Gute Vorsätze zum neuen Jahr sind so selbstverständlich wie die Antivirensoftware auf PC und Smartphone. Wer keine Lust darauf hat, schon wieder mit dem Rauchen aufzuhören oder mehr Sport zu treiben, der könnte sich im Jahr 2020 vielleicht dem sicheren Internet verschreiben. Und dazu muss er gar nicht viel tun, sondern nur vier Dinge einfach unterlassen, wie zumindest die Security-Experten von ESET erklären. Denn wer die Cyberfallen 2020 kenne, tappe erst gar nicht in sie herein.

„Weniger ist mehr. Damit hat der Volksmund insbesondere im Internet völlig recht. Die meisten Probleme handeln sich Surfer durch unbedachte Aktivitäten ein. Wer einfach mal den Finger still hält und nicht wahllos klickt, erhöht sein Sicherheitslevel enorm“, sagt Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET.

Der nächste Rat lautet: Verwenden Sie kein Windows 7 mehr! Am 14.01.2020 wird Microsoft den Support für das Betriebssystem beenden. Dies bedeutet, dass selbst schwerwiegende Lücken und Schwachstellen nicht mehr per Update geschlossen werden. Noch immer setzen laut ESET Daten jedoch rund 30 Prozent der Anwender auf das ergraute Betriebssystem. Der Tipp: Ein Umstieg auf Windows 10 oder Linux lohnt sich mehr denn je.

Finger weg von „Tunern“ und „Optimizern“! Auch wenn die Versprechen gut klingen: Auf modernen Betriebssystemen ist es nicht notwendig, Tools wie Tuner oder Optimizer einzusetzen. Und wenn es schon so sein soll, dann bitte nicht gleichzeitig anwenden! Dies verlangsame das System eher, als dass es schneller werde. Setzt man statt herkömmlicher Festplatten SSD-Speicher ein, schädigen mögliche Optimierungs- und vor allem Defragmentierungsversuche gar die Komponenten bis zur Zerstörung. Der ESET-Tipp: Finger weg!

Lassen Sie dubiose Apps oder Websites sportlich links liegen! Sportereignisse haben sich in der Vergangenheit als das El Dorado für Cyberkriminelle erwiesen. So werden sie auch in 2020 die großen Events wie Olympia oder die Fußball-EM mit fragwürdigen Apps, illegalen Streams oder angeblichen Websites mit exklusiven Hintergrundinformationen fluten. Das Perfide daran: Sie werden sogar Geld einfordern, um so den Schein der Seriosität zu wahren. Neben Phishing und Malware drohen nun auch teure Abofallen. Der ESET-Tipp dazu: Lieber auf renommierte Anbieter setzen!

Verstehen Sie nicht IT Security als „Die Aufgabe der Anderen“! Das Leben ist längst „smart“ dank Alexa, Smartphones und generell dem Internet der Dinge. Doch die Digitalisierung des Alltags bringt unangenehme Schattenseiten ans Licht: Lauschangriffe durch externe Mitarbeiter bei Sprachassistenten, Kinderuhren mit fragwürdigem GPS-Tracking, Router mit Standard-Passwörtern oder gar ungeschützte WLAN-Lampen. Informieren Sie sich vor dem Kauf, welche Stolpersteine drohen und wie sich die Geräte sicher betreiben lassen. Der ESET-Tipp: trau, schau, wem!

Zum Schluss vermitteln die ESET-Fachleute noch vier Basisregeln, die nach ihrer Einschätzung stets gelten:

  • Setzen Sie eine Internet-Security-Software ein, die neben E-Mails und Websites auch Wechselmedien wie USB-Sticks, die Netzwerkschnittstellen und den Arbeitsspeicher auf Malware überprüft!
  • Spielen Sie Updates des Betriebssystems, von Software, Apps oder der Firmware automatisch ein. Geht dies nicht, prüfen Sie regelmäßig, ob Aktualisierungen vorliegen!
  • Öffnen Sie Mails immer mit Vorsicht – vermeiden Sie Klicks auf Links und auf Anhänge. Im Zweifel sollten Sie dubiose Nachrichten lieber löschen!
  • Erstellen Sie Backups, damit Ihre digitalen Schätze nicht verloren gehen!

Weitere Informationen stehen auf www.eset.de zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.