Was ist für Mobilfunknetzbetreiber in Zeiten der aufkommenden 5G-Zukunft erforderlich, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen? Ericsson stellte die Verbraucher- und Branchenstudie „Towards a 5G consumer future“ vor, die sechs Handlungsaufforderungen von Verbrauchern erörtert, nach denen Mobilfunknetzbetreiber handeln müssen, um die Grundlage für eine positive Einstellung gegenüber der 5G-Techik zu schaffen. Der Bericht ist laut Ericsson die größte 5G-Vebraucherstudie bislang und repräsentiere die Meinungen von 800 Millionen Smartphone-Nutzern weltweit. Dies sind die sechs Handlungsaufforderungen:

  1. Schafft ein müheloses Kauferlebnis

Verbraucher nehmen den Telekommunikationsmarkt als zu kompliziert wahr. Sechs von zehn Smartphone-Nutzer mühen sich mit der Komplexität von mobilen Datenplänen ab. Es kommt folglich zu einer erheblichen Verschiebung zwischen dem, was die Verbraucher kaufen und dem, was sie tatsächlich nutzen. Nur drei von zehn Smartphone-Nutzern sind zufrieden damit, wie ihre Betreiber Pläne online präsentieren. Damit ist die aktuelle digitale Telekommunikationserfahrung weder leicht noch mühelos.

  1. Bietet den Verbrauchern ein Gefühl von Unbeschränktheit

Verbraucher setzen nicht auf unbegrenzte Daten, aber sie suchen nach einem Gefühl von Unbeschränktheit. Innere Ruhe anstelle der tatsächlichen Nutzung ist meist der größere Anreiz beim Kauf von unbegrenzten Datenvolumen. Die Betreiber werden dazu angehalten, alternative Wege zu beschreiten, um dieses Freiheitsgefühl zu vermitteln.

  1. Behandelt GByte als Währung

Der durchschnittliche Smartphone-Nutzer hat pro Jahr 31 GByte ungenutzter mobiler Daten übrig – dies entspricht etwa 65 Stunden an Video-Anrufen, 517 Stunden Musik-Streaming oder dem Schauen von sechs Staffeln einer TV-Serie. Summiert über ein gesamtes Leben sind das 1,5 Terabytes. Zwei von fünf Verbrauchern würden diesen Überschuss gerne als Währung verwenden und ihr ungenutztes Datenvolumen sparen, damit handeln oder es verschenken.

  1. Bietet uns mehr als Datenvolumen

Schnellere Breitbandgeschwindigkeiten und faire Mobilfunkverträge werden als wichtiger erachtet als ein großes Datenvolumen, das momentan den Markt dominiert. Da gebündelter Videoinhalt und innovative Datenpläne eine immer wichtigere Rolle bei der Wahl des Betreibers und des Service-Pakets spielen, wollen Verbraucher, dass die Betreiber ihre Angebote überdenken, weiterentwickeln und personalisieren.

  1. Ermöglicht uns mehr mit 5G

Entgegen dem Glauben, dass Verbraucher desinteressiert gegenüber 5G sind, spricht die Idee von 5G-Dienstleistungen weltweit 76 Prozent der Smartphone-Nutzer an – davon sind 44 Prozent tatsächlich bereit dafür zu zahlen. Verbraucher rechnen damit, dass die meisten 5G-Dienstleistungen innerhalb von drei bis vier Jahren nach der Markteinführung den Massenmarkt erreichen werden, und über 50 Prozent nehmen an, dass sie schon innerhalb von zwei Jahren nach der Markteinführung 5G-angereicherte Dienstleistungen nutzen werden.

Über ein Drittel rechnet damit, dass 5G mehr Möglichkeiten eröffnet als bloße Geschwindigkeit, Netzabdeckung und niedrigere Preise – zum Beispiel durch Verbesserungen wie eine gesteigerte Akku-Laufzeit und die Möglichkeit, nicht nur IT-Geräte, sondern auch das Internet of Things (IoT) zu erreichen. Verbraucher sagen außerdem das Ende der Bezahlung für verbrauchte GByte voraus und erwarten stattdessen eine einzelne Gebühr für jede 5G-Dienstleistung oder jedes gekoppelte Gerät.

  1. Bleibt den Netzen treu

Mit einer immer näher rückenden 5G-Zukunft fordern die Verbraucher die Betreiber auf, haltlose Marketing-Slogans zu vermeiden und stattdessen ihren Fokus auf die tatsächliche Netzerfahrung zu legen, um den Wahrheitsgehalt ihres Marketings zu erhöhen. Der Bericht zeigt, dass nur vier Prozent den Marketingstrategien und Netzleistungsstatistiken der Betreiber Glauben schenken.

Jasmeet Sethi, Senior Advisor des Ericsson Consumer & Industry Lab, sagt dazu: „Unsere aktuelle Studie betrachtet nicht nur isoliert den Verbraucherblick auf 5G, sondern enthüllt vielmehr unbefriedigte Verbraucherbedürfnisse, die von den Mobilfunknetzbetreibern auf dem Weg zu 5G noch erfüllt werden müssen. Vom Anbieten eines mühelosen Kauferlebnisses bis hin zum Konzentrieren auf die tatsächliche Netzleistung – Verbraucher fordern Veränderungen, und das am liebsten schon heute.“

Die Aussagen der Studie basieren laut Ericsson auf den seit 20 Jahren stattfindenden weltweiten Forschungsaktivitäten der hauseigenen Consumer Labs und beziehen sich auf Daten einer Befragung von 14.000 iPhone- und Android-Smartphone-Nutzern im Alter von 15 bis 65 Jahren. Die Ansichten, die in dieser Umfrage zum Ausdruck gebracht wurden, stehen demnach repräsentativ für 800 Millionen Verbraucher aus Argentinien, Brasilien, China, Ägypten, Finnland, Frankreich, Deutschland, Indonesien, Irland, Japan, Mexiko, Südkorea, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

Unter folgendem Link lässt sich der gesamte Bericht herunterladen: www.ericsson.com/en/networked-society/trends-and-insights/consumerlab/consumer-insights/reports/six-calls-to-action.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.