Beim Thema Cloud haben Unternehmen die Qual der Wahl. Viele entscheiden sich daher für den Multi-Cloud-Ansatz, wenn es um die Speicherung ihrer Daten angeht. Dies führt jedoch dazu, dass die Sicherung der Daten komplexer wird. Abhilfe schaffen Lösungen, die ein übergreifendes Backup-Management ermöglichen.

Viele Unternehmen wollen in Sachen Cloud keinem einzelnen Anbieter den Vorzug geben – und nutzen in Multi-Cloud-Umgebungen beispielweise Amazon Web Services und Microsoft Azure zur Datenablage parallel. Dafür benötigen sie allerdings eine Lösung, die sämtliche Backup-Daten unabhängig vom Speicherort analysiert und dem Anwender eine ganzheitliche Sicht auf die vorliegenden Informationen bietet.

So können Unternehmen die Komplexität des Backup-Managements reduzieren und gewährleisten, dass die gewählte Plattform sämtliche Backups erfolgreich durchgeführt hat, die richtige Menge an Speicherkapazitäten für die Informationen bereitstellt und Compliance-Vorschriften einhält.

Nutzt ein Unternehmen beispielsweise einen neuen Server, kann es passieren, dass Mitarbeiter ihn versehentlich mit keiner Backup-Software bekanntmachen. Um das zu erkennen, hilft eine herstellerunabhängige Lösung, die automatisch und kontinuierlich ein erfolgreiches Backup-Management sicherstellt. IT-Verantwortliche sehen dann, wo Backup-Daten fehlen, bekommen aber auch Informationen darüber, wie es um kopierte Daten bestellt ist.

Anhand von Änderungsraten der Informationen lassen sich außerdem Anomalien identifizieren, etwa ob Daten ungewöhnlich stark verändert wurden. Verwenden Mitarbeiter die Daten ganz normal, liegt die Änderungsrate bei rund fünf Prozent. Steigt sie an und weist hohe zweistellige Werte auf, sollten Unternehmen genauer hinsehen. Denn dann spricht vieles dafür, dass sich Cyberkriminelle Zugriff auf die Informationen verschafft haben könnten.

Backup-Prozesse bis zur Fertigstellung verfolgen

Damit Unternehmen auch im Falle eines Hackerangriffs keinen Schaden davontragen, müssen Sicherheitskopien für sämtliche Daten vorhanden sein. Daher darf auch in komplexen Backup-Umgebungen, in denen gleichzeitig mehrere tausend Backup-Aufträge verarbeitet werden, der Überblick nicht verloren gehen. Eine Reporting- und Management-Lösung, die die gesamte Backup-Infrastruktur mitsamt Backup-Servern, Clients und Richtlinien automatisch erfasst, ist für große Konzerne mit heterogenen Infrastrukturen somit unverzichtbar.

Sie verfolgt Backup-Aufträge vom Anfang bis zum Ende, validiert erfolgreiche Abläufe und weist auf fehlgeschlagene Prozesse hin. Zudem schlägt die Lösung Alarm, sollte das Backup-System fälschlicherweise davon ausgehen, dass Sicherheitskopien bestimmter Daten vorliegen, obwohl sie nicht erstellt wurden. Erst dann ist das Unternehmen bei einem Ausfall oder Hackerangriff abgesichert. Gezielte Datenanalysen helfen außerdem dabei, dass die benötigten Speicherkapazitäten der Backup-Daten planbar und optimal aus­gelastet sind.

Dadurch können die Nutzer feststellen, wann sie aller Voraussicht nach zusätzliche Kapazitäten bereitstellen müssen. Reportings geben zudem darüber Auskunft, ob es sich bei dem untersuchten Speicher um einen physischen oder virtuellen Speicher handelt, oder auch ob er mit Oracle- oder SQL-Servern betrieben wird.

Bei physischen Speichern wie Virtual Tape Libraries (VTL) bekommen Unternehmen die Möglichkeit, mit bestimmten VTL-Anwendungen etwa die aktuelle Auslastung in der Gegenwart zu bestimmten und für die Zukunft zu prognostizieren. Mithilfe von Command Line Interfaces (CLI) und Simple Network Management Protocols (SNMP) können Administratoren den Reportings beispielsweise die Information entnehmen, dass in der VTL kein freier Speicherplatz mehr vorhanden ist.

Unternehmen sollten Werkzeuge zur Datenanalyse auch dafür nutzen, um festzustellen, ob Sicherheitskopien bestimmter Informationen Compliance-konform sind. Administratoren sind gut beraten, täglich sämtliche Informationen auf ihre datenschutzrechtlichen Anforderungen zu überprüfen. Compliance-Berichte geben Aufschluss über Änderungen an den Informationen und weisen auf drohende Regelverstöße hin. Sie sind außerdem unerlässlich, wenn es darum geht, Service-Level-Agreements, internen Compliance-Anforderungen und externen Sicherheitsaudits zu entsprechen.

Je anschaulicher die Analysen für die Anwender aufbereitet sind, desto einfacher lassen sie sich auswerten. Übersichtlich gestaltete Dashboards helfen Unternehmen, schnell und unkompliziert auf Informationen zuzugreifen und als Entscheidungsgrundlage zu nutzen. Von besonderem Vorteil sind anpassbare Dashboards. Ein Beispiel für eine flexible Lösung bietet Veritas, das mit der Plattform Aptare maßgeschneiderte Reportings bereitstellt.

Sascha Oehl ist Director Technical Sales DACH bei Veritas, www.veritas.com.