Eine hybride Infrastruktur ist in vielen Unternehmen bereits der Status quo. Dies erfordert eine Monitoring-Lösung, die die gesamte Netzwerkinfrastruktur im Blick hat. Nur so lassen sich Cloud-Ressourcen effizient nutzen und Probleme frühzeitig isolieren.

Unternehmen wollen im Idealfall ihre Cloud-Ressourcen so effizient wie möglich nutzen, um ihre Kosten unter Kontrolle zu halten und gleichzeitig eine nahtlose Erfahrung für ihre Endbenutzer zu schaffen. Hierbei ist das Überwachen der Cloud-Ressourcen nur der erste Schritt. Der nächste Schritt besteht darin, herauszufinden, was sie mit diesen Informationen anfangen können. Dabei bestimmen die jeweiligen Anforderungen in der Organisation die jeweiligen Prioritäten beim Cloud-Monitoring. Dieser Artikel gibt neun Best-Practice-Beispiele, wie sich ein Cloud-Monitoring umsetzen lässt.

Wichtige Kennzahlen und Ereignisse identifizieren und auflisten: Hier stellt sich die Frage, welche Aktivität das Unternehmen überwachen will. Denn nicht alles, was sich messen lässt, muss in einem Bericht erfasst werden. Der IT-Verantwortliche muss sorgfältig die Kennzahlen ermitteln, die für die Ziele des Unternehmens sowie für das Geschäftsergebnis wichtig sind. Daher sollte er sich Zeit nehmen und genau prüfen, was die eingesetzte Monitoring-Lösung nachverfolgen kann und wie hilfreich sie ist, um die erforderlichen Kennzahlen zu ermitteln.

Alles im Kontext betrachten: Die Cloud-basierten Ressourcen sind Bestandteil der Gesamtnetzwerkinfrastruktur des Unternehmens. Das heißt, dass sie der Administrator auch so verwalten sollte. Mit der verwendeten Cloud-Monitoring-Lösung ist er in der Lage, sowohl Cloud- als auch physische Ressourcen im Kontext zu betrachten. Auf diese Weise erhält der IT-Verantwortliche eine detaillierte Einsicht in Probleme und kann die Ursache von Problemen isolieren, die sich über Technologiesilos hinweg erstrecken können.

Eine Plattform verwenden, um alle Daten zu melden: Die Bedeutung einer zentralen Plattform kann man gar nicht genug betonen. Unternehmen haben neben zu überwachenden Cloud-Diensten ihre eigenen physischen Netzwerkinfrastrukturen. Sie benötigen Lösungen, die Daten von verschiedenen Quellen auf einer einzelnen Plattform melden können. Damit können Firmen einheitliche Kennzahlen und Ergebnisse in einer umfassenden Performance-Darstellung berechnen. Alle Cloud-Anbieter bieten Monitoring-Tools an, allerdings lassen sich diese Tools mögli-cherweise nicht in die bestehende Monitoring-Lösung in einem Unternehmen integrieren. Untersuchungen belegen, dass die IT-Reaktionszeit auf Netzwerkprobleme erheblich beeinträchtigt wird und dass es der IT-Produktivität schadet, wenn eine Organisation zu viele Management-Tools einsetzt. Wenn der IT-Verantwortliche ein Tool für die Berichterstattung in der gesamten Netzwerkumgebung einsetzt, gestaltet sich die Fehlerbehebung schneller und einfacher. Außerdem entfallen dadurch eventuelle Schuldzuweisungen.

Die Verwendung und Kosten von Cloud-Diensten nachverfolgen: Die Kosten von Cloud-Diensten überraschen die meisten traditionellen IT-Teams. Die Skalierbarkeit ist eine Schlüsselfunktion von Cloud-Diensten, aber eine gesteigerte Verwendung kann höhere Kosten verursachen. Robuste Monitoring-Lösungen müssen nachverfolgen können, welcher Anteil der Netzwerkaktivitäten ihres Unternehmens in der Cloud stattfindet und wie viel es kostet. Ungenutzte Ressourcen sind kein großes Problem, wenn es um lokale Netzwerkkomponenten wie Server und Router geht, allerdings kostet der Großteil der Cloud-Ressourcen Geld, wenn er nicht genutzt, und noch mehr, wenn er genutzt wird. Eine Monitoring-Lösung, die die IT-Abteilung warnt, wenn Cloud-Ressourcen das Budget oder die Nutzungsbeschränkungen übersteigen, kann einem Unternehmen einen großen Betrag sparen.

