„Im Zeitalter des ständigen Verbundenseins sind die Grenzen zwischen Arbeitsplatz und privatem
Umfeld, sozial und beruflich, öffentlich und privat inzwischen ziemlich verschwommen“, so Dr. Carlo
Velten, Senior Advisor beim Analystenhaus
Experton Group. Social Networking, sei
es über Facebook, Twitter, Linkedin, Plaxo, Xing oder durch Wikis und Blogs, sei immer und überall
präsent und habe die Kommunikation verändert.

 

„Auch wenn viele Unternehmen Social-Networking-Aktivitäten während der Arbeitszeit eigentlich
nicht dulden, wird es doch praktiziert“, berichtet Analyst Velten. Für 50 Prozent der 1.400 in
einer Studie befragten CIOs in den USA kurbelt Social Networking nicht die Produktivität an,
sondern stellt eine Verschwendung der Arbeitszeit dar; über 54 Prozent haben Policies, die die
Nutzung von Seiten wie Facebook, Myspace und Twitter während der Arbeitszeit verbieten. Nur 19
Prozent erlauben ihren Angestellten, Social Network für geschäftliche Zwecke zu nutzen.

Allerdings kann Social Networking laut Aussagen von 81 Prozent der befragten CIOs für das
Unternehmen durchaus von Nutzen sein: Es verbessere die Beziehungen zu den Kunden und helfe, den
Markenbekanntheitsgrad zu erhöhen. 73 Prozent wollen Social Networks verstärkt nutzen. Die
Befragten sind sich allerdings auch darüber im Klaren, dass Social Networking ein
Unternehmensrisiko darstellt (81 Prozent), die Mitarbeiterproduktivität beeinträchtigen (51
Prozent) und unter Umständen rufschädigend wirken kann (49 Prozent).

„Doch egal ob man im Unternehmen Social Networking verbietet, erlaubt oder die gezielte Nutzung
zulässt – nach Meinung der Experton Group muss man sich auf jeden Fall damit auseinandersetzen und
sich über die Vor- und Nachteile für das Unternehmen klar werden“, so Dr. Velten. „Des Weiteren
müssen die Profile von Business- und User-Applikationen dahingehend analysiert werden, wer von
Social Networking profitieren kann und wer sich oder das Unternehmen dadurch schädigen kann.“

Das Aufsetzen einer Social Networking Policy sei komplex und müsse wohlüberlegt sein; auch
Ausgewogenheit sei gefordert, so Velten. Denn einerseits müsse die Integrität und Vertraulichkeit
von Unternehmensinformationen geschützt werden, andererseits gelte es, Social Media zur Erhaltung
der Wettbewerbsfähigkeit, zum Aufbau von Beziehungen und zur Wettbewerbsdifferenzierung zu
nutzen.

LANline/Dr. Wilhelm Greiner