Laut einer aktuellen Umfrage unter 3.250 IT-Entscheidern und 3.500 Jugendlichen aus vier europäischen Ländern zeichnet sich ab, dass Cloud Computing im Jahr 2025 keine Rolle mehr spielen könnte. Denn so groß die Bedeutung von Cloud-Services im Berufs- und Privatleben auch ist: „Die Cloud“ ist inzwischen so alltäglich, dass sie als Konzept verblasst, so ein Ergebnis der Umfrage.

83,5 Prozent der befragten deutschen IT-Entscheider stuften die Cloud als wichtig für ihren Geschäftserfolg ein. Doch rund jeder vierte (27,3 Prozent, in Deutschland 22,6 Prozent) gab dem Begriff nur eine Restlaufzeit bis höchstens 2025. Ein Drittel (33,6 Prozent) der deutschen IT-Entscheider gab sogar an, den Begriff „Cloud“ bewusst nicht in Gesprächen mit dem Vorstand zu nutzen – er sei zu technisch, zu kompliziert oder zu verwirrend für diese Zielgruppe.

Die Gründe für die abnehmende Relevanz des Begriffs „Cloud“ sehen die hiesigen IT-Entscheider vor allem in der Alltäglichkeit der Cloud-Nutzung. So erklärte fast die Hälfte der deutschen Befragten (44,6 Prozent), die ein Verschwinden des Cloud-Begriffs erwarten, die Cloud werde so stark in den normalen Geschäftsbetrieb integriert, dass bald kein dedizierter Begriff mehr dafür erforderlich sei.

Eine Bestätigung erfährt diese These – obschon eine Minderheitenmeinung in der Umfrage – aus der zweiten Gruppe von Befragten: Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren. Fast zwei Drittel der deutschen Teenager (64,5 Prozent) erklärten, Backup-Services für Daten und Fotos seien ihnen wichtig, 56,5 Prozent sagten dies über Online-Speicher. Dennoch kannte über ein Drittel (34,4 Prozent) den Begriff „Cloud“ nicht. 39,1 Prozent gaben an, den Terminus „Cloud“ höchstens im Informatikunterricht ihrer Schule zu verwenden. Sie nutzen somit Cloud-Services selbstverständlich, haben dabei aber den Begriff nie in ihren Wortschatz aufgenommen.

„Die Cloud scheint vor allem für junge Nutzer der Generationen Y und Z zu einer Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Was wir gestern im Privaten gesehen haben, kommt heute im Beruflichen an,“ kommentierte Dirk Pfefferle, Area Vice President Central Europe bei Citrix. Seine Folgerung: „Wenn Unternehmen zukünftig junge Arbeitskräfte begeistern wollen, müssen sie Lösungen für modernes, Cloud-basiertes Arbeiten bieten – egal, wie sie es am Ende nennen.“

Das britische Marktforschungsinstitut Censuswide hat diese Umfrage im April und Mai durchgeführt. An der Online-Befragung nahmen 3.250 IT-Entscheider aus Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern teil, davon je 1.000 aus Deutschland und Frankreich, 750 aus UK und 500 aus den Niederlanden. Zeitgleich befragten die Marktforscher 3.500 Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren, darunter je 1.000 aus Deutschland, UK und Frankreich sowie wiederum 500 aus den Niederlanden.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.