Dätwyler-Studie vergleicht Digitalisierungsstand

RZ und Cloud spielen zusammen

05. August 2020, 07:00 Uhr   |  Dr. Jörg Schröper

RZ und Cloud spielen zusammen

Der Verkabelungs- und Infrastrukturhersteller Dätwyler hat in einer Studie die unterschiedlichen Digitalisierungsdetails in China und der DACH untersuchen lassen. Ein Ergebnis der noch vor der Corona-Pandemie durchgeführten Untersuchung: Das Fundament einer soliden Infrastruktur für die Digitalisierung ist zumindest im deutschsprachigen Raum immer noch das klassische RZ.

In der DACH-Region halten nach der von Techconsult durchgeführten Untersuchung rund 83 Prozent der Befragten die IT-Infrastruktur für entscheidend oder wichtig für den digitalen Veränderungsprozess. In China sind es sogar fast 98 Prozent. Die Befragung erfolgte branchenübergreifend von Dezember 2019 bis Januar 2020 bei jeweils 200 Führungskräften in deutschen und chinesischen mittelständischen Unternehmen.

Die Untersuchung fand vor der Corona-Pandemie statt. Die Krise habe jedoch nochmals bestätigt, wie überlebenswichtig eine verlässliche Technikbasis für funktionierende digitale Prozesse ist. „Digitale Infrastrukturen, Prozesse und Geschäftsmodelle müssen mit noch mehr Nachdruck realisiert werden“, erklärte Johannes Müller, Chief Executive Officer (CEO) von Dätwyler Cabling Solutions. Die Digitalisierungsdebatte drehe sich häufig um Zukunftsanwendungen wie künstliche Intelligenz, Internet of Things, 5G oder Smart Home.

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© Bild: Dätwyler

Fordert mehr Nachdruck bei der Realisierung digitaler Infrastrukturen: Johannes Müller, CEO von Dätwyler Cabling Solutions.

Die Studie untersuchte zunächst den Status der aktuellen IT-Infrastruktur der mittelständischen Unternehmen mit dem Ergebnis, dass das Fundament einer soliden Infrastruktur für die Digitalisierung zumindest in DACH noch immer das klassische Rechenzentrum ist. Es ist die am häufigsten installierte IT-Infrastruktur. Cloud-Modelle finden sich eher in größeren mittelständischen Unternehmen, dort nutze man sie dann jedoch auch mehrfach. In China greifen Unternehmen dagegen signifikant häufiger auf Cloud-Leistungen wie Infrastructure as a Service (IaaS) oder Platform as a Service (PaaS) zurück.
Insgesamt zeigt sich der Studie zufolge in beiden Regionen ein hohes Investitionsniveau in die IT-Infrastruktur für die kommenden zwölf Monate und darüber hinaus. Darin sind die Auswirkungen der Corona-Krise allerdings nicht mit einbezogen. In die Cloud wollen in den deutschsprachigen Ländern insgesamt 54 Prozent der Unternehmen investieren, in Rechenzentren knapp 53 Prozent der Befragten. Dies zeige eine leichte Tendenz in Richtung Cloud-Computing.

In China liegt die Anzahl der Unternehmen, die ihre IT-Infrastruktur modernisieren wollen, sogar bei 99 Prozent. 64 Prozent investieren in diesem Jahr in Datacenter, gefolgt von IaaS (56 Prozent) und hybriden Cloud-Modellen (48 Prozent). „Die Zahlen legen die Verknüpfung von Cloud-Konzepten mit der Datenverarbeitung im eigenen Rechenzentrum nahe“, sagte Xubing Xia, Geschäftsführer von Dätwyler Cabling Solutions in China.
 

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© Bild: Dätwyler

Sieht eine Verknüpfung von Cloud-Konzepten mit der Datenverarbeitung im eigenen Rechenzentrum: Xubing Xia, Geschäftsführer von Dätwyler Cabling Solutions in China.

Auch 5G-Anwendungen kommen unterschiedlich häufig zum Einsatz: In DACH ist 5G zwar schon sichtbar (zehn Prozent). Anwendungen wie Campus-Netze sind zumeist noch in der Planung (33 Prozent). In China arbeiten aktuell bereits 15 Prozent der Unternehmen mit Campus-Netzwerken. 52 Prozent planen die Nutzung von 5G-Applikationen in den kommenden Jahren.

Edge-Computing hat laut der Untersuchung ein großes Potenzial. Noch spielt es für die IT-Infrastruktur jedoch eine verhältnismäßig geringe Rolle (22 Prozent China, 20 Prozent DACH).
 

Dennoch steht die Technik deutlich auf der Ausgabenagenda vieler Befragter. In DACH gaben 47 Prozent und in China 65 Prozent die Datenverarbeitung „am Rand des Netzwerks“ als Investitionsbereich für die kommenden Jahre an.
Als größte Herausforderung der digitalen Veränderung nannten die Befragten nicht die Kosten. Vielmehr sind es die steigenden Kundenanforderungen und die zunehmende Datenflut, die die Unternehmen zwingen, bei der digitalen Transformation Tempo aufzunehmen.

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