Der chinesische ICT-Konzern Huawei entdeckte die Cloud 2010 erst relativ spät für sich als strategisches Geschäftsfeld. Schon 2011 widmete er jedoch seine wichtigste Firmenkonferenz diesem Thema. Und Ende vergangener Woche lockte der Huawei Cloud Congress (HCC) stattliche 10.000 Teilnehmer nach Shanhai. Huawei erneuerte hier sein Cloud-Bekenntnis und legte zahlreich neue Lösungen nach.

Nach wie vor ist die Enterprise-Sparte bei Huawei kein wirklich großer Player im Markt: Rund zwei Milliarden Euro Umsatz sind dafür zu niedrig. Auch im Konzern nimmt sich der Bereich für Unternehmenslösungen noch eher bescheiden aus: Während das Carrier-Geschäft mit rund 70 Prozent und das Consumer Business mit etwa 25 Prozent zum Konzernumsatz beitragen, sind es im Enterprise erst etwa fünf Prozent. „Wir erleben hier jedoch ein geradezu schwindelerregendes Wachstum, und wir erwarten, dass dieses in den kommenden Jahren sogar noch weiter zulegt“, so Jörg Karpinski, Sales Director Information Technology Germany, in Shanghai. Bis 2020 soll der Umsatz im Enterprise-Geschäft die Zehn-Milliarden-Grenze überschreiten, so der Plan bei Huawei.

 

Stärkster Wachstumsmotor innerhalb des Enterprise Business sollen Lösungen sein, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre IT in die Cloud zu verlagern. Huawei sieht seine Rolle dabei in erster Linie als Infrastruktur-Provider (Infrastructure as a Service, IaaS), darauf aufbauende Lösungen sollen über ein ständig erweitertes Partnernetzwerk realisiert werden. Zu diesen Partnern gehört beispielsweise auch die Deutsche Telekom, die auf dem Cloud-Congress zusammen mit Huawei ihr Public-Cloud-Angebot vorgestellt hat. Für seinen Infrastrukturdienst verwendet die Telekom Hardware von Huawei, die Telekom sichert den Betrieb im deutschen Rechenzentrum. Derzeit testen erste deutsche Kunden das Angebot. Zur Cebit 2016 soll dieser Cloud-Dienst marktreif sein.

 

Auf dem HCC hat Huawei neue Versionen von drei seiner wichtigsten Softwareplattformen angekündigt. Fusionsphere 6.0, Fusioninsight, und Fusionstage. Fusionsphere ist ein Tool zur Cloud-Optimierung und -Integration über Rechenzentren und Daten-Pools hinweg. Es basiert auf Openstack und sieht sich als eine Art Cloud-Betriebssystem. Fusioninsight, eine offene, Hadoop-gestützte Big-Data-Plattform, erlaubt Daten über Silos hinweg zusammenzuführen. Fusionstage schließlich ist eine einfache PaaS-Cloud-Plattform (Platform as a Service) für Entwickler industrieller Anwendungen.

 

Ebenfalls neu angekündigt wurde Oceanstor, eine Service-Plattform für Daten im Rechenzentrum. Mit seinem einheitlichen Management von Speicherressourcen unterstützt Oceanstor automatische Datendienste auf der Basis geschäftlicher Vorgaben. Die Arbeitseffizienz von Rechenzentren soll sich so massiv steigern lassen.

„Wir erleben im Enterprise Business derzeit ein geradezu schwindelerregendes Wachstum, und wir erwarten, dass dieses in den kommenden Jahren sogar noch weiter zulegt“, so Jörg Karpinski, Sales Director Information Technology Germany bei Huawei. Bild: Stefan Mutschler