Mit einem ganzen Bündel an neuen Lösungen will Dell Technologies den speziellen Herausforderungen von Edge-Standorten begegnen. Zu den Neuerungen im Portfolio zählen neue Server, verkleinerte modulare Rechenzentren, ein optimiertes Telemetrie-Management und eine Plattform zur Analyse von Streaming-Daten.

Der Hersteller sieht in den Edge-Standorten zwar große Chancen, dennoch sei dort häufig mit Einschränken zu rechnen. Indem Unternehmen Anwendungen und Infrastrukturen dort platzieren, wo die Daten entstehen, verringert sie die Latenz, erhöhen die Antwortzeiten und ermöglichen auf diese Weise wertvolle Echtzeitanalysen, so Dell. Dabei seien sie jedoch häufig mit beengten Räumen, widrigen Umgebungen oder besonderen Sicherheitsanforderungen konfrontiert. Mit den neuen Lösungen will der Hersteller diese Einschränkungen überwinden.

Mit dem PowerEdge XE2420 hat Dell nach eigenen Angaben nun einen kompakten und hochleistungsfähigen Server mit geringer Einbautiefe vorgestellt, der gezielt für die beengten Platzverhältnisse und widrigen Umgebungsbedingungen konzipiert wurde. Auf diese Weise soll er die Leistung, Verfügbarkeit und Sicherheit bieten, die TK-Anbieter etwa beim Aufbau von Edge-Netzwerken für 5G benötigen.

Beim PowerEdge XE2420 handelt es sich nach Herstellerangaben um einen Zwei-Sockel-Server mit geringer Latenz, der sich zudem mit bis zu vier Beschleunigern und einer Speicherkapazität von bis zu 92 TByte ausrüsten lässt. So sei er flexibel an steigende Anforderungen von Geschäfts- und Analyseanwendungen anpassbar. Der NEBS-zertifizierte Server (Network Equipment-Building System) toleriere außerdem hohe und niedrige Umgebungstemperaturen und lasse sich für den Einsatz an staubigen Standorten optimal mit einer Filterblende versehen. Seine Ein- und Ausgänge sowie sein Netzteil sind von vorne zugänglich, sodass Service-Techniker einen leichten Zugang zur Lösung haben.

Mit dem Modular Data Center Micro 415 bietet Dell eine RZ-Lösung die eine vorintegrierte IT, Stromversorgung, Kühlung und Remote-Management auf Enterprise-Niveau bieten soll – und dies auf kleinerem Raum als seine Vorgängermodelle, wie der Hersteller weiter mitteilt. Mit der Lösung haben Unternehmen nun die Möglichkeit, ein komplettes Rechenzentrum an Standorten zu implementieren, die eigentlich als untauglich dafür erscheinen, etwa an der Basis eines TK-Sendemasts. Zum Schutz des IT-Equipments vor Ort bietet das MDC Micro umfangreiche physische Sicherheitsvorkehrungen. Laut Hersteller handelt es sich hierbei um Gehäuse, die extremen Temperaturen standhalten, abschließbare Türen sowie eine optionale Raucherkennung und Brandunterdrückung.

Die Ein- und Ausgänge sowie das Netzteil des PowerEdge XE420 sind von vorne zugänglich. Bild: Dell Technologies

Mit iDRAC9 Datacenter hat Dell zudem eine neue Version seines Remote Access Controllers vorgestellt. Dieser hat im Zuge der neuen Version zusätzliche Analysefunktionen für Streaming-Daten erhalten. Sie sollen dabei helfen, den Betrieb sämtlicher PowerEdge-Server an Edge-Standorten nachzuvollziehen. Darüber hinaus helfe iDRAC9 Datacenter Unternehmen dabei, die Anforderungen bei Implementierung, Absicherung und Betrieb in Edge-Umgebungen zu bewerkstelligen. Die Funktionen für die Bereitstellung per Fernzugriff lassen sich im Vergleich zu einer manuellen Implementierung die Administrationszeiten nach der initialen Einrichtung um bis zu 99 Prozent reduzieren, so Dell weiter.

Mit der Streaming-Telemetrie sollen Unternehmen außerdem Trends erkennen, den Betrieb feinjustieren und Predictive Analytics durchführen können – und damit die Leistung maximieren, Ausfallzeiten reduzieren und Risiken vermeiden.

Die vereinfachte automatische Zertifikatsaktivierung von iDRAC9 Datacenter ermögliche zudem eine „Zero-Touch“-Security am Edge ebenso wie an zentralen Standorten. Mit zwanzig neuen und KI-basierten Kennzahlen-Reports, die laut Hersteller nahezu 2,9 Millionen Datenpunkte pro Server abdecken, seien IT-Abteilungen in der Lage, eigene Auswertungen für die spezifischen Daten zu entwickeln, die sie analysieren möchten; sei es für ein einziges System oder für sämtliche mit iDRAC9 unterstützen Systeme unabhängig von ihrem Standort.

Des Weiteren hat Dell die Streaming Data Platform angekündigt, die Unternehmen die Aufnahme und Analyse von Edge-Streaming-Daten ermöglichen soll. Sie helfe auf diese Weise dabei, das Infrastruktur-Management zu vereinfachen und neue Erkenntnisse für die Verbesserung der Dateninfrastruktur zu erschließen.

Nach Bekunden des Herstellers sei die Plattform als ganzheitliche Lösung für sämtliche Unternehmensdaten konzipiert – ob gestreamt oder nicht. Dafür umfasse sie Funktionen für eine selbstskalierende Datenaufnahme, ein Tiering-Storage mit der Möglichkeit, bei Bedarf auch historische Daten aufzurufen, sowie ganzheitliche Analysen von Echtzeit- und historischen Daten.

Der PowerEdge XE2420 soll im ersten Quartal 2020 verfügbar sein. Das Modular Data Center Micro wird voraussichtlich ab Beginn der zweiten Jahreshälfte 2020 zur Verfügung stehen. iDRAC9 Datacenter und die Streaming Data Platform sind nach Herstellerangaben bereits ab sofort verfügbar.

Weitere Informationen finden sich unter www.delltechnologies.com.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.