Die eingesetzte Monitoring-Lösung sollte anpassbare Dashboards unterstützen, die umgehend transparent machen, was aktiv und inaktiv ist, was stark genutzt wird und was ungenutzt ist. Bild: Progress/Ipswitch

Langfristige Trends verfolgen: Ein Großteil der Monitoring-Tools, die Cloud-Dienstanbieter anbieten, bewahren Daten nur für eine begrenzte Zeit auf (üblicherweise 90 Tage oder weniger). Dieser Zeitraum ist viel zu kurz für eine angemessene Langzeit-Trendanalyse. Ein Monitoring-Tool sollte die Verwaltung dieser Daten unterstützen, um Trends zumindest über mehrere Monate aufzeigen zu können. Die Netzwerkaktivität im Januar weicht wahrscheinlich stark von der im Juli ab, aber dies lässt sich unmöglich in einem Zeitfenster von 90 Tagen analysieren. Die Kenntnis von langfristigen Netzwerk-Trends kann einen effizienteren Betrieb des Netzwerks erleichtern und sich gleichzeitig zeit- und kostensparend auswirken.

Warnmeldungen und proaktive automatisierte Aktionen einrichten: Das Senden von Warnmeldungen an IT-Mitarbeiter ist ein guter Start, aber IT-Teams müssen Probleme in der Cloud vorausschauend behandeln können. Wenn die Aktivität festgelegte Werte unter- oder überschreitet, sollte die passende Lösung in der Lage sein, Server automatisch hinzuzufügen oder herauszunehmen, um Effizienz und Leistung aufrecht zu erhalten. Das Gleiche gilt im Fall von Leistungsproblemen. Dadurch werden IT-Teams viel produktiver und können Probleme einfacher beheben, bevor sich diese auf Endbenutzer auswirken.

Dashboards helfen bei der Fehlerbehebung

Die Endbenutzererfahrung überwachen: Unternehmen müssen wissen, wie das Benutzererlebnis bei der Verwendung ihrer Cloud-basierten Anwendungen aussieht. IT-Teams sollten daher Kennzahlen wie die Reaktionszeiten und Nutzungshäufigkeit überwachen, um ein umfassendes Bild der Performance zu erhalten.

Unmittelbare Transparenz für alle einrichten: Unabhängig davon, ob das Unternehmen ein Network Operations Center (NOC) unterhält, sollten Netzwerkstatus und -Performance für jedermann auf einen Blick ersichtlich sein. Die eingesetzte Monitoring-Lösung sollte anpassbare Dashboards unterstützen, mit denen umgehend transparent wird, was aktiv und inaktiv ist, was stark genutzt wird, was ungenutzt ist und so weiter. Dadurch wird nicht nur die Fehlerbehebung vereinfacht, sondern IT-Teams erkennen dadurch, wenn sich Probleme entwickeln und können diese vorausschauend beheben, bevor sie sich auf die Endbenutzer auswirken.

Auf Fehler prüfen: Außerdem ist es ratsam, die verwendeten Tools zu testen, um zu erfahren, was bei einem Ausfall oder einer Datenschutzverletzung passiert. Auch sollten Administratoren die Warnfunktionen und/oder automatisierten Reaktionssysteme bewerten, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht sind.

Die Ausweitung der unternehmenseigenen Netzwerkumgebung auf die Cloud bietet sehr viele Vorteile, aber eine Überwachung der Ergebnisse ist essenziell. Der Artikel hat erläutert, was ein Unternehmen aus welchem Grund tun sollte.

IT-Teams sollen proaktiv agieren können

Der letzte Schritt ist allerdings der zeitaufwändigste: das Wählen einer Monitoring-Lösung für die gesamte Netzwerkumgebung im Unternehmen. Die genannten Best Practices als Checkliste können einer Firma dabei helfen, eine Lösung zu finden, die die unternehmenseigenen Anforderungen erfüllt.

Dabei gilt es auch, die wichtigsten Eigenschaften zu beachten: Wie gut sind diese Informationen vom Cloud-Anbieter integriert, wie gut kann die Lösung diese Informationen in den Kontext der restlichen Netzwerkumgebung einordnen, und wie gut können IT-Verantwortliche damit Probleme vorausschauend beheben, bevor diese sich auf die Endbenutzer auswirken?

Auch sollte man beachten, dass ein Unternehmen Geld verliert, wenn ein Endbenutzer von einem Netzwerkproblem beeinträchtigt wird, und dass ein IT-Team mit einer guten Netzwerk-Monitoring-Lösung vorausschauend – also proaktiv statt reaktiv – agieren kann.

Mark Towler ist Product Marketing Manager bei Progress/Ipswitch, www.progress.com.