Der Cloud Foundry Summit, veranstaltet von der Cloud Foundry Foundation am 10. und 11. Oktober in Basel, war erwartungsgemäß stark besucht. Denn die Plattform spielt eine wichtige Rolle im Umfeld von Containern, Micro-Services und Multi-Cloud-Techniken, verspricht sie doch Einsparmöglichkeiten durch Effizienzgewinne in Softwareprojekten. Rund 1.000 Entwickler, Architekten und Systemingenieure waren der Einladung nach Basel gefolgt, ebenso rund 170 Sprecher und Sponsoren. Zwei neue Projekte standen im Vordergrund.

Im Hauptvortrag gab Abby Kearns, Executive Director der Cloud Foundry Foundation, einen Abriss der wichtigsten Ereignisse in der vier Jahre jungen Entwickler-Community. Dabei hob sie die wichtige Rolle hervor, die Cloud Foundry bei Volkswagen spielt: Dort hat man innerhalb von zwei Jahren eine Software-Entwicklungsabteilung hochgezogen, die inzwischen über 250 Entwickler und 2.400 Cloud-Foundry-Instanzen in fünf Regionen verfügt. Über eine Million Kunden der zwölf Konzernmarken versorgt die Cloud-Foundry-Technik mit Diensten.

Eine weitere Referenz in ihrem Hauptvortrag war der Allianz-Konzern. Dieser verfügt laut Kearns dank Cloud Foundry über mehr Agilität in der Softwareentwicklung und konnte die benötigte Zeit für die Softwarebereitstellung von Tagen in den Minutenbereich drücken.

Tatsächlich stellen Konzerne die primäre Nutzerbasis für Cloud Foundry: Laut Kearns kommen 61 Prozent der Plattformnutzer aus Konzernen, 14 Prozent aus dem Mittelstand und 25 Prozent aus kleineren und mittleren Betrieben.

An technischen Neuankündigungen mangelte es auf der Veranstaltung nicht. Auf dem letztjährigen Summit hatte man die Cloud Foundry Container Runtime (CFCR) vorgestellt. Diese verwendet die hauseigene Bosh-Technologie, um Kubernetes-Cluster in der Cloud mit vereinfachter Benutzerführung bereitzustellen und zu warten. Auf dem diesjährigen Summit wurden nun zwei neue Projekte vorgestellt, die die Integration und Zusammenarbeit von Cloud Foundry und Kubernetes weiter vertiefen sollen.

Das erste Projekt namens „CF Containerization“ hat die Aufgabe, die Bosh-basierende Cloud-Foundry-Basisinfrastruktur selbst in Container zu packen, die sich dann in einer Kubernetes-Umgebung verwalten lassen. Der große Vorteil für die Anwender ist, dass man die Cloud-Foundry-Umgebung selbst damit schlanker bereitstellen kann und deutlich weniger Infrastrukturressourcen benötigt, als bei herkömmlicher Bereitstellung mittels virtueller Maschinen notwendig wären.

Das zweite Projekt namens „Eirini“ stellt im Grunde ein Interface dar, um Kubernetes als Scheduler für die Cloud Foundry Application Runtime in einer selbst containerisiert betriebenen CF-Umgebung zu verwenden. Dabei ist Eirini als erweiterbares und möglichst allgemeines System konzipiert, das nicht nur an Kubernetes gebunden ist.

Die Containerisierung von Cloud Foundry wie auch Eirine fanden als Inkubatorprojekte innerhalb der CF Community Akzeptanz. Ihre Entwicklung wird nun zusammen mit 40 weiteren Teilprojekten vorangetrieben.

In seinem Abschlussvortrag stellte Chip Childers, CTO der Cloud Foundry Foundation, die verschiedenen Abstraktionsebenen heraus, mit denen Cloud-Spezialisten heute arbeiten müssen: klassische virtuelle Maschinen bei IaaS (Infrastructure as a Service), Platform as a Service (PaaS), Container as a Service und jüngst auch Functions as a Service. Das eigentliche Ziel der Cloud Foundry Foundation sei es, „den Kunden zu helfen, gut bei der industrialisierten Softwareentwicklung zu werden“.

Dieses Ziel erfordere einen Balanceakt seitens der CF Foundation, da es nötig sei, Innovationen zu übernehmen und in die Plattform einzubauen, aber auch eine vernünftige und verantwortungsvolle Technologiewahl vorzunehmen. Insbesondere will die CF Foundation den Entwicklern eine konsistente Bedienung liefern, unabhängig davon, mit welcher der Abstraktionsebenen sie arbeiten. Die Containerisierung der Infrastruktur und die Entwicklung von Eirini seien wichtige Schritte hin zu diesem Ziel, so Childers.

Vor Ort vertreten waren diverse wichtige Partner aus dem Technikumfeld von Cloud Foundry. Im Gespräch mit LANline betonte Björn Brundert, Principal Specialist SE Cloud Native bei VMware, die Bedeutung des CF-Technologie-Stacks: „VMware und Pivotal sind Platinum Members sowohl bei der Cloud Foundry Foundation als auch bei der Cloud Native Computing Foundation, und die Bereitstellung von Open-Source-APIs für VMwares Kunden aus dem Unternehmensumfeld hat hohe Priorität.“ Unabhängig davon, ob es sich dabei um die OpenStack-, Kubernetes- oder Cloud-Foundry-API handelt, ermögliche man Anwendern, die Vorteile dieser Technologien als integrierte Lösungen im Unternehmensumfeld einzusetzen und den Endanwendern anzubieten.

Die Cloud Foundry Foundation versammelt das Open-Source-Ökosystem, das sich rund um das gleichnamige, ursprünglich im Hause VMware entwickelte PaaS-Projekt entwickelt hat. Nachdem VMware 2013 sein Entwicklerportfolio inklusive Cloud Foundry und SpringSource in das Joint Venture Pivotal ausgelagert hatte, wurde die Foundation Anfang 2015 als Dachorganisation gegründet, um die Weiterentwicklung der Software zu steuern. Zu den inzwischen über 60 Mitgliedern, die die Foundation tragen, gehören neben Pivotal selbst auch Cisco, Google, IBM, Microsoft sowie SAP und Suse.

Pivotal Cloud Foundry ist die zugehörige kommerzielle Distribution, die die Installations- und Verwaltungsvorgänge rund um Cloud Foundry vereinfacht und über Wechselbeziehungen zur neuen Generation von VMwares SDN-Plattform (Software-Defined Networking) NSX-T verfügt.

Das nächste europäische Treffen der Cloud Foundry Foundation soll am 11. und 12. September 2019 im niederländischen Den Haag stattfinden.