Rechenzentren sind bereits heute große Verbraucher von elektrischer Energie, und die Nachfrage steigt mit zunehmender Digitalisierung schnell und kontinuierlich. Effizienzsteigerungen durch energieeffizientere Systeme und IT sind noch nicht ausgeschöpft. Der Nachhaltigkeitsschub ist noch zu gering. Wenn RZ-Betreiber mehr für die Umwelt und ihr Unternehmen erreichen wollen, müssen sie die von der IT erzeugte Wärme zurückgewinnen. Das Stichwort lautet Abwärmenutzung.

Stattdessen gibt es nach Einschätzung von Christian Gutschmidt, Key Account Manager Data Centre beim Kühlungsexperten Econdition aus Garching, in Deutschland einen regelrechten „PUE-Wettbewerb“, bei dem in Vergessenheit gerate, dass 100 Prozent der Energie verloren gehen. Damit zufrieden zu sein, ist seiner Meinung nach nicht ausreichend.

Bei der Entwicklung von Hyperscale-Rechenzentren ist das Thema Energieeffizienz natürlich von großer Bedeutung. Fast noch wichtiger ist jedoch laut Gutschmidt das Thema Abwärmenutzung. Wenn nur an wenigen Stellen etwa 50 Prozent der gesamten Server-Leistung weltweit in Wärme umgewandelt werden, dann sollte es möglich sein, diese hohe Wärmemenge weiter zu nutzen.

Der Bau des Rechenzentrums in unmittelbarer Nähe der zentralen Infrastruktur zur Strom-, Wärme- und Kälteversorgung einer Stadt mit über einer Million Einwohnern ermöglicht es zum Beispiel, die Betriebskosten für ein Rechenzentrum im industriellen Maßstab auf eine Größenordnung zu senken, die auf dem internationalen Markt ihresgleichen sucht. Die Zukunft liegt laut dem Experten in regionalen Gesamtkonzepten zur Abwärmenutzung und Kostensenkung.

Die zukünftige Aufgabe aller Beteiligten wird es demnach sein, umfassende Gesamtkonzepte zu erstellen, in denen ein großer Teil der anfallenden Abwärme durch Wärmekopplung – Wärmeverschiebung und Wärmerückgewinnung – wieder integriert wird. Die einzelnen Lebenszyklusbetrachtungen können nur eine untergeordnete Rolle spielen, denn letztendlich sichere nur das Gesamtergebnis allen Beteiligten ein sicheres globales Bestehen.

Weitere Informationen zum Konzept von Econdition finden Interessierte unter www.econdition.de.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.