Im zweiten Quartal 2019 ist die Anzahl der DDoS(Distributed-Denial-of-Service)-Angriffe gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 18 Prozent angestiegen. Auch Attacken auf Anwendungsebene – deren Organisation komplexer ist, sodass sich Schutzmaßnahmen schwieriger gestalten – zeigten ein deutliches Wachstum. Diese Zahlen stiegen im Vergleich zum zweiten Quartal 2018 um nahezu ein Drittel (32 Prozent). Damit machen DDoS-Angriffe heute fast die Hälfte (46 Prozent) aller Angriffe aus, die die DDoS-Protection des Sicherheitsanbieters verhindert, so Kaspersky weiter.

Im zweiten Quartal dieses Jahres war die Zahl der DDoS-Angriffe um 44 Prozent geringer als im vorhergehenden Quartal. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingegen stieg die Anzahl der Angriffe im zweiten Quartal um 18 Prozent und im Vergleich zum gleichen Referenzzeitraum 2017 um 25 Prozent an.

Der saisonale Rückgang wirkte sich nur geringfügig auf die Anzahl der Angriffe auf Anwendungsebene aus und ging im Vergleich zum Vorquartal nur um vier Prozent zurück. Diese Art von Angriffen zielt auf bestimmte Anwendungsfunktionen oder -APIs ab, um nicht nur das Netzwerk, sondern auch Server-Ressourcen zu kompromittieren. Sie sind schwieriger zu erkennen und zu schützen, da sie die Ausführung legitimer Anfragen enthalten. Im Vergleich zum zweiten Quartal im Jahr 2018 ist die Anzahl dieser Angriffe um fast ein Drittel (32 Prozent) gestiegen, wobei deren Anteil am Gesamtvolumen in diesem Zeitraum auf 46 Prozent anwuchs. Dies bedeutet eine Steigerung um neun Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Jahres und um 15 Prozent im Vergleich zu 2018.

Die Analyse der Befehle, die von Command-and-Control-Server-Bots empfangen wurden, ergab, dass der längste DDoS-Angriff des zweiten Quartals 2019 509 Stunden dauerte – fast 21 Tage. Dies ist der längste Angriff seit Kaspersky im Jahr 2015 begonnen hat, Botnet-Aktivität zu überwachen. Zuvor dauerte der längste Angriff 329 Stunden und wurde im vierten Quartal 2018 registriert.

„Traditionell fahren Unruhestifter, die DDoS-Angriffe nur zum Spaß durchführen, im Sommer in den Urlaub und lassen ihre Tätigkeit bis September ruhen“, erklärt Alexey Kiselev, Business Development Manager im Kaspersky-DDoS-Protection-Team. „Die Statistiken für dieses Quartal zeigen jedoch, dass professionelle Angreifer, die komplexe DDoS-Attacken durchführen, auch in den Sommermonaten intensiv arbeiten. Dieser Trend ist für die Unternehmen beunruhigend. Viele sind gut gegen hohe Mengen an Junk-Traffic geschützt, aber DDoS-Angriffe auf Anwendungsebene erfordern die Identifizierung illegitimer Aktivitäten, auch wenn deren Volumen gering ist. Wir empfehlen Unternehmen daher, sicherzustellen, dass ihre DDoS-Schutzlösungen diesen komplexen Angriffen standhalten können.“

Der vollständige Bericht steht unter securelist.com/ddos-report-q2-2019/91934/ zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.