Der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphone-Anbieter Huawei könnte bald den Zugriff auf wichtige Update-Informationen für das Android-Betriebssystem verlieren. Darauf ging der deutsche Sicherheitsspezialist G Data vor Kurzem ein. Google hatte einen entsprechenden Schritt angekündigt, nachdem US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen Huawei verhängt hatte. Noch ist unklar, wie genau Huawei von der Informationssperre betroffen sein wird – die Folgen für Nutzer von Huawei-Smartphones dürften aber spürbar sein, so Alexander Burris von G Data.

Google teilt mit den Hardwarepartnern im Voraus Informationen über wichtige Betriebssystem-Updates und Sicherheitslücken – damit diese entsprechende Patches für ihre Kunden vorbereiten können. Auf diese Vorabinformationen wird Huawei wohl künftig verzichten müssen. Einige Informationen wird es aber weiter geben. Der chinesische Hersteller wird auch künftig noch auf die Daten des Android-Open-Source-Projekts (AOSP) zugreifen können. Dies habe Google dem US-Informationsportal The Verge bestätigt.

„Huawei-Nutzer werden Sicherheits- und Feature-Updates jetzt auf jeden Fall später bekommen als bislang“, sagt Burris, G Data Lead Mobile Researcher. „Das ist für Nutzer keine gute Entwicklung – die Update-Lage unter Android ist ohnehin bei vielen Herstellern prekär.“ Google versuche zwar, immer mehr Updates über die eigenen Systemdienste auszurollen und nicht den Umweg über die Gerätehersteller zu gehen. Doch diese Bemühungen seien längst nicht abgeschlossen.

Außerdem wird Huawei laut Burris für alle außerhalb von China verkauften Smartphones den Zugriff auf wichtige Google-Dienste wie den Playstore verlieren. Damit müssten sich Anwender Alternativen suchen. Nicht alle haben dabei das gleiche Sicherheitsniveau wie Google Play – das Infektionsrisiko steige. „Leider ist außerdem zu befürchten, dass windige Reseller das ausnutzen und gerootete Smartphones mit den Play-Services auf dem europäischen Markt anbieten. Dies haben wir in der Vergangenheit schon bei Smartphones von Xiaomi und Lenovo gesehen“, so Burris weiter. In diesen Fällen sei zum Teil auch manipulierte Software auf den Geräten vorinstalliert gewesen. Ein klassischer Hinweis auf eine solche Manipulation ist zum Beispiel die nächtliche, ungewollte Installation von Apps auf dem Gerät.

Weitere Informationen stehen auf www.gdata.de zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.