Immer mehr Anbieter von Netzwerk-Equipment gestatten Kunden und Partnern über Schnittstellen und mittels Software Developers‘ Kit (SDK) den Zugriff auf das Betriebssystem. Vorreiter dieser Entwicklung war F5 Networks. Der Spezialist für Applikationsbeschleunigung bietet schon seit Jahren über „Irules“ die Option, die hauseigenen Big-IP-Appliances durch individuelle Skripts anzupassen. Mit

devcentral.f5.com bietet F5 zudem eine Community-Plattform für Irules-Entwickler, auf der die Anwender auch Erfahrungen und Skripts austauschen können.

Den Weg in Richtung Offenheit, den kürzlich im Hinblick auf optimierte WAN-Beschleunigung auch Cisco und Riverbed eingeschlagen haben, nimmt nun Extreme Networks. Der Ethernet-Spezialist hat nicht nur die kontrollierte Veröffentlichung eines SDKs für sein modulares LAN-Switch-Betriebssystem Extreme XOS angekündigt; zudem soll in Kürze unter

www.extremenetworks.com/solutions/widget-central eine neue webbasierte Informationsquelle namens „Widget Central“ online gehen, mit der Extreme dem Community-orientierten Ansatz F5s folgt: Kunden und Partner können hier so genannte „Widgets“ – Funktionserweiterungen für XOS-basierte Switches – kostenlos herunterladen, tauschen sowie hochladen. Zum Start der Website will Extreme rund 25 Widgets bereitstellen, die den Kunden einen Mehrwert bringen und gleichzeitig als Referenzimplementierung für Entwickler dienen sollen. Mit solchen Widgets lässt sich laut Extreme zum Beispiel die PoE-Stromversorgung (Power over Ethernet) von IP-Telefonen in einem Call-Center zu bestimmten Tageszeiten an- und wieder ausschalten, um nachts Strom zu sparen.

Die Widgets gliedern sich in die vier Bereiche Deployment, Monitoring, Betrieb und Optimierung. Deployment-Widgets sollen die Anwender bei der schnellen Konfiguration des Netzwerks bei speziellen Sicherheits- oder Konvergenzanforderungen unterstützen. Betriebs-Widgets sollen die Reaktion auf Netzwerkereignisse wie zum Beispiel den Anschluss eines neuen IP-Telefons an einen Switch automatisieren. Optimierungs-Widgets dienen der Feinabstimmung des Netzwerks, Monitoring-Widgets der Überwachung des Netzwerkzustands. Anwender sollen dabei alle Widgets kostenlos herunterladen, angepassen und Community-üblich erweitert in der Nutzergemeinde weitergeben dürfen.

Mit dem neuen SDK sollen Technologiepartner, Value-Added-Reseller und Kunden Lösungen durch Interaktion mit Extreme XOS webservicebasiert erweitern und anpassen können. Damit sollen Anwender die Programmierschnittstellen (APIs) von Extreme XOS wirksamer nutzen können. Die Schnittstellen kommen laut Extreme bereits intern zum Einsatz, so zum Beispiel, um Extreme XOS mit den Sentriant-NG-Appliances zur Angriffserkennung und -abwehr zu verbinden.

Zudem hat Extreme eine ganze Reihe neuer Produkte vorgestellt: Layer-2-Switches der Serie Summit X350 mit 24 oder 48 Ports für die sichere Desktop-Anbindung, neue Gigabit-Ethernet- und 10-Gigabit-Ethernet-Module für die Serie Black Diamond 8800 C, den Summit WM20 WLAN-Controller, Access Points für 802.11n und für den Outdoor-Einsatz sowie die Version 12.1 von Extreme XOS, auf deren Basis nun laut Hersteller jedes Event, das in der Log-Datei eines Switches auftaucht, einen automatisierten Prozess auslösen kann.

LANline/Dr. Wilhelm Greiner