als End-to-End-Anbieter von Datenverfügbarkeit für digitale Unternehmen bis in das Konzernsegment. Man könne die Verfügbarkeit sämtlicher Workloads im Unternehmen sicherstellen – unabhängig davon, ob es sich um virtuelle, physische oder Cloud-Workloads handelt, betonte der Hersteller jüngst bei einer Pressekonferenz in München.

„Verfügbarkeit“, so Gerald Hofmann, Veeams Vice President Central EMEA (also für den DACH-Markt), ist „die Voraussetzung für die digitale Transformation“. Angesichts zunehmender Digitalisierung von Geschäftsprozessen erlaube es die hauseigene Plattform inzwischen selbst Großunternehmen, ihre Backup-Bestandslösungen durch eine zentrale, durchgängige Plattform abzulösen.

Dies gelte für alle Daten jeglicher Applikation, ob lokal oder in der Cloud. Letztere gewinne in Deutschland rasant an Bedeutung: Der durch den NSA-Skandal bedingte „Cloud-Dämpfer“, so Hofmann, sei vorüber: „Das hat sich komplett verändert. Die Not der Unternehmen treibt das Thema Cloud in allen Bereichen.“

Vor diesem Hintergrund erspare Veeam Recovery to Microsoft Azure einem Unternehmen die Kosten für einen dedizierten Disaster-Recovery-Standort per Replikation der Daten in die Microsoft-Cloud (die hierzulande als Azure Cloud Deutschland von T-Systems betrieben und betreut wird). Der Hersteller lobte die einfache Konfiguration und Inbetriebnahme inklusive Verschlüsselung der Kommunikation per Veeam PN (Private Network).

Zugleich hat der Anbieter seine Virtual Backup Appliance aus dem Azure Marketplace zur „Veeam Availability Console“ ausgebaut. Diese eigne sich als Management-Interface für Service-Provider wie auch für dezentrale Unternehmensstrukturen: Sie erlaube die zentrale Verwaltung virtueller, physischer und Cloud-basierter Umgebungen ebenso wie die Fernsteuerung und Überwachung von Veeam-Backups und -Replicas für Kunden. Veeam verspricht MSPs (Managed-Service-Provider) eine einfache Integration und Inbetriebnahme neuer Mandantenumgebungen inklusive Nachverfolgung und Verrechnung genutzter Dienste.

Die Veeam Availability Suite (VAS), seit Dezember letzten Jahres in der Version 9.5 Update 3 erhältlich, soll dabei die Verfügbarkeit sämtlicher Workloads im Unternehmen über eine einheitliche Plattform sicherstellen. Dank des neuen Supports für VMware Cloud auf Amazon Web Services (AWS) könne ein Unternehmen Veeams Verfügbarkeitslösungen jetzt nahtlos in VMware-basierten Public-, Private- und Hybrid-Cloud-Umgebungen einsetzen.

Das aktuelle VAS-Release bietet laut Veeam mit „Universal Storage API“ eine Speicherschnittstelle, mit der man neue Speicher künftig schneller integrieren könne. VAS 9.5 Update 3 bringe aber noch eine Reihe weiterer wichtiger Neuerungen mit. So habe man zum Beispiel das Management des hauseigenen Agenten für Microsoft Windows und Linux zusammengeführt. Der Windows-Agent (aktuell in Version 2.1) schütze Failover-Cluster geschäftskritischer Windows Server; der Linux-Agent (aktuell v2) dient dazu, Daten in ein Veeam Cloud Connect Repository zu sichern. Er unterstütze Scale-out-Backup-Repositories als Backup-Ziele ebenso wie quellseitige Verschlüsselung.

Der Hersteller hat seine bestehenden Allianzen mit HPE, Cisco und NetApp um eine mit IBM ergänzt. So biete man jetzt eine Integration von IBMs Spectrum Virtualize, die Erweiterung der Storage-Snapshot-Integrationsfunktionen auf IBM Storwize sowie SAN-Volume-Controller-basierte Storage-Arrays. Dies sorge für bessere RTOs und RPOs (Recovery Time Objectives, Recovery Point Objectives).

Die Veeam-Software unterstütze inzwischen IBM AIX ebenso wie Oracle Solaris zum Schutz physischer Workloads in Unix-Umgebungen. Damit will der Hersteller insbesondere großen Unternehmen helfen, ihre kritischen Anwendungen, Systeme und Daten in heterogenen, verteilten Umgebungen einheitlich zu schützen. Außerdem vertiefe man per Storage-Snapshot-Integration für Lenovo-Storage der V-Serie die Partnerschaft mit dem asiatischen Hersteller. Lenovos DS-Serie sei nun als „Veeam Ready“-Primär-Backup-Speicher zertifiziert.

Angesichts der im Mai kommenden EU-DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) bietet die Veeam-Lösung nun zusätzliche Compliance-Funktionen für das Daten-Management. So könne man zum Beispiel schnell feststellen, welche an einem bestimmten Standort gespeicherten Daten an anderen Orten noch vorliegen.

Regionalchef Hofmann zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres sehr zufrieden. Das 2006 gegründete Unternehmen habe inzwischen über 3.000 Mitarbeiter und über 282.000 zahlende Kunden. Man sei über 38 Quartale hinweg zweistellig gewachsen, der Auftragseingang habe im Jahr 2017 bei 827 Millionen Dollar gelegen. Als Nächstes peile man die Umsatzmilliarde an. In Deutschland hat Veeam laut Hofmann 2017 gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent zugelegt.

Der Anbieter zählt 74 Prozent der Fortune-500-Unternehmen zu seiner Kundschaft. Besonders stolz war Hofmann auf die hohe Kundenzufriedenheit: Veeam erreiche einen NPS (Net Promoter Score, also die Antwort auf die Frage: „Würden Sie den Hersteller weiterempfehlen?“) von 73. Zum Vergleich: Der Branchendurchschnitt liegt bei 32.

Weitere Informationen finden sich unter www.veeam.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.