Am 27. und 28. Juni hatte VMware Partner und Kunden zum vForum ins hessische Hanau gerufen. Vermutlich der Fußball-Weltmeisterschaft geschuldet, versammelte sich ein exklusiver Kreis von Interessierten.

Thematisch stand das vForum offiziell unter dem inzwischen altbekannten Motto der digitalen Transformation. Inhaltlich präsentierten VMware und seine Kernpartner aber einen Strauß von Themen rund um Cloud, Container und den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft.

Wenig überraschend war die Cloud in jedem Vortrag präsent. So fokussierte Christian Winterfeldt, Country Manager Deutschland bei Dell EMC, auf die sogenannte Multi-Cloud als wirtschaftlich gangbare Strategie für den Mittelstand.

Seine Empfehlung lautete, zunächst auf erprobte Lösungen wie Dell EMCs hyperkonvergente Plattform VxRail zu setzen, um das eigene Rechenzentrum auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Dank VMwares Storage-Dienst vSAN, der sich bei VxRail bequem über Dell EMCs Management-Oberfläche verwalten und aktualisieren lässt, können Anwender von einer vereinfachten Bedienung und günstigerer Infrastruktur im Vergleich zur Public Cloud profitieren, so der Manager.

Stand heute können VMware-Anwender dank der Kooperation mit AWS (VMware Cloud on AWS) bereits virtuelle Maschinen vom lokalen Rechenzentrum bei Bedarf einfach in die AWS-Cloud verschieben (LANline berichtete). Laut Winterfeldt kommen Dell EMCs HCI-Systeme (Hyper-Converged Infrastructure) gut an und verzeichnen ein jährliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich, ein durchaus vorzeigbares Ergebnis im konservativen Speichermarkt.

Deutlich einfacher gelingt der Umzug in die Cloud, wenn die Applikationen bereits für den Cloud-Einsatz entwickelt sind: die sogenannten „Cloud-nativen“ Anwendungen. Eine zentrale Rolle hierfür spielen Containertechniken wie Docker oder Kubernetes.

Kubernetes, ursprünglich als Open-Source-Projekt bei Google geboren, ist für alle Hersteller momentan Dreh- und Angelpunkt. Auch VMware bildet hier keine Ausnahme und unterstützt Container bereits seit mehreren Jahren auf der hauseigenen vSphere-Plattform. Aufgrund der schnelllebigen technischen Entwicklung in diesem noch jungen Gebiet und zahlreicher ungelöster Herausforderungen, was Netzwerk-, Speicher- und Sicherheitsaspekte betrifft, ist hier die Innovationsgeschwindigkeit besonders hoch.

Eine dauerhaft stabile Containerplattform für den Massenmarkt bereitzustellen, die alle Anforderungen erfüllt, ist eine Herausforderung. Nach ersten Würfen mit VMware Integrated Containers (VIC) und der inzwischen abgekündigten Photon-Plattform hat VMware heute zwei heiße Eisen im Containerfeuer: Für große Unternehmen steht mit PKS (Pivotal Container Service) vom VMware-Schwesterunternehmen Pivotal eine umfassende Plattform für den Produktionseinsatz von Kubernetes zur Verfügung. Hier positioniert VMware die neueste Generation seiner SDN-Plattform (Software-Defined Networking) NSX, „VMware NSX-T Data Center“. Diese unterstützt zwar noch nicht alle Features des bisherigen „NSX for vSphere“ (NSX-V), ist aber dafür nativ für die kommende Containerwelt gebaut.

Björn Brundert, Principal Specialist System Engineer für Apps Transformation and Cloud Native bei VMware, ging in seinem Vortrag auf VMwares Engagement innerhalb der Open-Source-Gemeinschaft ein. Als Mitglied bei mehreren Open-Source-Initiativen, unter anderem als Platinum-Mitglied bei der Cloud Native Computing Foundation, treibt VMware die Entwicklung von Containerplattformen voran. Dies ist auch nötig, will der Hersteller nicht als Anbieter von Legacy-Infrastruktur erscheinen, sondern seine Relevanz auch für kommende und zukunftsweisende Infrastrukturgenerationen sicherstellen.

Container und Kubernetes bieten viele Vorteile für das Zusammenfließen von Entwicklung und IT-Betrieb (DevOps): Containerorchestrierung vereinfacht die Automatisierung von Entwicklerprozessen mit CI/CD-Pipelines (Continuous Integration, Continous Delivery) und des Betriebs von Systemen stark.

Björn Brundert gab einen Überblick über VMwares Containerstrategie. Bild: Stefan Buchta

Björn Brundert gab einen Überblick über VMwares Containerstrategie. Bild: Stefan Buchta

Will ein Anwenderunternehmen zunächst ohne großen Aufwand in die Kubernetes-Welt einsteigen, bietet sich die neue „VMware Kubernetes Engine“ (VKE) an, die der Hersteller zeitgleich mit dem vForum als öffentlich Beta-Version eingeführt hat. VMware preist VKE als kosteneffiziente, sichere und einfache Plattform an, um erste Erfahrungen mit Kubernetes im Produktionsbetrieb zu sammeln: Man könne eine aufwendige Installation vermeiden, da VKE als „Kubernetes as a Service“-Angebot zunächst innerhalb der AWS-Cloud angeboten wird. Unter cloud.vmware.com/vmware-kubernetes-engine können sich Interessierte bereits heute registrieren, um ins Beta-Programm aufgenommen zu werden.

Auch bei weiteren Produkten des Kernportfolios liefert VMware Innovationen und Erweiterungen. So hat der Anbieter mittels des kürzlich aufgekauften „Software-Defined WAN“-Startups Velocloud, das VMware inzwischen unter „NSX SD-WAN by Velocloud“ als MPLS-Alternative positioniert, laut Martin Rausche, Systems Engineering Manager CEMEA bei VMware, das Netzwerk-Portfolio weiter abgerundet und neue Märkte angesprochen.

Das vForum hat gezeigt, dass VMware sich der Herausforderungen der kommenden Cloud-Welt angenommen hat, statt sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Insgesamt soll sich der Anbieter dementsprechend vom Softwarehersteller zunehmend zum Dienstleister wandeln, der Anwender beim Betrieb klassischer Infrastrukturumgebungen, der Einführung neuer Techniken und der digitalen Transformation unterstützt, so Markus Klein, Senior Director Systems Engineering CEMEA bei VMware.

Weitere Informationen finden sich unter www.vmware.de.