Digitalisierung ermöglicht Stadtwerken neue Geschäftsfelder

Smart Meter und Online-Plattformen verändern das Energiewesen

10. November 2020, 12:30 Uhr   |  Jörg Schröper

Smart Meter und Online-Plattformen verändern das Energiewesen
© Enermarket

Tobias Thiel, Geschäftsführer von Enermarket und Experte für Energiewirtschaft.

Online-Einkaufsportale liefern, was das Herz begehrt. Kommunikation findet über Smartphones statt, und ein Gang zur Bank fällt immer öfter aus, da fast alle Dienstleistungen digital erfolgen. Moderne Technik beeinflusst die Gesellschaft immer stärker. Dass die Digitalisierung inzwischen auch die Stadtwerke erreicht hat, zeigt eine aktuelle Studie (Stadtwerke-Studie, Digitalisierung ermöglicht neue Geschäftsfelder, 2020).

81 Prozent der Beteiligten sehen danach in der Modernisierung dieses Sektors eine sehr große Chance und bewerten sie als Top-Thema der Branche. Im Mittelpunkt der Digitalisierung steht die Datenverarbeitung. Für die Energiewirtschaft ist die Bearbeitung von Datenströmen aus Einspeisung, aus dem Smart Metering oder aus dem Netzbetrieb von besonders großem Interesse. Daten kennen keine Grenzen und ermöglichen übergreifendes Sammeln und Aufbereiten sowie übergreifende Analysen – daraus entstehen neue Geschäftsideen. Zahlen der Stadtwerke-Studie zeigen, dass 79 Prozent der Energieversorger großes Synergiepotenzial im Bereich der Kommunikation sehen.

72 Prozent erhoffen sich Wohnungswirtschaft und Wärmeindustrie als neue Kooperationsbereiche. „Produkte wie Strom und Gas bleiben in einer digitalisierten Welt dieselben, doch Vertriebswege, Vermarktung des Produkts und Anforderungen der zu beliefernden Kunden verändern sich. Verbraucher waren einmal reine Konsumenten, werden aber immer mehr zu aktiven Marktakteuren im Energiesystem“, kommentiert Tobias Thiel, Geschäftsführer von Enermarket und Energieexperte.

Aus den Ergebnissen der Studie gehe hervor, dass Geschäftsführer neue Arbeits- und Kooperationsfelder speziell in den Bereichen sehen, die mit dem Kerngeschäft verwandt sind. Dies bezieht besonders Smart Metering mit ein. Auch Thiel meint: „Fortgeschrittene Digitalisierung im Bereich der Stadtwerke macht sich sehr stark im Einsatz moderner Messgeräte bemerkbar.“ Seit 2017 erfolgt die Einführung sogenannter Smart Meter. Seitdem halten sie in immer mehr deutsche Haushalte Einzug und schaffen eine Verbindung zwischen Stromnetzen, Erzeugern und Verbrauchern. Privatkunden und Betrieben ermöglicht dies, ihr Verbrauchsverhalten bewusst zu steuern und Energiesparpotenziale auszuschöpfen.“ Oft bieten Messstellenbetreiber laut Thiele an, Daten über Gas-, Wasser und Wärmeverbrauch zu messen, die der Kunde dann über eine App analysiert. In Zukunft sollen die Smart Meter Türen zu Datendrehscheiben sein. Kombitarife mit Elektromobilität sind ebenso denkbar wie exakte monatliche Abrechnungen für Kunden, so Thiel.

Mit der Modernisierung tun sich laut dem Experten Chancen auf, die es zu nutzen gilt. „Neue technische Veränderungen ermöglichen Privat- und Geschäftskunden Vorteile, die weit über die digitale Datenerfassung hinausgehen.“ Heute entfalle bereits die Notwendigkeit für einen Gang zum Anbieter vor Ort. „Wir bieten kleinen und mittelständischen Unternehmen mit unserem neutralen Online-Vergleichsportal die Möglichkeit, Angebote verschiedener Versorger einzusehen, und liefern Informationen rund um vielseitige Energielösungen. Wo dies digital und gebündelt geschieht, gibt es keine Alleinanbieter mehr und so wird aus Konkurrenz Konvergenz“, so der Enermarket-Geschäftsführer. Die Stadtwerkestudie bestätige den Experten in seinem Standpunkt. „Gerade in Zeiten von COVID-19 bieten Online-Verträge, die Kunden mit nur wenigen Klicks abschließen, den Kunden eine komfortable Option bei der Wahl eines Energieanbieters“, so der Energieexperte.
 
Weitere Informationen finden Interessierte unter www.enermarket.de.

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